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07. Mai 2019 10:56; Akt: 07.05.2019 10:56 Print

Diesen Winter gab es 299 Lawinen und 19 Tote

Im letzten Winter haben die Neuschneemengen teilweise Messrekorde gebrochen. 19 Personen starben in Lawinen, fast alle waren Wintersportler.

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Ein 31-jähriger Snowboarder wird in Davos von einer Lawine verschüttet. Er verstirbt einen Tag später im Spital. Ein 56-jähriger Skitourenfahrer wird in Flumserberg SG von einer Lawine verschüttet und verstirbt daraufhin im Spital. Im Gebiet Hoch Fulen / Griesstal / Rot Grat geht eine Lawine nieder, die zwei Personen erfasst. Eine 43-jährige Frau erliegt wenige Tage später ihren Verletzungen. (Symbolbild) Ein 27-jähriger Slowake kommt im Gebiet Val d'Es-cha im Kanton Graubünden unter eine Lawine. Er kann wegen der Lawinengefahr erst drei Tage später tot geborgen werden. Im Skigebiet «Croset» werden zwei Patrouilleure von einer Lawine erfasst. Ein 24-jähriger Schweizer kann trotz sofort eingeleiteter Rettung nur tot geborgen werden. In der Region Nendaz VS kommt eine 20-jährige Schwedin ums Leben. Eine Lawine hatte eine Gruppe von Skifahrern, mit der sie unterwegs war, erfasst. Ein 55-jähriger Wanderer stirbt an den Folgen der Verletzungen, die er sich nach einem Lawinenniedergang in den Freiburger Voralpen zugezogen hatte. Bei einem Lawinenniedergang in der Region Château-d'Oex VD werden sieben Skiwanderer erfasst. Ein 39-jähriger Franzose stirbt. Ein Paar wird auf einer Skitour im Berner Oberland von einer Lawine verschüttet. Drittpersonen können die Frau retten, der Mann stirbt in den Schneemassen. Ein 59-jähriger Schneeschuhwanderer stirbt im Kanton Freiburg nach einem Lawinenabgang. Er war alleine im Gebiet unterwegs. Am Niesen im Berner Oberland geht eine Lawine nieder. Ein 27-jähriger Mann aus dem Kanton Bern wird geborgen, stirbt aber wenige Stunden später im Spital. Ein 52-jähriger Mann löst auf dem Berg Märe in der Gemeinde Plaffeien FR eine Lawine aus, die ihn 600 Meter in die Tiefe reisst. Er stirbt kurz nach seiner Bergung im Spital. Eine Lawine geht auf eine Skipiste im Skigebiet Crans-Montana nieder. Ein 34-jähriger Pisten-Patrouilleur der lokalen Bergbahnen wird verschüttet und stirbt. Ein 60-jähriger Walliser stirbt im Gebiet «Vordere Grindjelwald». Er wird von Rettungskräften tot im Bachbett der Turtmänna gefunden. Dort ging zuvor eine Lawine nieder. Vier Skitourengänger werden in Malaluy VS von einer Lawine erfasst, ein 37-jähriger Waadtländer verstirbt dabei. Eine Gruppe von Skitourengängern aus Deutschland gerät am 26. April in Fieschertal VS in eine Lawine. Die vier Verschütteten können einen Tag später nur noch tot geborgen werden. (Archiv) Die deutschen Staatsangehörigen waren von der ... ... Finsteraarhornhütte aus aufgebrochen. Ihr Ziel war die ... ... Konkordia Hütte. Die Lawine ging in der Grünhornlücke nieder. Wie ein Retter erzählt, wurden die Personen von der Lawine überrollt. Sie hatten keine Chance. Das Bild zeigt den Aletschgletscher oberhalb von Fieschertal. (Archiv)

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Der vergangene Winter 2018/19 hat den nördlichen Gebieten in den Schweizer Alpen Schnee in Massen beschert. Die riesigen Mengen liessen die Lawinengefahr auf die höchste Stufe ansteigen. 19 Personen verloren ihr Leben in Lawinen.

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Wie das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos in dem am Dienstag publizierten Winterrückblick schrieb, fiel vom 12. bis 14. Januar am Alpennordhang mehr als ein Meter Schnee, von den Urner bis in die St. Galler Alpen und im nördlichen Prättigau sogar mehr als eineinhalb Meter.

Besonders im Osten hätten die Niederschläge im Januar Messrekorde gebrochen. An vielen Stationen in Liechtenstein und Nordbünden habe es entweder die zweithöchsten oder die höchsten Neuschneemengen gegeben, die je innerhalb von zehn Tagen gemessen worden seien.

Sehr grosse Lawinengefahr

Diese grossen Neuschneemengen und stürmischer Wind führten laut SLF dazu, dass am 14. Januar in weiten Teilen der Schweizer Alpen vor «sehr grosser» Lawinengefahr – der höchsten von fünf Warnstufen – gewarnt wurde. In dieser Zeit gingen viele Lawinen nieder.

Wie bereits im Winter 2017/18 bewährten sich gemäss SLF die baulichen Schutzmassnahmen, die Gefahrenzonenkarten und die Arbeit der Lawinendienste. Es entstanden ausschliesslich Sachschäden.

In der zweiten Februarhälfte, die warm und trocken war, herrschte eine allgemein günstige Lawinensituation. Gleitschneelawinen bildeten die Hauptgefahr.

Fast 300 Lawinen – Opfer vor allem Sportler

299 Lawinen wurden dem SLF bis Ende April gemeldet. Sie verursachten nicht nur Sachschäden: 19 Personen verloren ihr Leben. Im Durchschnitt der letzten zwanzig Jahre verstarben im Winterhalbjahr 21 Personen in Lawinen.
Mit einer Ausnahme handelt es sich im letzten Winter bei allen Lawinenopfern um Wintersportler, die sich im ungesicherten Gelände aufhielten. In Crans-Montana im Wallis kam ein Pistenpatrouilleur während der Arbeit auf der Piste in einer Lawine ums Leben.

Dem SLF zufolge auffällig ist die Häufung von sechs tödlichen Unfällen am westlichen Alpennordhang. Sie seien auf eine über längere Zeit ungünstig aufgebaute Schneedecke zurückzuführen, was für diese Region eher aussergewöhnlich gewesen sei.

Das SLF betont, Schnee- und Bergsportler sollten die Lawinengefahr auch im Frühling und Sommer beachten. Das Lawinenbulletin erscheine bis auf weiteres täglich am späteren Nachmittag.

(vro/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • LVS@ch am 07.05.2019 11:45 Report Diesen Beitrag melden

    Nur 220 Lawinen?

    Wohl eher 220 Lawinen, die Personen erfassten. Es werden insgesamt wohl zehntausende Lawinen sein.

  • Schneemann am 07.05.2019 11:41 Report Diesen Beitrag melden

    Einige mehr

    299 Lawinen wurden dem SLF gemeldet, im Titel heisst es : es gab 299 Lawinen! In Wirklichkeit könnte man wohl 1 - 2 Nullen anhängen!

  • Don Logan am 07.05.2019 12:03 Report Diesen Beitrag melden

    Traurig aber wahr

    Die Leute die in Lawinengebiete gehen, ohne Schutz und Vorsichtsmassnahmen sind selber schuld, wenn sie verschüttet werden.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Heinz Meier am 08.05.2019 08:37 Report Diesen Beitrag melden

    EU hilft

    Verbietet doch die Lawinen genau sowie Waffen. Das Tötungsrisiko ist viel zu gross. Kann die EU da nicht ein Gesetz entwickeln

  • ABr am 07.05.2019 19:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Danke

    und .... ps. den Rest liegen lassen, die Tauen im Frühjshr von selber auf. Nur so lernen sies

    • Ticino1 am 08.05.2019 11:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @ABr

      Sie, d.h. die verschütteten Toten lernen es sicher nicht mehr. Aber die andern risikoreichen Leute sollten es lernen.

    einklappen einklappen
  • Aschi am 07.05.2019 16:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Riskmanagement

    Alkohol, Tabak, Fehlernährung, Bewegungsmangel, Umweltbelastung, Verkehr, sind die häufigsten Todesursachen. Hunderttausende erfahren in den Bergen Freude, bleiben gesund und ersparen der Allgemeinheit dadurch Kosten mehrer Milliarden. Risikofreude gepaart mit Riskmanagement haben die Menschheit weitergebracht. Bergsteigen ist ein geeignetes Spiel um positives Verhalten zu üben, wem Denken Spass macht dabei. Mit prozentual sehr wenigen Verlusten muss gerechnet werden. Unser Beileid den Angehörigen Bergtoten.

  • Bundesgericht am 07.05.2019 15:44 Report Diesen Beitrag melden

    Geht gar nicht!

    Einer starb auf einer geöffneten Skipiste.

  • Pius K. am 07.05.2019 15:42 Report Diesen Beitrag melden

    wie jedes Jahr

    ja aber sorry, die meisten Todesfälle wären zu verhindern gewesen, wenn die Leute sich korrekt benommen hätten und nicht abseits der Pisten gefahren/gewandert wären. Tut mir zwar leid für die Leute, aber so ist es eben wenn man nicht hören will und Dummheiten macht. Noch mehr leid tun mir allerdings die Helfer, welche diese Leute dann bergen müssen und damit sich selber in Gefahr begeben müssen.