Abacha-Gelder

18. Juni 2010 12:29; Akt: 18.06.2010 14:41 Print

Diktatorensohn in der Schweiz verurteilt

Genfer Richter verurteilen Abba Abacha, Sohn des ehemaligen nigerianischen Diktators, als Mitglied einer kriminellen Organisation.

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Das Genfer Polizeigericht verurteilte den 41-Jährigen Abba Abacha am Freitag zu einer bedingten Gefängnisstrafe von 24 Monaten. Laut Gerichtsurteil muss Abacha zudem die Verfahrenskosten übernehmen. Die von Genf im letzten Jahr beschlagnahmten Gelder erhält Abacha nicht zurück.

Es handelt sich um rund 350 Millionen Dollar, die auf ausländischen Konti platziert waren. Vielmehr sollen die Millionen zurück an Nigeria gehen. Dazu muss der afrikanische Staat einen entsprechenden Antrag an den Kanton Genf stellen.

Mit seinem Entscheid bestätigte das Genfer Polizeigericht das Urteil der ersten Instanz. Zugleich verschärfte es das Strafmass. Der Genfer Generalstaatsanwalt Daniel Zappelli bezeichnete das Urteil als «sehr befriedigend». Die Anwälte Abachas liessen hingegen durchblicken, dass sie Rekurs einreichen werden. Abacha hält sich zurzeit in Nigeria auf.

Abacha-Clan schaffte 2,2 Millionen ausser Landes

Der Abacha-Clan hatte während der Herrschaft von Sani Abacha - Vater von Abba Abacha - in der Zeit zwischen 1993 und 1998 schätzungsweise 2,2 Milliarden Dollar ausser Landes gebracht. Nach dem Tod ihres Vaters kontrollierten Abba Abacha und sein Bruder Mohammed einen grossen Teil dieses Geldes.

1999, ein Jahr nach dem Ableben des Diktators, hatte Nigeria die Schweiz um Rechtshilfe ersucht, um so die Gelder zurück zu bekommen. Bis heute zahlte die Schweiz dem afrikanischen Staat rund 600 Millionen Dollar zurück.

Im letzten November verurteilte der Genfer Untersuchungsrichter Yves Aeschlimann den Abacha-Sohn. Dieser legte gegen das Urteil Berufung ein.

(sda)