Verkehrssicherheit

27. Januar 2010 16:26; Akt: 27.01.2010 16:26 Print

Die gefährlichsten Strassen der Schweiz

Etliche Hauptstrassen hierzulande weisen erhebliche Sicherheitsmängel auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle TCS-Studie. Hier ist die Unfallgefahr am grössten.

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Die gefährlichsten Strassen der Schweiz - das sind sie.

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Die heute vom TCS veröffentlichte Studie spricht eine deutliche Sprache: Die Zahl der schweren Unfälle auf Autobahnen und Hauptstrassen hat von 2003 bis 2008 insgesamt zwar abgenommen, doch vor allem Hauptstrassen bleiben verhältnismässig gefährlich. Zu diesem Ergebnis kommt der Touring Club Schweiz bei einer Analyse der schweren Unfälle pro Milliarde Fahrzeug-Kilometern. Auf Autobahnen und Autostrassen ist die Rate von 20,9 auf 14,8 gesunken. Auf Hauptstrassen hingegen ist die Rate in derselben Vergleichsfrist nur von 58,1 auf 53,2 gesunken.

Dringend nachbessern

In den sechs erfassten Jahren wurden insgesamt nicht weniger als 30 820 schwere Unfälle ausgewertet. Davon entfallen 6 129 auf die vom TCS analysierten Hauptstrassen, also rund 20 Prozent. Sie waren Ursache für 37 Prozent der Todesfälle und 23 Prozent der Schwerverletzten, die im gleichen Zeitraum in der ganzen Schweiz gezählt worden sind.

Daniel Baumann, Verkehrsingenieur beim TCS zieht ein deutliches Fazit: «Auf Hauptstrassen von mittlerer bis hoher Gefährlichkeit müssen dringend Massnahmen ergriffen werden. Derart hohe infrastrukturelle Risiken sind unzumutbar angesichts der grossen Anstrengungen die gemacht werden, um die Sicherheit der Fahrzeuge zu erhöhen und die Ausbildung der Fahrer zu verbessern.» Vor allem Objekte am Strassenrand wie zum Beispiel Bäume, ate Leitplanken oder Mauern, sind häufig Kollisionsgrund. Rund ein Viertel aller schweren Unfälle auf den besonders gefährdeten Strassen seien auf solche Hindernisse zurückzuführen. «Es hat viel zu viel Sachen am Strassnrand, die dort nichts zu suchen haben», bemängelt daher Baumann.

Romandie und Tessin am gefährlichsten

Die Studie weisst erhebliche regionale Unterschiede aus. So ist die Unfallrate in der französischen Schweiz und im Tessin um 50 Prozent höher als in der Deutschschweiz. Die Unfallkarte beleuchtet die Risiken für den Strassenbenützer. Das Risiko errechnet sich aus der Zahl schwerer Unfälle im Verhältnis zum Verkehrsaufkommen auf jedem Abschnitt.

Urheber der Studie

Die Studie wurde im Rahmen des Projektes EuroRAP veröffentlicht. EuroRAP ist ein gemeinnütziger Verein, der seit 2001 die Interessen der Verkehrsteilnehmer verteidigt. Er zählt 65 Mitglieder aus 29 europäischen Ländern und bewertet den Sicherheitsstandard der Strassen auf Basis nationaler und internationaler Vergleiche.

(oku/sda)