Abgewiesene Tunesier

11. Dezember 2011 15:44; Akt: 11.12.2011 15:44 Print

Drei Viertel tauchen unter

Statt nach Italien zurückzukehren, verschwindet die Mehrheit der abgewiesenen Asylbewerber aus Tunesien. In den vergangen elf Monaten wurden 426 überstellt - geplant waren 1815.

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Gemäss Dublin-Abkommen sollten sie nach Italien zurückkehren, doch über drei Viertel der Asylbewerber aus Tunesien entwischen den Schweizer Behörden und tauchen unter. Zwischen Januar und November 2011 leitete das BFM 1815 Überstellungen von Tunesiern ein – lediglich 426 wurden effektiv umgesetzt, berichtet die «SonntagsZeitung». Die Rückführungsquote entspricht damit 23,5 Prozent. Der Durchschnitt erfolgreicher Dublin-Überstellungen aller Asylbewerber lag bei rund 40 Prozent.

Der Grund für die tiefe Überstellungs-Quote ist gemäss Eveline Gugger Bruckdorfer, Vizedirektorin des BFM und verantwortlich für den Direktionsbereich Asyl und Rückkehr, das Verhalten der Tunesier: «Wenn den Personen der Entscheid mitgeteilt wird, dass sie ins Dublin-Erstland zurück müssen, tauchen sehr viele unter. Dann können Kantone und Bund die Überstellung nicht umsetzen.» Ob sie anschliessend in der Schweiz weiterleben oder in ein anderes Land weiterreisen, ist unklar. Gemäss Gugger bleibe wohl ein Teil weiter in der Schweiz.

(amc)