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19. Oktober 2017 15:30; Akt: 19.10.2017 16:39 Print

Diebe stehlen 700 Kilo Trauben

Dem Winzer Lorenz Hämmerli wurden 300 Kilo Pinot-Noir- und 400 Kilo Chasselas-Trauben gestohlen. Die Weinbauern sind sich sicher: «Da waren Profis am Werk.»

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In einer Nacht-und-Nebel-Aktion am Wochenende vom 23./24. September haben Unbekannte dem Weinbauer Lorenz Hämmerli 700 Kilogramm Weintrauben gestohlen. Davon waren laut ihm rund 300 Kilo Pinot Noir und 400 Kilo Chasselas. Der Winzer betreibt Rebstöcke am Gibelrain im bernischen Ins, wie das «Bieler Tagblatt» schreibt.

Beim Pinot Noir seien die Vogelschutznetze seitlich aufgeschnitten worden, um an die Ernte zu gelangen, sagt Hämmerli. «Beim Chasselas haben sie die Trauben direkt von der Strasse aus gepflückt.» Der Winzer geht von mehreren Dieben aus. «Ich habe von einem Nachbar im Nachhinein erfahren, dass in der Nacht von Samstag auf Sonntag Taschenlampen in den Reben geleuchtet hätten, etwa um 3 Uhr morgens», sagt er zur Zeitung. Der Nachbar habe gedacht, dass Hämmerli selbst dort war und habe deshalb keinen Alarm geschlagen.

Angst breitet sich aus

Der bestohlene Weinbauer sagt, dass der Diebstahl für ihn zwar keine gravierenden finanziellen Folgen hätte – 700 Kilo würden nur 1,5 Prozent seiner Anbaufläche ausmachen. «Trotzdem ärgert mich der Diebstahl. Wir arbeiten das ganze Jahr darauf hin, dass wir eine gewisse Menge an schönen Trauben hinkriegen — und dann werden sie einem einfach so geklaut», sagt er.

Nun machen sich auch andere Weinbauer im Seeland Sorgen. So auch ein Freund und Winzerkollege von Hämmerli, Nick Bösiger: «Der Grund des Diebstahls ist für mich unerklärlich. Ich kann es gar nicht fassen», sagt der Mann aus Twann. Denn allgemein hätten es die Weinbauern in diesem Jahr schon schwer gehabt: «Frost und Hagel haben uns die Ernte vermiest.»

Polizei sind keine weiteren Fälle bekannt

Will er sich nun präventiv gegen Diebe schützen? «Es ist unmöglich, alles zu überwachen», sagt Bösiger. Er habe rund 15 Parzellen an verschiedenen Orten, auf denen die Reben wachsen. Der Winzer ist zudem überzeugt, dass bei seinem Kollegen in Ins «Profis am Werk waren».

Sidonie Perroud, Mediensprecherin der Kantonspolizei Bern, sagt zum «Bieler Tagblatt», dass zuvor noch keine Fälle von Traubendiebstählen rund um den Bielersee gemeldet worden sind. Das bedeute allerdings nicht, dass es noch nie welche gegeben hat. Auch Hämmerli bezweifelt, dass er der erste ist, dem kiloweise Trauben gestohlen wurden. «Ich habe schon von Winzern gehört, denen in anderen Jahren ebenfalls Trauben geklaut wurden. »

(jen/gro)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • carmen diaz am 19.10.2017 15:38 Report Diesen Beitrag melden

    nein, profis hätten gewartet...

    ...bis das zeug in den flaschen ist...

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  • B. Rechner am 19.10.2017 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Rechnung

    700 Kg = 1.5 Prozent - kurz rechnen: Der erntet fast 50 Tonnen Trauben? Ein einziger Bauer? Weiss jemand wie viel Wein das ergibt?

    einklappen einklappen
  • Michael Jefferson am 19.10.2017 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gehts noch ?

    Sorry aber das ist einfach dreist! Dem Winzer seine Einnahmequelle zu stehlen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • TigerDragon am 20.10.2017 22:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sauerei

    Wer macht denn sowas,Trauben stehlen geht ja mal garnicht.Ich hoffe man findet die Diebe.

  • huschmie am 20.10.2017 10:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nur halbe Profis

    Ins ist jetzt nicht das Top Weingebiet der Schweiz. Die Profis kennen sich zwar mit Diebstahl, aber nicht mit Wein aus.

  • Rüdisüli am 20.10.2017 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Daus heutige Zeitalter

    Die Schweiz anno 2017, da muss man Alles abschliessen!!!

  • Don Logan am 19.10.2017 21:47 Report Diesen Beitrag melden

    Profis

    Das waren keine Nachtbuben. Bei 700 kg müssen Profis und mehrere Personen am Werk gewesen sein. Wenn sie nicht selber den Wein produzieren, müsste der Diebstahl ans Tageslicht kommen.

  • Kommentarregeln befolgt am 19.10.2017 21:09 Report Diesen Beitrag melden

    Sind das jetzt eben "die"?

    Gestohlene Trauben, welche in Winzerbetrieben weiterverarbeitet werden müssen. Das waren jetzt wohl eben die viel zitierten, und viel davon gewarnten "Einwanderer" und so, welche die Kriminalität hierzulande nur so in die Höhe schrauben. Angeblich. Schweizer Kriminelle gäbe es nämlich nicht, das seien nämlich eben die anderen... Vor denen wir uns angeblich schützen müssen...