Enorme Kosten

18. Dezember 2016 15:18; Akt: 19.12.2016 15:10 Print

EU-Grenzgänger ohne Job – Schweiz soll dafür zahlen

Eine Kursänderung der Europäischen Union könnte die Schweiz mehrere hundert Millionen Franken kosten. Zugleich würde das Land attraktiver für Grenzgänger.

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Die Schweiz zieht Arbeitskräfte aus dem Ausland an: Grenzposten St-Gingolph im Kanton Wallis. (Archivbild) (Bild: Keystone/Olivier Maire)

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Neue Pläne der Europäischen Union könnten in der Schweizer Arbeitslosenversicherung einen Kostenschub von mehreren Hundert Millionen Franken auslösen. Konkret geht es um Entschädigungen für Grenzgänger, bei denen die EU europaweit einen Systemwechsel anstrebt: Neu sollen Grenzgänger, die ihre Stelle verlieren, dort ­Arbeitslosengeld erhalten, wo sie das letzte Jahr gearbeitet haben. Derzeit ist dafür hauptsächlich ihr Heimatstaat zuständig. Dies berichtet die «NZZ am Sonntag».

Der Vorschlag, den die EU-Kommission diese Woche vorgestellt hat, würde die Schweiz mit zurzeit über 314'000 Grenzgängern stark tangieren. Heute profitiert sie davon, dass diese Grenzgänger zwar in der Schweiz Beiträge zahlen, im Falle eines Stellenverlusts aber die Heimatstaaten einen Grossteil der Kosten tragen.

Schweizer Ansätze höher als jene anderer Staaten

Derzeit muss die Schweiz für maximal fünf Monate ohne Arbeit aufkommen. Mit den neuen Regeln würde ihre Belastung stark steigen: Sie müsste in vielen Fällen länger zahlen als heute und zudem die Schweizer Ansätze ausrichten, die höher sind als jene vieler anderer Staaten. Damit würde die Schweiz nochmals attraktiver für Grenzgänger.

(chi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • StanX am 18.12.2016 07:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Personenfreizügigkeit künden

    Ein Grund mehr, die Personenfreizügigkeit zu künden.

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  • Cherokee am 18.12.2016 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein, nein und nochmals nein!!!!

    Die EU will wieder einmal mehr über andere, auch Nicht-EU Staaten, bestimmen. Geht's noch? Aber ich sehe es schon kommen: die Schweizer Politiker werden mal wieder den "Bückling" machen

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  • Bruder Magnus am 18.12.2016 06:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es geht richtig bergab

    mit der Schweiz. Der jetzige Bundesrat macht alles um die Schweiz runter zu wirtschaften. Katastrophe !

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Realist am 18.12.2016 17:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erbärmlich und armselig

    Wir sind - obwohl nicht in der EU - der Musterknabe der EU! Wir wandeln alles brav um, eilen gehorsamst voraus, lesen alle Wünsche der EU von den Lippen ab, setzen dir MEI nach EU Diktat um - ein besseres EU Land als die Schweiz gibt es nicht! Schlicht erbärmlich und armselig!

  • Eduard Röösli am 18.12.2016 16:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Milchkuh Schweiz

    Die EU spielt sich selber ins Aus, resp. der SVP in die Arme! Man wird sehen wer von unseren Politikern Schweizer Volksvertreter ist und wer EU-Vertreter- oder in? Kohäsions-Milliarden-Zahlungen oder wie immer sie es nennen gilt es sofort zu stoppen.

  • L T am 18.12.2016 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer A sagt sagt B

    Hop Schweizer Bevölkerung, weiterhin zu allem ja sagen und umsetzen was unsere Politiker und die EU wollen, das wird uns noch viel Geld kosten. Aber mir egal, geh Ende Jahr in Pension.

  • der Deutsche am 18.12.2016 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    was ist daran falsch?

    Die CH kassiert ja auch aus den Rentengeldern, für die in der EU Beiträge gezahlt worden sind, wenn die Leute hier in Pension gehen. Also ist es nur korrekt, wenn die ALV auch die Leistungen erbringt, wenn der Grenzgänger hier in CH gekündigt wird - die Beiträge werden ja auch voll erhoben - nd nicht zu den Sätzen, in welchem der GG ansässig ist.

  • Catherine am 18.12.2016 09:59 Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitgeber zahlen lassen

    Firmen, die Grenzgänger einstellen, die Hälfte davon zahlen lassen, wenn sie arbeitslos werden. Ganz einfach und Problem effizient gelöst.