Wegen Corona

25. März 2020 17:24; Akt: 29.03.2020 16:13 Print

Diese Schüler kämpfen gegen Abschlussprüfung

Eine Petition fordert die Absage der Abschlussprüfungen an Schweizer Mittelschulen. Für das Schüler-Anliegen wurden schon 24'000 Unterschriften gesammelt.

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Wegen des Coronavirus sind schweizweit die Schulen geschlossen. Besonders hart trifft das Mittelschüler, Gymnasiasten und Berufsschüler, die im Frühling ihren Abschluss machen wollen. Dies betrifft auch Vysnan Saravanamuthu. Er sagt: «Die Schule ist, wie wir, überfordert mit der Situation und dem weiteren Vorgehen. Werden die Prüfungen verschoben? Müssen wir doch antraben? Niemand kann uns momentan Antwort geben.» Also hat er sich mit seiner Kollegin Damaris Weber und weiteren Mitschülern entschlossen, selbst aktiv zu werden. Gemeinsam starteten sie eine Onlinepetition für die Absage der Abschlussprüfungen. Die Petition hat schon nach weniger als einem Tag 24'000 Unterschriften. Und es werden immer mehr. Der Unterrichtsausfall erschwere die Prüfungsvorbereitung: «Online-Schooling ist einfach nicht wie richtiger Unterricht», sagt Vysnan. Anstatt einer Abschlussprüfung fordern die Schüler: «Jede Schülerin und jeder Schüler schweizweit erhält in diesem Jahr ein sogenanntes Durchschnittszeugnis. Hierfür wird ein Durchschnitt der letzten fünf oder sieben Semester errechnet und als Abschlussnote festgelegt. Bei einer erwünschten Verbesserung der Note kann eine mündliche Leistung in einzelnen Prüfungsfächern erbracht werden.» Das Staatssekretariat für Forschung und Innovation (SBFI) hat die Petition zur Kenntnis genommen. Tiziana Fantini vom SBFI: «Die Verbundpartner der Berufsbildung sind momentan daran, eine Lösung für die Qualifikationsverfahren zu erarbeiten.» Für die Forderungen der Schüler sieht die Anwältin Senta Cottinelli eher geringe Chancen: «Dass auf Prüfungen gänzlich verzichtet wird, erachte ich aus rechtlicher Sicht als heikel und unwahrscheinlich.» Sie empfiehlt den Bildungsinstitutionen, alternative Prüfungsformen zu suchen oder den Schülern allenfalls eine Auswahl von Prüfungsformen anzubieten.

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Wegen des Coronavirus sind schweizweit die Schulen geschlossen. Besonders hart trifft das Schüler von Mittelschulen, Gymnasiasten und Berufsschulen, die im Frühling ihren Abschluss machen wollen.

Dies hat eine Gruppe von Schülern der WMS Basel zum Anlass genommen, um in einer Petition die Absage aller Abschlussprüfungen zu fordern.

Verunsicherte Schüler

«Jetzt ist die wichtigste Phase in der Prüfungsvorbereitung», sagt Vysna Saravanamuthu, Mitinitiator der Petition, zu 20 Minuten. Und gerade jetzt sei die Schule geschlossen und alles sei unklar. «Die Schule ist, wie wir, überfordert mit der Situation und dem weiteren Vorgehen. Werden die Prüfungen verschoben? Müssen wir doch antraben? Niemand kann uns momentan Antwort geben», sagt der 18-Jährige. Also hat er sich mit seiner Kollegin Damaris Weber und weiteren Mitschülern entschlossen, selbst aktiv zu werden.

Auf Instagram erklären die Schüler, dass sie eine Durchführung der Prüfungen aus gesundheitlichen Gründen für falsch hielten. Zudem sei durch den Unterrichtsausfall die Prüfungsvorbereitung erschwert.

24'000 Unterschriften in einem Tag

Anstatt einer Abschlussprüfung lautet die Forderung der Schüler: «Jede Schülerin und jeder Schüler schweizweit erhält in diesem Jahr ein sogenanntes Durchschnittszeugnis. Hierfür wird ein Durchschnitt der letzten fünf oder sieben Semester errechnet und als Abschlussnote festgelegt. Bei einer erwünschten Verbesserung der Note kann eine mündliche Leistung in einzelnen Prüfungsfächern erbracht werden.»⁠

Das Staatssekretariat für Forschung und Innovation (SBFI) hat die Petition zur Kenntnis genommen. Tiziana Fantini vom SBFI: «Die Verbundpartner der Berufsbildung sind momentan daran, eine Lösung für die Qualifikationsverfahren zu erarbeiten.»

Die Schüler waren überrascht, dass ihre Petition rasch auf grossen Anklang traf. «Wir erhielten sehr schnell um die 500 oder 600 Nachrichten, die uns zeigten, dass wir nicht allein sind», sagt Damaris Weber. «In weniger als einem Tag hatten wir bereits 24'000 Online-Unterschriften zusammen. Als Nächstes wollen wir in einem offenen Brief an den Bundesrat unsere Forderungen konkretisieren.»

Pragmatische Lösungen gefordert

Für die Forderungen der Schüler sieht die St. Galler Anwältin Senta Cottinelli eher geringe Chancen: «Dass auf Prüfungen gänzlich verzichtet wird, erachte ich aus rechtlicher Sicht als heikel und unwahrscheinlich. Einerseits bin ich überzeugt, dass nicht alle Schüler damit einverstanden wären, und andererseits könnte dies als eine Verletzung der Rechtsgleichheit eingestuft werden.»

Das Coronavirus schaffe aber eine noch nie da gewesene Situation, bezüglich derer man nun pragmatische und rechtlich korrekte Lösungen finden müsse. Sie empfiehlt den Bildungsinstitutionen, alternative Prüfungsformen zu suchen oder den Schülern allenfalls eine Auswahl von Prüfungsformen anzubieten. «Dies erfordert aber Aufwand, Pragmatismus und einen entsprechenden Willen aufseiten der Bildungsinstitutionen», sagt Cottinelli. Sie ist sich sicher, dass diese Situation auch bildungsrechtlich noch viele komplexe Fragen aufwerfen wird.

Cottinelli meint, dass auch die Bildungsinstitutionen vor grossen Herausforderungen und unter hohem Druck stehen würden: «Unüberlegte Handlungen und Äusserungen können in der derzeitigen Situation zu heftigen Gegenreaktionen führen.» Die Schüler wollen nicht auf ihren Forderungen beharren. Vysnan Saravanamuthu: «Wir sind offen für andere Vorschläge.»

(nke)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • mine am 25.03.2020 17:35 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach mal laut gedacht

    Man könnte ja auch lernen ohne dass eine Prüfung auf einen wartet. Falls eine kommt wäre man vorbereitet und falls nicht hätte man doch etwas gelernt. Man sitzt ja sowieso nur zu Hause.

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  • Roger Burger am 25.03.2020 19:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wo ish d'menschlichkeit ?

    Alls e ältere Maa stelli mir do halt eifach numme d'frog wo ish denn die ganzi menschlichkeit ? Welle Bueb oder Meitli wo vor 2-3 Johr abgschlosse het würd hüt Abschlussprüefig bestoh, wenn me sie jetzte nommol würd schriebe ? Die Lehrling und Schüeler stönd vorem end vo ihrer Usbildig. Das wichtigste was me brucht lernt me in de Praxis. Unsere Wirtschaft wird's mit besser Go wenn e Dutzend schüeler durekeie ! Sind doch eifach echli menschlich und gönnet das de junge.

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  • brian steiner am 25.03.2020 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Problem

    Nicht nur Theorie fällt aus sondern uns fehlt au die Praxis. Wie sollen z.B. Koch Lernende oder andere Handwerklernende jetzt sich für Prüfungen Praktisch vorbereiten wenn alle Betriebe zu sind?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • a.k am 27.03.2020 00:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    blödsinn

    das ist total schwachsinnig! als ich vor 2 jahren meine lap hatte, war ich bereits im feburar bereit, die abschlussprüfungen zu schreiben. die sind einfach faul...

  • Mark, 28 am 26.03.2020 22:58 Report Diesen Beitrag melden

    Peinliche Jugendliche

    Unreife Jammerigesellschaft

    • Niklaus am 27.03.2020 00:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mark, 28

      Die einzigen, die jammern seid Ihr! Es ist erschreckend, wie rücksichtslos einige Erwachsene sind. Vielleicht sollten Sie sich mal in die Lage der Lernenden versetzen, um wenigstens einigermassen zu verstehen, wie schwierig diese Situation gerade ist. Die Anforderungen steigen stetig und sind längst nicht mehr jene von früher. :-)

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  • Jonni Murxirer am 26.03.2020 19:36 Report Diesen Beitrag melden

    Dieser Gimi/Kanti Jahrgang

    sollte ganz normal die Prüfungen machen, so wie es alle vor ihnen taten. AufdieseWeise qualifizieren sie sich für das naächste höhere Schuliar, so wie es alle anderen auch taten. Wenn nun manche hald lieber die Schule schwänzten, dan ist es hald ihr Problem, wenn sie sich das wissen nicht aneigneten um in die nächst höhere Klasse zu gehen. Jemand der das Vorwissen nicht hat um in eine höhere Klasse zu gehen, wirt die höhere klasse meist sowiso nicht schaffen. Bsp.: wenn sie die Mate Vor Kentnisse nicht haben um die nächst höhere Klasse zu absolvieren, so werden sie sie nicht schaffen, sorry.

    • Mensch am 26.03.2020 20:13 Report Diesen Beitrag melden

      Ich bin mir nicht sicher...

      ob ihr Kommentar mit diesen vielen Schreibfehlern nur Satire sein soll oder ob Sie so tatsächlich anderen Menschen etwas über Bildung erzählen wollen.

    • Nicht Normal am 26.03.2020 23:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Jonni Murxirer

      Sie wollen uns etwas von Bildung erzählen, aber sind nicht in der Lage drei Wörter richtig zu schreiben.

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  • lernen im fernuntericht! klappt net am 26.03.2020 19:34 Report Diesen Beitrag melden

    Lernende und Maturanten verstehen mich

    Es ist uns Lernenden und Maturanten gegenüber unfair, keinen regulären Unterricht erhalten zu können, alles selbstständig erarbeiten zu müssen nur um dann eine Prüfung zu schreiben, die von einem regulären Stundenplan ausgeht und darauf ausgelegt ist. Die Änderungen beeinflussen uns mehr als sie es sich vorstellen können und auch in Ansicht auf die Pandemie ist eine Abschlussprüfung nicht sinnvoll. Wir Schüler verpassen mehr als 1 Monat Schule! Auch Sprachaufenthalte wurden abgesagt. Alle QV-Vorbereitungskurse wurden eingestellt. Es muss eine Lösung hin

  • MrPacman13 am 26.03.2020 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    die Erwachsene Kinder

    HomeOffice ? QV 2021 ? 1 Jahr halt fürd Füchs doch wer het mit dem Gerechnet ? Süscht wett Ech auh 100% Lohn ned 80% :D

    • Leo am 26.03.2020 18:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @MrPacman13

      Ach kommen sie und wie geht das mit einem internationalen studium ?

    • MrPacman13 am 26.03.2020 19:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Leo

      Daran allein ist die Globalisierung Schuld...müssen Sie halt Ein Zwei Jahr Später an die Prüfung, jeder muss halt in so Zeiten Opfer bringen...wäre auch Lieber zuHause aber stehe trotzdem jeden Tag auf und gehe zu Arbeit...

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