«Mohammed»

07. September 2014 09:19; Akt: 07.09.2014 09:19 Print

Dschihadist trickst Schweizer Fahnder aus

«Mohammed» gilt als zentrale Figur in der Schweizer Dschihad-Szene. Seit zwei Jahren ist er auf sozialen Medien aktiv. Die Schweizer Behörden sind offenbar überfordert.

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Der Dschihadist, der sich Mohammed nennt, verbreitet in der Schweiz IS-Propaganda. Die Fahnder können ihm nicht habhaft werden. (Bild: Keystone/Salvatore di Nolfi)

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«Mohammed» verbreitet seit Monaten immer extremere Fotos, Videos und Kommentare im Netz – so auch die Filme der Enthauptungen der beiden US-Journalisten James Foley und Steven Sotloff. Seit zwei Jahren ist die zentrale Figur der Schweizer Dschihad-Szene auf sozialen Medien aktiv und wird immer radikaler. In einer Internetkonversation gab er an, selbst in den Dschihad ziehen zu wollen.

Dennoch ist es den Schweizern Behörden nicht gelungen, den bürgerlichen Namen von «Mohammed» herauszufinden. Sie konnten ihn lediglich in der Region Neuenburg verorten, berichtet die «SonntagsZeitung». «Mohammed» weiss offenbar von der Suche nach ihm. So postete er auf Facebook den Namen und Telefonnummer des Neuenburger Polizeikommandanten Pascal Luthi.

Vier Verfahren gegen Dschihadisten

Der Bundesanwalt Michael Lauber sagt zur Zeitung, Schweizer Dschihadisten bereiteten ihm Sorgen. Vor allem die von ihnen verbreitete Propaganda sei gefährlich. Auch wenn er wüsste, wer hinter dem Profil von «Mohammed» steckt, viel könnte er nicht unternehmen. Auch an der Ausreise könnte man ihn und Gleichgesinnte kaum hindern: «Nur wenn wir ihnen hier nachweisen können, dass sie eine Terrororganisation finanziell oder anderweitig unterstützen. Aber auch dann bleiben sie nicht lange in Haft», so Lauber.

Zurzeit seien vier Verfahren gegen Dschihadisten, die nach Syrien reisten, am Laufen. «Wir ermitteln in diesen Fällen wegen dem Verdacht der Unterstützung einer kriminellen Organisation und wegen finanzieller Zuwendung für eine Terrorgruppe», sagt Lauber zur «SonntagsZeitung».


(woz)