Grosse 20-Minuten-Umfrage

11. Dezember 2014 15:34; Akt: 11.12.2014 16:15 Print

Diese Politiker sind die grössten Klimasünder

von Thomas Bigliel - Umweltthemen prägten diese Session. Doch wie umweltfreundlich leben eigentlich die Parlamentarier? 20 Minuten hat die Volksvertreter unter die Lupe genommen.

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Die schlechteste Note geht an die FDP. 2,9 Erden brauchen die Liberalen im Durchschnitt. Damit liegt die FDP knapp über dem nationalen Durchschnitt von 2,8 Planeten. Am schlechtesten schneidet jedoch ... .... ein SVP-Politiker ab. Jean-François Rime landet in der Auswertung von 20 Minuten auf dem letzten Platz. Um den Lebensstil des Holzproduzenten zu decken, wären die Ressourcen von rund 5 Planeten nötig. Auf Rime folgt Christa Markwalder. Die FDP-Politikerin ist über über das eigene Abschneiden gar nicht glücklich. «Dass ich eine so schlechte Ökobilanz habe, erstaunt mich», so Markwalder. Hinter ihr folgt ... ... SVP-Nationalrat Sebastian Frehner. Der Basler belegt im im 20-Minuten-Ranking den drittletzten Platz. 3,7 Erden gehen auf Frehners Punktekonto. Ein wenig besser ist .. ... Doris Fiala. Die Auswertung der Umfrageergebnisse zeigt: Für ihren Lebensstil benötigt die FDP-Frau 3,7 Erden. Also knapp viermal so viel Ressourcen, wie die Erde liefern kann. Er erklärt, wie's geht: Den kleinsten ökologischen Fussabdruck hat GLP-Nationalrat Jürg Grossen (links im Bild). Gerade einmal 1,1 Erden nimmt der Elektroplaner in Anspruch. Platz zwei im Öko-Ranking geht ebenfalls an einen Grünliberalen. Thomas Weibel nimmt rund 1.2 Erden in Beschlag. Geri Müller hat ebenfalls gut lachen. Der skandalgebeutelte Grünen-Politiker sichert sich mit 1,3 Erden Bronze. Der undankbare vierte Platz geht an ... ... Nadine Masshardt. Die SP-Nationalrätin benötigt etwas mehr als 1,3 Erden. Im Bild: Masshardt überreicht der Berner Regierung 2013 den Solarpreis für seine vorbildliche Förderung von PlusEnergieBauten (PEB). Unter den Top 5 ist auch eine EVP-Politikerin. Mit 1,3 Erden sichert sich Marianne Streiff-Feller den fünften Platz.

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Die Energiewende ist beschlossen. National- und Ständerat brachten das Massnahmenpaket diese Woche unter Dach und Fach. Durch den Verzicht auf weitere Kernkraftwerke soll die Schweiz in Zukunft nachhaltiger und grüner werden. So der Plan des Parlaments. Doch wie nachhaltig leben die Volksvertreter selber? 20 Minuten hat nachgefragt.

In einer grossangelegten Umfrage (siehe Box) wurde der ökologische Fussabdruck der Parlamentarier ermittelt. Befragt wurden alle 246 National- und Ständeräte. Die Auswertung der Umfrageergebnisse zeigt: Den grössten Umweltsünder findet man in der Reihen der SVP. Jean-François Rime landet in der Auswertung von 20 Minuten auf dem letzten Platz. Um den Lebensstil des Holzproduzenten zu decken, wären die Ressourcen von rund 5 Planeten nötig. Zum Vergleich: Die Schweiz kommt auf einen Fussabdruck von 2,8 Planeten. Im weltweiten Durchschnitt sind es 1,5 Erden, die nötigen wären, um den Ressourcen-Hunger decken zu können.

Rime mit schlechtestem Resultat

Ein schlechtes Gewissen hat Rime keines: «Ich stehe zu meinem Fussabdruck.» Verantwortlich für Rimes schlechte Ökobilanz ist sein Reisedrang. Rund 30'000 Kilometer legt der SVP-Politiker im Jahr mit seinem Auto zurück. Hinzu kommen über 50 Flugstunden und eine Kreuzfahrt. Mit Ausnahme von SP-Nationalrat Alexander Tschäppät sind es vor allem bürgerliche Politiker, die ihr CO2-Konto überziehen. Gar nicht glücklich über das eigene Abschneiden ist Christa Markwalder. «Dass ich eine so schlechte Ökobilanz habe, erstaunt mich», so die FDP-Politikerin. Hinter ihr folgen Sebastian Frehner (SVP, BS) und Doris Fiala (FDP, ZH).

Grüne und Grünliberale mit Top-Noten

Den kleinsten ökologischen Fussabdruck hat GLP-Nationalrat Jürg Grossen. Der Berner kocht nach eigenen Angaben beinahe nur mit Bio-Produkten, isst kaum Fleisch und hält sich auch beim Kaffee- und Alkoholgenuss zurück. Dass Grossen in den letzten Jahren nicht in die Ferien geflogen ist, kommt dem Grünliberalen ebenfalls zugute. 1,1 Erden nimmt der Bestplatzierte in Beschlag. «Die Energiewende ist eine Riesenchance, da freut es mich natürlich, dass ich selbst so gut abschneide», so Grossen. Platz zwei im Öko-Ranking geht ebenfalls an einen Grünliberalen. Thomas Weibel nimmt rund 1,2 Erden in Anspruch. Der GLP-Nationalrat und Forstingenieur freut sich über das gute Abschneiden seiner Fraktionskollegen: «Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.»

Während die Grünen und die Grünliberalen in der 20-Minuten-Umfrage am besten abschneiden, belegt die FDP den letzten Platz. 2,9 Erden brauchen die Liberalen im Durchschnitt. Damit liegt die FDP knapp über dem nationalen Durchschnitt von 2,8 Planeten. Andere bürgerliche Parteien wie die SVP und die CVP kommen auf 2,5, respektive 2,3 Erden. Doch auch die Politiker von SP (2,0), Grünen und Grünliberalen (beide 1,7) brauchen deutlich mehr als einen Planeten.

*Korrektur: In der ursprünglichen Version des Artikels belegte SP-Nationalrat Alexander Tschäppät den zweitletzten Platz in der Fussabdrucks-Rangliste. Allerdings basiert die Bewertung Tschäppäts auf einem Missverständnis: «Ein Mitarbeiter hat die Umfrage gesichtet und sie dabei offenbar unbeabsichtigt und mit falschen Angaben an 20Minuten weitergeleitet», sagt Walter Langenegger vom Informationsdienst der Stadt Bern. Tschäppät setze sich seit jeher für den Umweltschutz ein. Er sei meistens mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und mit seinem Elektrovelo unterwegs und benutze nur selten das Auto.



Wie viele Planeten brauchen Sie? Hier können Sie testen, ob Sie über oder unter dem Durchschnitt liegen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hans Muster am 11.12.2014 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    kritischer Bürger

    Würde mich interessieren wo Cédric Wermuth steht. Wenn man seinen Twitter Account der letzten Jahre genau analysiert sieht man, dass er sehr intensiv mit dem Flugzeug um die Welt jettet. Für einen Sozialistekongress schnell auf einen anderen Kontinent, für Ferien über den Atlanik, für eine Städereise dort...

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  • Suriam am 11.12.2014 16:06 Report Diesen Beitrag melden

    Bewusst handeln: Wir haben nur eine Erde

    Ich finde es gut und interessant, den ökologischen Fussabdruck einmal zu vergleichen und zur Sprache zu bringen. Allerdings müsste man zwischen Hauseigentümer und Mieter unterscheiden: ich kaufe sehr bewusst ein und achte auch sonst darauf, ökologisch zu handeln, doch mit einer Ölheizung, alten Geräten und einer alten Wohnung habe ich bei der Bewertung schon verloren... Dagegen kann ein Hausbesitzer mit Ökostrom und Minergie punkten. Wichtig ist, dass jeder Einzelne etwas bewusster und achtsamer handelt... wir haben nur diese eine Erde!

  • Marco am 11.12.2014 15:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Grundlagen?

    Interessant wäre zu wissen wer an der Umfrage mitgemacht hat und wer nicht. Zudem bezweifle ich, dass alle die Umfrage wahrheitsgemäss beantwortet haben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Marco S am 12.12.2014 23:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo gehobelt wird , fallen Spähne.

    So ist es halt, wenn gearbeitet wird muss mann hald fliegen und reisen. Alle andern spazieren mit ihren Birkenstock Latschen auf der Terrasse herum und überlegen wie sie die Welt verbessern...

  • Lisa Hofer am 12.12.2014 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Geschummelt?

    Ich kann mir gut vorstellen, dass die Umfrage so grob betrachtet etwas Wahres hat. Allerdings sollte es einem schon zu denken geben, dass die Politiker die Umfrage selber ausgefüllt haben - ich wäre nicht erstaunt, wenn da manch einer ein bisschen geschummelt hat...

  • mike wisler am 12.12.2014 12:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    der Flugmeilenmillionär

    hi hi hi, genau an den lustigen Mitbürger gabe ich auch gerade gedacht. Wasser Predigen und Wein trinken bis die Flasche leer ist. Aber solche Ausreisser ubd Blender gibt es wohl überall. Lustig dass seine Anhänger das auch noch cool finden.

  • Oliver am 12.12.2014 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    um ökologisch zu leben

    muss man leider reich sein, denn viel "ökologisch besseres" ist irgendwie teurer als das normale "weniger bis nicht ökologisch". (Minergie, elektroauto, usw, alles mit "Aufpreis") Dass z.b Frau Leuthard mit einem Tesla S das vorbild gibt ist ja schön, aber eben, wo finde ich als einfacher Buetzer die 85000.- die es dazu braucht ? Besonders wenn es nebenbei z.b noch heisst "jetzt spar doch endlich für ein Eigeheim"

    • Fannie Stauffer am 12.12.2014 12:28 Report Diesen Beitrag melden

      Energie und Geld sparen!

      Nein, man muss nicht reich sein, um ökologisch zu leben. Es gibt viele Sparmassnahmen mit denen man sogar Geld spart (ja, manchmal braucht es vielleicht kurzfristig mal eine Ivestition, damit es sich dann langfristig rechnet). Z.B. kurze Strecken zu Fuss oder mit dem Velo gehen, einen Pulli anziehen statt übermassig warm zu heizen, weniger Verreisen und stattdessen die Schweiz geniessen, ... auch ein Elektroauto ist langfristig gesehen günstiger als manche eine anderes Auto.

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  • Alex am 12.12.2014 12:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Support Global Warming

    Der Klimawandel ist mir sowas von egal. Ich fahre weiterhin einen SUV der ca 25 Liter auf 100km schlukt. So trage ich etwas bei, die Überbevölkerung in Entwicklungsländern, durch Dürre und Überschwemmung einzudämmen.