Mutter ist entsetzt

22. Januar 2019 05:44; Akt: 22.01.2019 09:58 Print

Diese Fotos eines Lehrers sind für die Schule okay

Ein Primarlehrer postet Halbnacktbilder von sich auf Instagram. Eine Mutter empört sich. Die Schulleitung steht hinter der Lehrkraft.

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An einer Zürcher Primarschule arbeitet ein Lehrer, der auf Instagram Bilder von sich postet, auf denen er halbnackt ist. Seinen gut 20’000 Followern zeigt er sich auf Dutzenden von homoerotischen Fotos, die er mit #instagay und #beardedhomo versieht. Beispielsweise so, wie Gott ihn schuf – sein bestes Stück von einigen Bananen bedeckt. Auf einem anderen Foto greift er sich in die Unterhose und leckt sich rosa Creme von den Lippen.

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Das findet D. N.*, deren Tochter die Schule besuchte, nicht akzeptabel. Auf Facebook hat sie einen entrüsteten Post abgesetzt, der rege diskutiert wird: «Mich interessiert nicht, was der Lehrer in seiner Freizeit macht. Wenn es um unsere Kinder geht, kenne ich kein Pardon!» Zu 20 Minuten sagt sie: «Das sind Pornobilder.» Ein Lehrer sollte ein Vorbild für die Kinder sein, so die junge Mutter. Facebook hat D. N. mittlerweile blockiert, weil die Bilder des Mannes, die sie zum Post stellte, gegen die Benutzerrichtlinien verstossen würden.

Eine 13-jährige Freundin ihrer Tochter habe ihr die Fotos auf Instagram gezeigt. Die Mädchen hätten den Lehrer einfach ausgelacht. Sie aber sei schockiert gewesen. «Wie sollen die Kinder so Respekt vor dem Lehrer aufbauen können?» Deshalb hat sie Ende letzten Jahres einen Brief an die Schulleitung geschrieben.

«Ein initiativer und kreativer Lehrer»

Nun erhielt sie Antwort. Im Schreiben stellt sich die Schulleitung hinter den Lehrer. Seine Arbeit überzeuge, schreiben Schulleitung und Schulpflege in einem gemeinsamen Brief an die entrüstete Mutter. Auf Tätigkeit ihrer Lehrpersonen in Neben- oder Zweitberufen nehme die Schulleitung keinen Einfluss, solange diese ihrer Arbeit nicht grundsätzlich zuwiderliefen. Auf Anfrage von 20 Minuten bekräftigt die Schule diese Haltung: «Als Primarschulpflege beurteilen wir unsere Lehrpersonen entsprechend ihrer Arbeit an unser Schule. Wir sind froh, einen so initiativen und kreativen Lehrer an unserer Schule beschäftigen zu können.»

N.D. ist von der Schulleitung «wahnsinnig enttäuscht»: «Für mich hat das nichts mit Kreativität zu tun, das ist Pornografie», so die junge Mutter. Zahlreiche Eltern aus derselben Gemeinde würden ihre Meinung teilen, einige seien richtiggehend wütend. «Von der Schulleitung hätte ich erwartet, dass sie den Lehrer zumindest dazu bringen, sein Profil auf privat zu stellen, damit unsere Kinder diese Bilder nicht mehr sehen», erklärt D.N.

«Er tut sich keinen Gefallen»

Christian Hugi, Präsident des Zürcher Lehrerverbands, sagt, rechtlich gesehen habe die Schulleitung der Primarschule richtig reagiert: «Es gibt keine offiziellen Vorgaben, wie sich ein Lehrer in der Öffentlichkeit zu präsentieren hat.» Zudem trete der Betroffene auf Instagram nicht als Lehrperson, sondern als Model und Fotograf auf.

Dennoch sagt Hugi: «Als Lehrer sollte man sensibel mit dem eigenen Auftreten in der Öffentlichkeit umgehen. Der junge Mann tut sich mit den Bildern keinen Gefallen.» Der Primarlehrer war für 20 Minuten am Montag nicht zu erreichen. Nach verschiedenen Kontaktanfragen stellte der Lehrer am Abend sein Instagram-Profil auf privat.


*Namen der Redaktion bekannt

(20M)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fritz am 22.01.2019 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erwachsener

    Für Instagram muss man 14 sein. Dann ist man kein primarschüler mehr

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  • Der Lehrer am 22.01.2019 07:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Instagram - Primarschüler?

    Ich bin selber Lehrer und kann verstehen das dies zu Aufruhr führen kann. Diese Bilder entsprechen nicht dem Rollenbild einer Lehrperson... Ich persönlich schaue, dass möglichst keine Bilder von mir öffentlich zu finden sindD Viel fragwürdiger finde ich, dass Kinder Instagram nutzen. Wären die Kids nicht in ihrer Freizeit das ganze Instagram am durchstöbern, wäre dies nie ein Problem gewesen.

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  • G. Schiffen am 22.01.2019 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das mit der Haustüre...

    Wenn sie bei Ihren eigenen Kindern kein Pardon kennt, sollte Sie vielleicht mal die Altersvorschriften der sozialen Medien in Betracht ziehen. So lange er ein guter Lehrer ist, soll er in seiber Freizeit machen dürfen, was er will! Auch Lehrer sind nur Menschen...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Black Pearl am 23.01.2019 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Daran positiv ist . . .

    die Schüler sehen nun 1 zu 1 was unüberlegte Post s zur Folge haben können und überlegen sich nun bestimmt zweimal was Sie hochladen. Aus dieser Sicht war das pädagogisch wertvoll doch leider nicht die Absicht.

  • da am 23.01.2019 19:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vorbild sein als Lehrer

    ich finde es bedenklich wenn ein Lehrer sich öffentlich so produziert...kann die Mutter verstehen.Vorbild sein heisst auch auf seine Vorbildfunktion zu achten. Die Fotos finde ich noch dazu echt dämlich...wer braucht sowas

  • Daniel am 23.01.2019 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Sexy

    Also ich find ihn scharf! Wenn nur die Tattoos nucht wären ;-)

  • Maria am 23.01.2019 18:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lehrer

    Solche Lehrkräfte gehören nicht ins Klassenzimmer, die stehen nicht mit beiden Füssen am Boden. Dieser Lehrer hat ein grosses Defizit, was seine Persönlichkeit betrifft!

  • Nick Erchen am 23.01.2019 18:13 Report Diesen Beitrag melden

    Gelöscht

    Mittlerweile hat der Lehrer das Instagram-Profil gelöscht. Hätte es nicht gereicht, einfach die anstössigen Fotos zu löschen - oder gab es nur solche?