Illegale Einwanderung

10. Februar 2011 15:58; Akt: 10.02.2011 16:15 Print

Die Schweizer Grenze in Afrika

Schweizer Zollbeamte sollen bereits im Ausland die Dokumente von Ausreisenden prüfen - damit illegale Migranten gar nicht erst ins Flugzeug steigen.

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Der Bund will die illegale Einwanderung an der Quelle bekämpfen: Ein Pilotprojekt in Kairo war erfolgreich. Sogenannte Dokumentenberater aus der Schweiz sollen an ausländischen Flughäfen die Dokumente von Reisenden zweimal unter die Lupe nehmen, sagte Martin Banz vom Bundesamt für Migration (BFM) am Donnerstag in der Sendung «Rendez-vous» von Schweizer Radio DRS: Zum ersten Mal am Check-in und ein zweites Mal beim Einsteigen ins Flugzeug.

So soll erkannt werden, ob die Papiere echt und die notwendigen Visa vorhanden sind. Bei Unstimmigkeiten, die auf illegale Migration hindeuten, empfehlen die Schweizer laut Banz den Behörden vor Ort, die betroffene Person nicht reisen zu lassen.

Jeder Betroffene ist laut Banz «ein potenzieller Asylbewerber, ein potenzieller Sans-Papiers». Es sei deshalb nicht auszuschliessen, dass er bei einem negativen Entscheid der Schweizer Behörden dereinst wieder ausgeschafft werden müsse und damit Kosten von bis zu 10 000 Franken verursache. Banz ist der Projektverantwortliche im BFM.

Pro Tag und Berater einen Einwanderer verhindern

Wie BFM-Sprecher Michael Glauser auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte, führte die Schweiz im Oktober und November 2010 ein Pilotprojekt in der ägyptischen Hauptstadt Kairo durch. «Das Projekt war erfolgversprechend», sagte er. Pro Berater und Tag könne aufgrund bisheriger Erfahrungen eine illegale Einwanderung verhindert werden, was «erhebliche Kosten» vermeide.

Wie viele Dokumentenberater ab wann in welchen Ländern zum Einsatz kommen sollen, ist laut Glauser noch nicht klar. Noch gibt es kein Konzept - es wird von vom Aussendepartement EDA, vom Grenzwachtkorps und vom BFM erarbeitet. Das letzte Wort hat der Bundesrat. Die Schweiz, so der Sprecher, leiste damit einen Beitrag an die Verhinderung von illegaler Einwanderung in den Schengenraum.

Die Gesetzesgrundlage - ein Artikelzusatz im Ausländergesetz - ist laut BFM am 1. Januar 2011 in Kraft getreten. Darin heisst es, die Berater würden die ausländischen Behörden «unterstützen» und seien «ausschliesslich beratend tätig».

(sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • thinktwiceoo am 10.02.2011 19:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts Neues

    Dies scheint mir keine NEUE Praxis zu sein. In gewissen afrikanischen Ländern wurden detailierte Kontrollen der Reisepapiere (durch Schweizer Beamte) schon vor - oder seit - einigen Jahren durchgeführt. Und es HAT gewirkt, auch wenn es immer wieder Schlupflöcher gab/gibt.

  • jdd@gmx.ch am 10.02.2011 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Wie wäre es wenn

    Mich erschrecken die Kommentare zu diesem Artikel. Ich kann nur hoffen, dass wir niemals in die Lage derer kommen vor denen wir glauben uns zu "schützen" zu müssen.

  • Franziska am 11.02.2011 22:46 Report Diesen Beitrag melden

    Reisedokumente müssen echt sein!!!

    Fluggesellschaften, welche Passagiere ohne ordentliche Papiere transportieren, sollten gebüsst werden und die Passagiere müssen zurückfliegen und die Papiere in Ordnung bringen lassen. Erst dann kann eingereist werden. So machen wie die USA.

Die neusten Leser-Kommentare

  • gianniwach am 12.02.2011 17:03 Report Diesen Beitrag melden

    Es wird kontrolliert

    Bei meinen Flügen zurück aus Asien wurden unmittelbar am Ausgang des Flugzeuges in Zürich die Pässe kontrolliert. Passagiere ohne gültige Papiere wurden scheinbar gar nicht ins Flughafen Gebäude gelassen. Die Fluggesellschaft musste den Passagier wieder in Herkunftsland zurücknehmen. Das ist sicher die billigere Methode als in vielen Ländern Leute zu positionieren. Wie steht es mit der Registrierung im Ersteinreise Land? Personen ohne gültige Ausweise die nicht registriert werden, müssen nicht zurückgenommen werden.

  • Franziska am 11.02.2011 22:46 Report Diesen Beitrag melden

    Reisedokumente müssen echt sein!!!

    Fluggesellschaften, welche Passagiere ohne ordentliche Papiere transportieren, sollten gebüsst werden und die Passagiere müssen zurückfliegen und die Papiere in Ordnung bringen lassen. Erst dann kann eingereist werden. So machen wie die USA.

  • pit almeida am 11.02.2011 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    wieder heimtransportieren

    der carrier, der einen passagier ohne die nötigen ausweispapiere und visa in die schweiz transportiert, muss verpflichtet werden (ggf. verlust der landerechte) diese leute wieder ins ursprungsland zurückzufliegen.

  • paul rohner am 11.02.2011 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Was soll das

    Papiere haben fast alle bei der Einreise.Sie werfen diese auch nicht weg.Ueber die grüne Grenze reisen Diese ein, weil die Gefahr besteht,bei den Grenzposten einen Stempel und damit erfasst zu werden.Wie sonst wäre es möglich,dass verfolgte Asylbewerber,nach einiger Zeit jährlich ihre Ferien bei den Verwandten in ihrem Herkunftsland verbringen.Nicht Wenige sogar auf Kosten der Steuerzahler und Hilfswerken.

  • Ostschweizer am 11.02.2011 08:20 Report Diesen Beitrag melden

    Noch ein Versuch

    Wie in den Staaten macht die Fluggesellschaften verantwortlich. Dazu braucht es keine Schweizer-Behörden vorort. Frage mich nur Wer sich so etwas ausdenkt????