Debatte um Regulierung

29. März 2019 04:48; Akt: 29.03.2019 09:39 Print

Rauchen von E-Zigis soll im Restaurant erlaubt sein

Jeder zweite Fünfzehnjährige hat schon einmal an einer E-Zigarette gezogen. Das entfacht die Debatte neu, wie E-Zigis reguliert werden sollen.

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E-Zigaretten und Verdampfer boomen bei Jugendlichen: Laut einer neuen Studie von Sucht Schweiz hat mindestens die Hälfte der 15-Jährigen mindestens an einer gezogen, bei den jungen Frauen ist es ungefähr ein Drittel. Die Hauptgründe: «Neugierde» und «weil ich es mag».

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Soll der Konsum von E-Zigaretten in Restaurants und im ÖV erlaubt werden?

Eine weitere aktuelle Studie aus den USA zeigt zudem: 32 Prozent der College-Studenten besitzen eine E-Zigarette, und 50 Prozent haben schon beobachtet, wie andere in der Vorlesung oder in der Bibliothek gedampft haben.

Es stellt sich die Frage: Wo sollen Dampfer ihrer Sucht frönen dürfen? Das Schweizer Parlament muss den Verkauf oder die Anwendung von E-Zigaretten erst noch gesetzlich regeln.

E-Zigis in Restaurants und ÖV

«Studien beweisen, dass E-Zigaretten sowohl für den Konsumenten als auch für Dritte viel weniger schädlich sind als herkömmliche Zigaretten», findet SVP-Nationalrat Sebastian Frehner. Deshalb müsse man versuchen, diese gesünderen Alternativen zur herkömmlichen Zigarette zu fördern. «E-Zigaretten und Heat-not-burn-Produkte müssen somit gesetzlich gesondert behandelt werden», meint Frehner weiter.

Er sehe kein Problem, wenn E-Zigaretten in der Öffentlichkeit oder in geschlossenen Räumen konsumiert werden. «E-Zigaretten sind für Passivraucher nicht gefährlich. Ich sehe deshalb keinen Grund, das Rauchen von E-Zigaretten in Restaurants oder im Zug zu verbieten.»

Gleicher Meinung ist auch Rico Daniel, Inhaber von e-smoking.ch: «E-Zigaretten sollen überall erlaubt sein, denn ihr Dampf ist nachweislich nicht gesundheitsschädigend. Natürlich ist es jeder Haus- oder Schulverordnung vorbehalten, diesbezüglich eigene Vorschriften zu erlassen, aber gesetzliche Einschränkungen auf kantonaler und nationaler Ebene braucht es nicht.»

«Tatsächlich sind Verdampfer und E-Zigaretten weniger schädlich als herkömmliche Zigaretten, da weniger Feinstaub und wahrscheinlich auch weniger krebserregende Substanzen entstehen», sagt Werner Karrer, Facharzt für Lungenerkrankungen und Innere Medizin. Auch bei der Rauchentwöhnung könnten solche Produkte helfen. «Wenn ein Patient das will, ist es einen Versuch wert.» Studien zeigten aber, dass die meisten Dampfer daneben weiter Tabak rauchten, was den Erfolg wieder zunichtemache.

Dampfen gemäss Hausordnung

«E-Zigaretten produzieren keinen Rauch, sondern Dampf. Passiv Dampf ist nachweislich frei von Nikotin und deshalb für Mitmenschen nicht schädlich», findet Rachel Jossen, Geschäftsführerin von Red Vape. Deshalb fordert sie im Gegensatz zu den vielen Verboten mehr Ausnahmen. «Es ist essenziell, dass das Dampfen in E-Zigaretten-Shops erlaubt bleibt. Nur so können Raucher im Sinne der Schadensminimierung von Tabakrauch wegkommen.»

Im Rahmen des Lebensmittelgesetzes soll es laut Jossen auch erlaubt sein, in Restaurants und Bars zu dampfen. «E-Zigaretten sind für solche Betriebe eine grosse Chance. Denn andere Gäste werden durch den Dampf in ihrer Gesundheit nicht beeinträchtigt.» Insgesamt sei es im Alltag aber wichtig, dass beim Dampfen Rücksicht auf die Mitmenschen genommen werde. «So soll es jedem vorbehalten sein, in der Hausordnung das Dampfen zu erlauben oder nicht.»

E-Zigi-Verbot an öffentlichen Plätzen

«Es ist richtig, dass Tabakrauchen an öffentlichen Orten, am Bahnhof oder im Zug verboten ist», findet Lungenarzt Karrer. Für Dampfer sollte es keine weiteren Ausnahmen geben. «Der Dampf stört nicht nur und ist für den Geruchssinn der Mitmenschen teilweise unerträglich, die Passivrauch-Risiken sind zudem kaum erforscht.» Zwar sei die Feinstaubbelastung des Umfelds bei Dampfern wohl nicht so gross. Hier brauche es aber Ergebnisse aus Langzeitstudien.

Diese Haltung teilt SP-Nationalrat Angelo Barrile. E-Zigaretten und Heat-not-burn-Produkte sollten deshalb wie herkömmliche Zigaretten dem Tabakproduktegesetz unterworfen werden, fordert er. «Ich bin ganz klar für eine Altersbegrenzung von 18 Jahren. Allerdings ist Prävention genauso wichtig.» Damit Jugendliche E-Zigaretten nicht als harmlose Produkte wahrnehmen, brauche es griffige Massnahmen wie zum Beispiel ein Werbeverbot aller Tabak- beziehungsweise Nikotinprodukte, so Barrile.

Auch für den Konsum sollen die gleichen Regeln gelten: «Alle Nikotinprodukte müssen gleich behandelt werden. Es braucht in geschlossenen Räumen genauso ein E-Zigaretten-Verbot, wie es dieses für herkömmliche Zigaretten gibt.» Es könne nicht sein, dass Passivraucher auf öffentlichen Plätzen, in Schulen oder im ÖV von potenziell schädlichen Dämpfen betroffen seien.

(mm/pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • NA am 29.03.2019 05:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gar kein rauchen

    Richtig: «Der Dampf stört nicht nur und ist für den Geruchssinn der Mitmenschen teilweise unerträglich, die Passivrauch-Risiken sind zudem kaum erforscht.» Es gibt keine "gesünderen Alternative" ausser man lässt es sein. Wer süchtig ist und davon nicht abkommen will soll andere bitte nicht belästigen.

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  • Didi Radler am 29.03.2019 05:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein Unterschied

    Gehts noch, so ein Schwachsinn, unglaublich für mich gibt es keinen Unterschied! Auch Dampfen soll in Restaurants und überall wie rauchen verboten bleiben!

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  • noname am 29.03.2019 05:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    E-Zigaretten sind Zigaretten

    E-Zigaretten sind Zigaretten und sollen nicht anders als diese behandelt werden. Rein schon die Diskussion darüber ist müßig.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Bolero80 am 31.03.2019 10:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gastronom

    In meinem Restaurant wird es nicht erlaubt sein. Rauch entsteht fast mehr und der Geruch ist auch nicht jeder Mann Sache

  • Herr Max Bünzli nicht Raucher am 30.03.2019 16:20 Report Diesen Beitrag melden

    genau

    E-Ziggis sollten überall erlaubt sein. alles andere ist Schulmeisterei vom tiefen Niveau.

  • Martial2 am 30.03.2019 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Für alle Dasselbe...

    Wenn schon Rauchverbot im Restaurant, dann auch für diese kuriosen E-Paffer. Das hat über den Teller nichts zu suchen!

  • h.schilling am 30.03.2019 04:32 Report Diesen Beitrag melden

    Dampfer nein Danke

    Im Zug oder im Restaurant neben einem Dampfer sitze ich nie und nimmer. Ist auch eine Belästigung wenn man von diesem Qualm umgeben ist, auch wenn es nicht schädlich ist.

  • Wagner am 30.03.2019 03:33 Report Diesen Beitrag melden

    Bernd

    E Zigaretten werden von der Tabakindustrie gleichgesetzt eine Frechheit ;alles was gesünder ist wird runtergesetzt