Coronavirus

29. Januar 2020 20:38; Akt: 29.01.2020 20:38 Print

ETH verordnet China-Rückkehrern Homeoffice

ETH-Mitarbeitende, die in China waren, müssen eine Woche zu Hause arbeiten. Andere Schweizer Firmen gehen ähnlich vor.

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Die ETH verordnet ETH-Angehörigen oder neuen Mitarbeitenden, die aus China in die Schweiz zurückkehren, wegen des Coronavirus sieben Tage Homeoffice. Das bayerische Gesundheitsministerium informierte über ersten Coronavirus-Fall in Deutschland. Ein 33-jähriger Firmenangestellter habe sich bei einem chinesischem Gast angesteckt. Im Zürcher Triemlispital befanden sich zwei Personen in Quarantäne. Das Coronavirus konnte in der Zwischenzeit bei ihnen ausgeschlossen werden. Die beiden grössten Vergnügungsparks in Hongkong, Disneyland und Ocean Park, schliessen wegen des Virus ab Sonntag ihre Pforten. (26. Januar 2020) Sicherheitspersonal in Schutzanzügen misst die Körpertemperatur von Passagieren am Eingang einer U-Bahnstation in Peking, China. (25. Januar 2020) Hongkong hat den «Virus-Notstand» ausgerufen. Sämtliche öffentlichen Neujahrsfeiern in der chinesischen Sonderverwaltungszone wurden abgesagt. (25. Januar 2020) Wuhan hat mit dem Bau neuer Krankenhäuser mit jeweils rund 1000 Betten begonnen. Das erste Spital soll am Montag in einer Woche erste Patienten aufnehmen. (24. Januar 2020) Am 24. Januar 2020 gaben die französischen Behörden bekannt, dass zwei Patienten positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Damit hat das Virus Europa erreicht. Ab Donnerstag, 22. Januar 2020, werden wichtige Verkehrsverbindungen von und nach Wuhan gekappt. Die Bürger sollen die Millionenstadt nur unter besonderen Umständen verlassen. Am WEF in Davos hat sich Bundesrat Alain Berset unter anderem mit WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus über das Coronavirus ausgetauscht. Die Schweiz sei gut vorbereitet, sagte er im Anschluss. In Asien sorgt das Virus für Angst. Das Foxconn-Werk hat beispielsweise seine Mitarbeiter aufgefordert, von Taiwan nicht nach Wuhan zurückzukehren. (Archivbild) Im Fall der mysteriösen Lungenkrankheit in China wurden erstmals zwei Fälle einer Übertragung von Mensch zu Mensch bestätigt. (20. Januar 2020) In der Provinz Guangdong habe sich medizinisches Personal infiziert. Die Ausbreitung der rätselhaften Lungenkrankheit ist möglicherweise viel grösser als bisher angenommen. Experten schätzen die wahre Zahl der Infizierten auf mehr als 1700. (19. Januar 2020) Kurz nachdem bekannt worden war, dass sich mehrere Menschen in der chinesischen Metropole Wuhan mit einem bislang unbekannten Virus infiziert haben, hiess es: Es ist kein Sars (schweres akutes respiratorisches Syndrom). Doch laut dem Direktor des Instituts für Virologie an der Charité in Berlin ist es das doch: «Es ist dieselbe Virusart, nur in einer anderen Variante.» Unterschiede gebe es vor allem bei den Proteinen, mit denen das Virus an menschliche Zellen andocke. In die Ursachenfindung ist auch die WHO involviert. Sie verfolge die Situation aufmerksam und stehe in Kontakt mit den chinesischen Behörden, hiess es. Grund für die Beteiligung der WHO war die schnelle Zunahme der gemeldeten Fälle in der zentralchinesischen Millionenmetropole Wuhan. Dort, so wird vermutet, nahm die mysteriöse Lungenkrankheit ihren Anfang – auf dem Huanan Seafood Market, auf dem Fische und andere Tiere verkauft werden. Sie gelten als mögliche Virusquelle. Der Markt wurde inzwischen geschlossen und soll gründlich gereinigt werden. Bereits vergangene Woche teilten chinesische Forscher mit, dass es sich beim Erreger um ein bislang unbekanntes Virus aus der Familie der Coronaviren handelt. Dafür spreche einiges. (Im Bild: ein Coronavirus) Auch ausserhalb Wuhans wurden Sicherheitsmassnahmen ergriffen, etwa im mehreren 100 Kilometer entfernten Hongkong. (4. Januar 2020) Dort wurden am Flughafen Fieber-Messgeräte installiert. Reisende aus Wuhan werden gesondert kontrolliert. Auch an vier thailändischen Flughäfen – Suvarnabumi, Don Mueang, Phuket und Chiang Mai – werden aus Wuhan kommende Fluggäste thermisch untersucht. Des Weiteren wird den Reisenden ein Kärtchen mit Verhaltensanweisungen überreicht. Sollten sie sich innerhalb der nächsten 14 Tage krank fühlen, sollten sie sofort zum Arzt gehen. Laut Presseberichten gibt es bislang auch Verdachtsfälle ausserhalb Chinas. So wurde in Singapur ein dreijähriges Mädchen, das Wuhan, aber nicht den dortigen Fischmarkt besucht hatte, ins Spital gebracht. Weitere Verdachtsfälle wurden in Thailand und Südkorea gemeldet. Diese seien allerdings mit Vorsicht zu beurteilen, selbst wenn eine vermeintliche Laborbestätigung vorliege, so Drosten. Die Aussagekraft der eingesetzten Tests sei unterschiedlich, möglicherweise müssten Testergebnisse im Nachhinein revidiert werden. (Im Bild: Chinesische Forscher untersuchen Proben einer Erkrankten) Schon vor einigen Tagen war den Fachleuten klar gewesen, dass es sich bei der Virus-Erkrankung nicht um Mers (Middle East respiratory syndrome coronavirus) handelt. Auch Grippe und Vogelgrippe (Bild) konnten da schon ausgeschlossen werden.

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Das neuartige Coronavirus beschäftigt auch Schweizer Universitäten. Die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) teilt in einer internen Mail, die am Dienstag verschickt wurde, mit: «ETH-Angehörige oder neue Mitarbeitende, die aus China in die Schweiz zurückkehren beziehungsweise einreisen, sollen zunächst während sieben Tagen für Aufgaben im Homeoffice eingesetzt werden.»

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Erst wenn man beschwerdefrei bleibe, könne man zur Arbeit an der ETH zurückkehren. Zudem empfiehlt die Universität, Reisen nach China bei Möglichkeit zu verschieben. Ausserdem weist die ETH auf eine gute Hygiene und regelmässiges Händewaschen hin. Der Kontakt mit kranken Menschen solle vermieden werden werden. Wenn man Grippesymptome habe, solle man zu Hause bleiben.

Prüfungen bei Verdacht verschieben

Auf Anfrage von 20 Minuten erklärte die ETH-Sprecherin Anna Maltsev, die Rückmeldungen auf die Vorsichtsmassnahmen seien allesamt sehr positiv ausgefallen. «Bislang sind keine ETH-Angehörigen betroffen. Wir gehen davon aus, dass es sich, wenn überhaupt, um Einzelfälle handeln wird.» Genaue Zahlen zur Zahl der ETH-Angehörigen, die kürzlich nach China gereist sind, lägen keine vor.

Auswirkungen hat das Virus auch auf die aktuelle Prüfungsphase. «Reiserückkehrern mit gesundheitlichen Beschwerden wird dringend empfohlen, einen Arzt aufzusuchen, ein Arztzeugnis einzureichen und sich von den Prüfungen abzumelden.» Mündliche Prüfungen, die innert acht Tagen nach der Rückkehr aus China stattfänden, sollten auf einen späteren Termin innerhalb der Prüfungssession verschoben werden.

UBS und CS reagieren

Auch international tätige Schweizer Firmen verordnen Home-Office für China-Rückkehrer. «Alle Mitarbeiter, die von einer Reise vom chinesischen Festland zurückkehren, müssen zwei Wochen lang von zu Hause aus arbeiten», teilt die UBS auf Anfrage von 20 Minuten mit. Reisen nach China würden derzeit eingeschränkt.

Ob auch die Credit Suisse für China-Rückkehrer entsprechende Homeoffice-Massnahmen ergreift, liess man auf Anfrage offen. «Die Gesundheit und Sicherheit unserer Mitarbeitenden hat für uns oberste Priorität. Die Credit Suisse beobachtet weltweite Gesundheitsrisiken aufmerksam und ergreift Massnahmen, um sichere Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeitenden zu gewährleisten», heisst es seitens des Bankunternehmens.

Auch das Pharmaunternehmen Novartis ergreift Massnahmen – jedoch nur für Mitarbeitende in China: «Mitarbeitende sind angewiesen, bis zum 10. Februar von zu Hause aus zu arbeiten.»

(juu/les/ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Perry am 29.01.2020 20:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ein witz

    CH hinkt allem hinterher 14 tage Inkubationszeit, nicht vergessen wird zeit, dass die schweiz aktiv wird, gopferteli

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  • Lucien Corbaz am 29.01.2020 20:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht die einzigen

    ABB verordnet 14 Tage..

  • ETH am 29.01.2020 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    auch den Studierenden

    Auch aus China eingereisten Studenten/innen wurde von einer Teilnahme an mündliche Prüfungen abgeraten, und sie wurden zu besonderer Vorsicht aufgefordert... Von der SGU (Sicherheit, Gesundheit, Umwelt) der ETH wurden dafür zwei E-Mails an alle ETH-Angehörigen verschickt.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dietmar N. am 30.01.2020 20:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sportler

    Wäre sicher möglich das sich die Studentin aus dem Gefahrenbereich gibt muss ja nicht gleich in die schweiz flüchten , wer weis wie gut eine so lange Reise für Sie überhaupt ist, wäre schon gut wenn Sie sich schon gar nicht angesteckt hat ,wünsche gute Gesundheit

  • judith meier am 30.01.2020 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    für was Quarantine

    wieso gibt es eigt. eine Quarantine? wir holen alle überall heraus. die leute könnten sich schon angesteckt haben, aber es ist noch nicht ausgebrochen!!

  • Runser Caroline am 30.01.2020 15:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Keine gute Strategie

    Wenn ich leses im 20 Minuten das Hr Cassis Bundesrat für die Zukunft eine Stradegie ausarbeitete und hinten auf dem Bundesratsfoto seine Kolleginnen/ Kollegen . Dann würde ich mich zuerst JETZTE ums wohl des Schweizers Volkes kümmern . Informationen am TV / Radio . Wegem Coronavirus . Denke das were dringlicher . Man hört von keiner Bundesrätin/ Bundesrat etwas . Was ist das für eine Stradegie.

  • Chääs ond Broot am 30.01.2020 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
  • t.t. am 30.01.2020 15:15 Report Diesen Beitrag melden

    Swiss Re

    14 Tage home Office als Minimum...