Einsatzfahrt

11. Juli 2014 17:00; Akt: 11.07.2014 17:00 Print

Durch die Stadt gerast – Polizist verurteilt

Ohne Blaulicht raste ein Polizist auf dem Weg zu einem Einsatz durch Lausanne. Nun muss er wegen Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetzt eine Busse zahlen.

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Eine Patroullie stoppte den Polizisten auf seiner Fahrt zum Einsatz. (Bild: Keystone/Laurent Gillieron)

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Das Lausanner Strafgericht hat am Freitag einen Polizisten wegen mehreren Verstössen gegen das Strassenverkehrsgesetz schuldig gesprochen. Er wurde zu einer bedingten Geldstrafe von fünf Tagessätzen verurteilt. Der Polizist hatte auf dem Weg zu einem Einsatz zwei Rotlichter überfahren.

In einem zivilen Polizeifahrzeug fuhr er massiv zu schnell und kreuzte beim Überholen auch eine Sicherheitslinie. Eine Polizeipatrouille nahm die Verfolgung auf. Dass sie einen Kollegen verfolgten, bemerkten sie erst, nachdem sie das Auto angehalten hatten.

Einsatz erfolgreich

Beim Polizeieinsatz konnte schliesslich eine Lieferung von fünf Kilo Heroin beschlagnahmt werden. Die Staatsanwaltschaft warf dem Polizisten vor, sein Blaulicht nicht eingesetzt zu haben. Rückendeckung gab es im Prozess von der Polizeiführung.

Es sei gerechtfertigt gewesen, dass er das Blaulicht nicht eingeschaltet habe, damit die in der Nähe wohnhaften Kriminellen nicht aufgeschreckt würden, sagte im Prozess der stellvertretende Kommandant der Kantonspolizei Waadt.

Verteidigung erwägt Rekurs

Nach Ansicht des Einzelrichters stellt das Überfahren von Rotlichtern jedoch eine «schwere Verletzung» der Verkehrsregeln dar. Im Urteil wurde dem 29-jährigen Polizisten zugleich eine «sehr leichte Schuld» anerkannt.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine bedingte Geldstrafe von zehn Tagen gefordert. Die Verteidigung bezeichnete den Schuldspruch als «inakzeptabel und skandalös». Sie erwägt, Rekurs einzulegen.

(sda)