Ab ins Bundeshaus

19. Januar 2011 19:10; Akt: 20.01.2011 10:16 Print

Diese TV-Promis wurden bereits Politiker

Dank TV-Prominenz in den Nationalrat: Was Tagesschau-Moderator Matthias Aebischer möchte, ist anderen längst gelungen. Immer mehr Promis drängen ins Bundeshaus.

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Im beginnenden Wahlkmapf greifen die Parteien auf eine alte Taktik zurück: Sie spannen TV-Stars und Prominente vor den Karren und buhlen so um Wählerstimmen.

So setzt etwa die Berner SP auf den 43-jährigen Matthias Aebischer. Seine Chancen sind durchaus intakt. Fernsehleute wie Filippo Leutengger (FDP) oder Maximilian Reimann (SVP) schafften den Sprung vom Bildschirm ins Rampenlicht des Bundeshauses locker. Auch andere aus Medien bekannte Persönlichkeiten möchten vom Promi-Bonus profitiern.


Matthias Aebischer*, Sie verlassen das Schweizer Fernsehen und lassen sich für die SP Bern auf die Nationalratsliste ­setzen. Wie kommt das?
Matthias Aebischer: Einerseits bin ich ein Kind von politisch sehr aktiven SP-Eltern. Andererseits bin ich nach 20 Jahren Journalismus für eine Veränderung bereit.

Warum kandidieren Sie gerade für die SP?

Die SP hat ganz klar die edelsten Anliegen aller Parteien: Sie fördert eine soziale und umweltverträgliche Wirtschaft, forciert Investitionen in die Bildung und unterstützt den Mittelstand.

Sind Sie also der lebende Beweis, dass Paul Accolas Aussage, beim SF arbeiteten nur Linke, stimmt?
Die letzten Journalisten, die vom SF in die Politik wechselten, engagieren sich in bürgerlichen Parteien. Von daher lässt sich das so nicht generalisieren.

Wo setzen Sie politische Schwerpunkte?
Mein Fokus liegt auf dem Mittelstand. Die Banken- und die Wirtschaftskrise haben gezeigt, dass das Volk am Schluss die Zeche zahlt. So geht es nicht!

Denken Sie, Ihr breiter Bekanntheitsgrad wird Ihnen zu einem Wahlsieg verhelfen?
Die Bekanntheit ist im Wahlkampf nur das eine. Meine Aufgabe wird es nun sein, mich als Politiker zu profilieren und meine Positionen bekannt zu machen.

Was, wenn Sie nicht gewählt werden?
Ein Sportler, der ins Rennen geht und schon überlegt, was er beim Scheitern tut, der soll zu Hause bleiben. Ich sehe das für die Politik auch so und schätze meine Chance auf 50:50.

*Matthias Aebischer moderierte unter anderem
die «Tagesschau», den «Kassensturz» und den «Club». Der 43-Jährige ist ab sofort nicht mehr am Fernsehen zu sehen.

(Interview: Deborah Sutter)

(uwb)