Auto-Kommunikation

05. Dezember 2018 21:23; Akt: 06.12.2018 08:32 Print

Diese App macht den Mittelfinger überflüssig

Drängelt einer? Muss man bremsen? Geht es nach dem Kickstarter-Projekt «Motochat», soll man bald von Fahrzeug zu Fahrzeug kommunizieren können.

Via App auf eine LED-Anzeige: Projekt «Carchat». (Kickstarter)
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Seien wir ehrlich: Neben vielen sinnvollen Kampagnen hat die Sammelplattform Kickstarter auch schon so manchen geistigen Dünnpfiff ins Rampenlicht gerückt. Dazu gehören etwa ein Wassermelonenhalter, ein fliegendes Velo, Fische auf Rädern oder ein riesiger Swimmingpool im Hudson River vor New York City. Nicht zu vergessen: Paul, «The Sexiest Smartphone charger of the Universe» (oder so ähnlich):

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Realisiert wurde Paul nie, die Idee konnte aber immerhin über 2000 Franken von risikofreudigen Investoren sammeln. Damit steht er zurzeit bei etwa doppelt so viel Startkapital wie das Projekt «Motochat», mit dem ein Franzose die direkte Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation ermöglich will.

Schimpfwörter auf LED

In Sachen Hirnrissigkeit steht «Motochat» irgendwo zwischen den Fischen auf Rädern und dem Wassermelonenhalter. Will heissen: Die Chance besteht, dass das Projekt tatsächlich in die Gänge kommt. Gänzlich sinnfrei ist das Vorhaben schliesslich nicht. Immerhin gehört der direkte verbale Austausch zwischen Autofahrern zu den aktuellen Missständen in der heutigen Kommunikation.

Weil man im Auto oder auf der Autobahn nicht einfach nebeneinander herfahren und miteinander diskutieren kann, werden bislang vor allem nonverbale Mittel eingesetzt. Hände verwerfen, Vogel zeigen, den gestreckten Mittelfinger zeigen, Hand auf den Arm schlagen – man kennt sie. Damit soll nun aber Schuss sein, denn via «Motochat» respektive das Vierrad-Pendant «Carchat» sollen sich via App direkte Textnachrichten auf eine LED-Anzeige sprechen lassen. Diese ist am Heck eines Autos oder eines Motorrads befestigt und zeigt den gesprochenen Text in roter Leuchtschrift an.

Damit soll man etwa Drängler am Heck freundlich darum bitten können, mehr Abstand zu halten – oder bei Unverbesserlichen vielleicht auch mal den einen oder anderen Kraftausdruck übermitteln. Auch abrupte Bremsmanöver kann man anderen Verkehrsteilnehmern rechtzeitig ankündigen, genauso wie Bewunderung für Auto und Fahrkünste anderer («awesome»).

Noch ein paar Tage Zeit

Um fair zu bleiben: Das Projekt ist nicht komplett sinnfrei, immerhin verfügt «Motochat» auch über eine Notfallfunktion, die im Falle eines Unglücks eine Meldung und den Unfallort an eine vorbestimmte Nummer senden kann.

Dennoch: Mit noch 19 verbleibenden Tagen und erst einem Drittel des benötigten Kapitals ist es unsicher, ob «Motochat» wirklich das Licht der Welt erblickt – oder doch eher das Schicksal von Paul, dem sexy Smartphone-Ladegerät, teilen wird.

(srt)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Wakka am 05.12.2018 21:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hesch problem?

    der Streit wird noch heftiger sein weil man Beleidigungen "schriftlich" mitteilen kann. enstehende Ablenkung ausgelassen.

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  • Dumby am 05.12.2018 21:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt kommt Ironie

    Die Menschheit ist mit ihren hochgeistigen Errungenschaften wahrlich die Krone der Schöpfung...

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  • Swiss1291 am 05.12.2018 21:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was soll daran neu sein?

    Schau mal auf Amazon, Aliexpress oder Wish. Das gibts schon lange und ist nichts neued. Verwendet werden darf keines, dafür dürften sie nicht mit Beleuchtung funktionieren. Denn sobald eine Beleuchtung nach aussen strahlt, muss es eine Bewilligung haben, Thema Ablenkung. Ansonsten wird man gebüsst. Aber ohne ein E-Symbol für die Zulassung wird daraus so oder so nichts.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Göppel am 06.12.2018 13:26 Report Diesen Beitrag melden

    Misstände?

    Die Kommunikation zwischen zwei Autofahrern muss nicht zwingend negativ sein. Ich finde das Teil noch nützlich, wenn einem mal wieder ein Spinner am Hintern klebt bei einem Überholmanöver auf 120km/h. Einfach "ABSTAND!" einblenden. Manche machen das nicht absichtlich.

    • Peter M am 06.12.2018 14:01 Report Diesen Beitrag melden

      Andere Sicht

      Die sind genau so ein Spezialist. Blinker stellen mit 120 rausziehen ohne einmal in den Rückspiegel geschaut zu haben. Mit 120 auf dem Tacho haben sie höchstens 110 in Realität. Zum überholen, vorallem so wie sie es machen, einfach einmal zügig und wieder rein. Aber wahrscheinlich geniessen sie noch den Frust des Hintermannes und fahren absichtlich weiter mit 120 auf der Überholspur.

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  • Annabelle am 06.12.2018 12:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wie

    hab ich denn Zeit ein abruptes Bremsmanöver anzukündigen? erst texten und dann bremsen? oder besser supito reagieren und gleich bremsen?

  • Mike am 06.12.2018 12:23 Report Diesen Beitrag melden

    Made my Day

    Mit Sicherheit die meist benutzten Texte "Hesch Problem" ? oder "Willsch Renne mache" ?

  • Mike am 06.12.2018 12:20 Report Diesen Beitrag melden

    Sachen die niemand braucht !

    Völlig unnütz ! Wer will schon von einer fremden Person direkt per Display im eigenen Auto beleidigt, beschimpft und bedroht werden ? Das hat noch gefehlt .... "Kopfschütteln"

  • Vielfahrer am 06.12.2018 12:18 Report Diesen Beitrag melden

    Nur Mal nebenbei...

    Es ist in der Schweiz verboten solche Dinge im Strassenverkehr zu benutzen. Wird teuer, bis hin zum Entzug der Fahrerlaubnis wenn man es übertreibt und den Verkehr blendet/gefährdet.