Mutmasslicher Terrorist

12. Dezember 2018 20:42; Akt: 12.12.2018 23:34 Print

Diese Delikte hat Chekatt in der Schweiz begangen

Der mutmassliche Attentäter von Strassburg ist in der Schweiz schon mehrfach verurteilt worden. Er verübte gar zwei Straftaten an einem Abend und fiel vor allem durch Diebstahl auf.

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Zwei Tage nach dem Anschlag in Strassburg ist der mutmassliche Angreifer Chérif Chekatt getötet worden. Ein Blick auf ein Einschussloch in der Tür des Gebäudes im Stadtteil Neudorf, vor dem Chekatt erschossen wurde. Der 29-Jährige wurde am Donnerstagabend im Viertel Neudorf südöstlich des Stadtzentrums der elsässischen Metropole von Polizisten erschossen. Nach Angaben aus Ermittlerkreisen hatte eine Frau am Nachmittag gemeldet, Chekatt gesehen zu haben. Chekatt sei schliesslich gegen 21.00 Uhr von Polizisten auf einer Strasse gesichtet worden, sagte der französische Innenminister Christophe Castaner vor den Medien in Strassburg. Die Polizei veröffentlichte am Mittwochnachmittag ein zweites Foto von Cherif Chekatt. Zudem hat die Polizei einen Fahndungsaufruf veröffentlicht. Das Sicherheitsaufgebot in Strassburg ist enorm. Der Weihnachtsmarkt bleibt aber auch am Donnerstag zu. Die Kontrollen wurden am Nachmittag nochmals verschärft, wie die Behörden mitteilten. Am Tatort legen Strassburger Blumen für die Opfer nieder. Nicht nur an den Grenzen werden Fahrzeuge kontrolliert. Am Weihnachtsmarkt zünden trauernde Menschen Kerzen an. Die Solidarität ist im ganzen Land gross. So sieht das erste Foto des Täters Cherif Chekatt aus. Das Datum dieser Aufnahme ist unbekannt. Es soll den mutmasslichen Attentäter Cherif Chekatt auf Facebook zeigen. Laut der französischen Armee war eine Patrouille am Dienstagabend auf die Schüsse aufmerksam geworden. Erneut ein schwerer Terroranschlag in Frankreich: Rettungskräfte fahren Verletzte in die Spitäler. (11. Dezember 2018) «An drei Orten wurde in Strassburg Terror verbreitet»: Frankreichs Innenminister Christophe Castaner. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, Strassburg Richtung Norden zu verlassen, da im südöstlichen Stadtteil Neudorf nach dem Täter gefandet wird. Krisensitzung: Der französische Präsident Emmanuel Macron trifft sich nach Mitternacht mit dem Premierminister und dem Verteidigungsminister. (12. Dezember 2018) Ein Mann hat am Dienstagabend auf dem Strassburger Weihnachtsmarkt das Feuer eröffnet und mehrere Menschen getötet. Am Tag nach dem Attentat patroullieren Polizisten am Bahnhof von Strassburg. Mindestens zwölf Menschen wurden verletzt. Beamte in Vollmontur. Soldaten schossen den Täter auf der Flucht an. Die Behörden gehen von einem terroristischen Hintergrund aus. Polizisten auf dem Pont de l'Europe zwischen Frankreich und Deutschland. Eine Patrouille Soldaten habe den Angreifer getroffen, ihn aber nicht an der Flucht hindern können, teilte die Polizei mit. Bei der Verfolgung des Mannes sei es zu einem Feuergefecht gekommen. Er habe sich «verschanzt» und sei angeschossen worden. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, in den Häusern zu bleiben. Der mutmassliche Schütze war den französischen Behörden als potenzieller Gefährder bekannt. Er sei in einer entsprechenden Datei verzeichnet gewesen, teilte die Präfektur am Dienstagabend in Strassburg mit. Die Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft leitete noch am Abend eine Untersuchung wegen des Verdachts auf «Mord und Mordversuch im Zusammenhang mit einer terroristischen Unternehmung» ein. Rund zwei Stunden nach den ersten Schüssen fielen in der Innenstadt weitere. Laut der Polizei wurden sie in einem Quartier abgegeben, in dem sich der Täter verschanzt haben soll. Die Tat geschah in der Nähe des Weihnachtsmarkts. Rettungskräfte erreichen am Dienstagabend, 11. Dezember, den Weihnachtsmarkt in Strassburg. Polizisten umstellen den Tatort. Terror in Strassburg. Terror in Strassburg. Terror in Strassburg. Terror in Strassburg.

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Der 29-jährige mutmassliche Terrorattentäter Cherif Chekatt ist in der Schweiz mehrfach straffällig und schliesslich in Basel zu 18 Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. 20 Minuten liegt die Anklageschrift vom 12. Oktober 2012 vor. Aus dieser geht hervor, dass Chekatt am 13. April 2012 von der Staatsanwalt Bern bereits zu einer bedingten Geldstrafe von 70 Tagsätzen zu 20 Franken verurteilt worden war. Hier finden Sie eine Auflistung seiner in der Anklageschrift vermerkten Taten.

März 2012

•Versuchter Diebstahl und Sachbeschädigung in einem Wohn- und Geschäftshaus in der Stadt Basel. Dabei verursachte der Täter an einer Eingangstüre des Geschäftshauses einen Schaden von rund 2000 Schweizer Franken.

•Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch zum Nachteil einer medizinischen Praxis in Basel: Beim Eindringen verursachte Chekatt einen Schaden in Höhe von rund 900 Schweizer Franken. Schliesslich entwendete er Bargeld im Wert von knapp 170 Franken.

•Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch in einem Restaurant in Zug: Via Toilettenfenster war der mutmassliche Attentäter ins Restaurant eingedrungen. Im Inneren des Restaurants brach er in den Büroräumlichkeiten den Tresor auf und entwendete fast 5’000 Franken Bargeld. Zusätzlich verursachte Chekatt einen Sachschaden von genau 4’600 Franken.

April 2012

•Versuchter Diebstahl, leichte Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch zum Nachteil eines Musik-Orchesters in Basel: Vermutlich mit einem bis heute unbekannten Mittäter brach der mutmassliche Terrorist spät Abends die dem Orchester gehörenden Räumlichkeiten auf. Dabei entstand ein Sachschaden von knapp 3’000 Schweizer Franken. Schliesslich gelang es ihm Bargeld im Wert von 20’000 Franken zu entwenden.

•Versuchter Diebstahl und Sachbeschädigung in Basel: Beim Eindringen in die Büroräumlichkeiten eines Gebäudes in der Stadt Basel verursachte Chekatt einen Sachschaden im Wert von insgesamt rund 2’000 Schweizer Franken. Bargeld konnte er schliesslich keines entwenden.

Juli 2012

•Tätlichkeiten, versuchter Diebstahl, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch in Gossau (SG): Gemeinsam mit einem unbekannten Mittäter gelangte der mutmassliche Attentäter über ein aufgeklapptes Badezimmerfenster in die Wohnung einer Privatperson. Dabei verursachten die beiden einen Sachschaden von 500 Franken. Die geschädigte Privatperson ertappte die Täter kurz darauf auf frischer Tat. Als sie versuchte, den Mittäter festzuhalten, verletzte Chekatt die Person leicht.

•Diebstahl, Sachbeschädigung und Hausfriedensbruch in einem Hotel in Uzwil (SG): Knapp eine Stunde nach der ersten Tat beschaffte sich der Täter Zugang zu einem Hotel in Uzwil (SG). Dabei entstand ein Sachschaden von rund 500 Franken. Weiter gelang es Chekatt Bargeld in der Höhe von knapp 9’000 Franken zu entwenden.

August 2012

•Diebstahl und Hausfriedensbruch zum Nachteil eines Hotels in Winterthur (ZH): Ebenfalls in Begleitung eines unerkannt gebliebenen Mittäters gelang es dem mutmasslichen Terrorist in einem Hotel in Winterthur umgerechnet gut 20’000 Schweizer Franken mitgehen zu lassen.

•Rechtswidrige Einreise und Fälschung von Ausweisen: Der Beschuldigte war als Beifahrer in einem Personenwagen von Frankreich her ohne anerkanntes Ausweispapier in die Schweiz eingereist. Als er einen Tag später von der Zürcher Polizei angehalten wurde, zeigte Chekatt den Beamten eine französische Identitätskarte, die nicht ihm gehörte. So wollte er seine wahre Identität verheimlichen.

(jk)