Schöfflisdorf und Oberweningen

31. Mai 2018 04:15; Akt: 31.05.2018 17:30 Print

Bewohner müssen Wasser bis morgen abkochen

Es hagelte und regnete wie wild, Keller wurden geflutet, Trinkwasser ist verschmutzt. Allein im Kanton Zürich wird der Schaden auf 10 Millionen geschätzt.

Unzählige Leser-Reporter beobachten das Unwetter. (Video: Tamedia/Leser-Reporter)
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Die Bewohner der Wehntaler Gemeinden Schöfflisdorf und Oberweningen müssen ihr Trinkwasser bis mindestens am Freitag abkochen. Erst dann werden die Analysen des kantonalen Labors zur Wasserqualität erwartet. Dies teilten die Behörden am Donnerstag mit.

In den beiden Gemeinden war das Trinkwasser nach dem Unwetter vom Mittwochabend stark verschmutzt. Die Behörden ordneten noch in der Nacht auf Donnerstag an, das Trinkwasser abzukochen oder Mineralwasser zu verwenden.

Gemäss Mitteilung, die auf der Homepage von Schoefflisdorf aufgeschaltet ist, gilt die Anordnung bis mindestens am Freitag. Zwar habe das Kantonale Labor für Wasserqualität umgehend Wasserproben erhoben. Die Analyse liege jedoch nicht vor Freitagmorgen vor.

2000 Schadenmeldungen bis Mittag

Die angerichteten Unwetter-Schäden gehen richtig ins Geld. Allein im Kanton Zürich haben die Unwetter voraussichtlich einen Schaden von über 10 Millionen Franken angerichtet.

Bis zum Mittag gingen bei der kantonalen Gebäudeversicherung 2000 Schadenmeldungen ein, wie es auf Anfrage von Radio Zürisee hiess. «In 80 Prozent der Fälle handelt es sich um Überschwemmungen, der Rest sind Hagelschäden», sagte eine Sprecherin der Gebäudeversicherung GVZ.

Von den Unwettern mit Hagel und kräftigem Niederschlag besonders betroffen waren die Kantone Aargau und Zürich sowie die Ostschweiz. Allein im Raum Zürich kam es zwischen 18.30 Uhr und 23.00 Uhr zu über 700 Feuerwehreinsätzen, wie Zürcher Notfallorganisation Schutz & Rettung in der Nacht auf Donnerstag mitteilte.

Besonders betroffen war demnach das Zürcher Unterland, wo mehrere hundert Notrufe eingingen. So traten mehrere Bäche über die Ufer, und Bäume stürzten um. Es seien an einzelnen Orten ganze Strassenzüge überflutet worden, heisst es in der Mitteilung. Wasser sei in hunderte Wohnungen, Keller und Tiefgaragen eingedrungen.

Eine Leser-Reporterin berichtet, dass die Tiefgarage in ihrem Gebäude auch am Tag nach dem Sturm immer noch voller Schlamm sei. Ihre Fahrzeuge mussten abgeschleppt werden. Wie hoch der Schaden ausfalle, sei noch unklar.

Stillstand am Flughafen

Am Flughafen Zürich-Kloten ging am Abend für 30 Minuten nichts mehr um am Boden stehende Flugzeuge herum, wie ein Sprecher der Nachrichtenagentur SDA auf Anfrage sagte. Wegen der Gefahr durch Blitzeinschläge hätten sich weder Personal noch Passagiere den Flugzeugen nähern dürfen.

Deshalb sei weder Einsteigen noch Aussteigen noch Beladen und Entladen möglich gewesen, sagte der Sprecher. Auch das Betanken der Flugzeuge war nicht erlaubt. Mehrere Maschinen mit Ziel Zürich wichen auf andere Flughäfen aus.


(Quelle: Leser-Reporter)

Die Aufraumarbeiten laufen auf Hochtouren.


(Quelle: Leser-Reporter)

Stark vom Regen getroffen wurde auch Dielsdorf. Dort wurde laut Polizei ein Hallenbad wegen eines Wassereinbruchs im Keller evakuiert. Zudem drang Wasser in einen Chemiebetrieb ein, und Fässer mit Chemikalien schwammen in den Fluten, wie ein Sprecher von Schutz & Rettung der SDA sagte. Für die Bevölkerung bestand laut Angaben der Polizei keine Gefahr.

Schäden auch im Aargau

Ausserdem legte das Unwetter eine S-Bahn-Strecke im Nordwesten Zürichs lahm: Weil in Dielsdorf und Steinmaur Weichen unter Wasser standen, konnten die Züge der Linie 15 zwischen Dielsdorf und Niederweningen nicht mehr verkehren.

Ersatzbusse seien aufgeboten worden, sagte ein Sprecher der SBB zu einer Meldung der Bahnverkehrsinformation. Die Reisenden mussten etwas längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Am späten Mittwochabend wurde die Strecke der Bahnverkehrsinformation zufolge wieder für den Verkehr freigegeben.

Auch im Kanton Aargau kam es zu Schäden. In der Region Baden, im Zuzibiet und im Mettauertal standen laut Angaben der Aargauer Kantonspolizei vom Donnerstag auf Twitter elf Feuerwehren im Einsatz. Bei der Notrufzentrale gingen über hundert Meldungen ein.

Die Behörden rechnen mit «massiven» Schäden, wie es in der Mitteilung von Schutz & Rettung Zürich heisst. Über verletzte Personen war in der Nacht zunächst nichts bekannt. Um die Situation zu entschärfen, sei neben der Feuerwehr auch der Zivilschutz aufgeboten worden. Die Aufräumarbeiten daurten am Donnerstag an. Für die Feuerwehren sei es der grösste Unwettereinsatz seit dem Sturmtief Burglind Anfang Jahr gewesen.


(Quelle: Leser-Reporter)

Gewitter auf der A1

Eine Leser-Reporterin, die gerade von der Arbeit nach Hause fuhr, berichtet: «Ich war auf der Autobahn A1 unterwegs und wegen des Hagels und des Regens kam sogar der Verkehr zum Erliegen.»

Starkes Unwetter in Baden und Zürich

Auch am Bahnhof Zürich sorgte das Gewitter für Überschwemmungen. Ein Leser-Reporter hielt fest, wie die Bahnhofsunterführung bei der Sihlpost des Zürcher Hauptbahnhofs überschwemmt wird:

(Quelle: Tamedia/Leser-Reporter)

Die Strassen wurden vom Wasser überflutet. Leser-Videos zeigen das Verkehrschaos an verschiedenen Orten:

(Quelle: Leser-Reporter)

In der Zürcher Gemeinde Oftelfingen wurden die Strassen stark überschwemmt. Ein Leser-Reporter berichtet, dass ein Bach das viele Wasser mit sich bringt:

(Quelle: Leser-Reporter)


(Quelle: Leser-Reporter)

Zehntausende Blitze

Wie SRF Meteo mitteilte, zog die Gewitterline am Nachmittag und Abend über die Schweiz hinweg. Sie brachte neben den Überschwemmungen auch bis zu vier Zentimeter grosse Hagelkörner und zehntausende Blitze.

Ein Hagelzug hat die Umgebung von Baden AG vorübergehend winterlich aussehen lassen. Leserbilder von Online-Medien zeigten weisse Strassen und auch überschwemmte Unterführungen und Garagen.

In der Region Baden-Lägeren im Osten des Kantons Aargau fiel am meisten Regen. Innerhalb von einer halben Stunde gab es in Ehrendingen AG 53 Millimeter Regen und insgesamt über 70 Millimeter. Das sind zwei Drittel der Menge, die sonst im gesamten Mai fällt.

(sil/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Markus Buser am 30.05.2018 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wann lernen die Leute endlich...

    ...dass man das Handy quer hält beim filmen und nicht hoch. Die Augen sind ja auch nebeneinander, nicht übereinander.

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  • sepp am 30.05.2018 21:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wassermassen

    na klar fliesst Regenwasser in die Bahnhofsunterführung, es wird noch viel mehr Wasser vom Himmel kommen und so einige Häuser überschwemmen, alles zubetonieren, das Wasser kann nicht mehr abfließen.

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  • Spink am 30.05.2018 21:10 Report Diesen Beitrag melden

    Tolle Ideen

    Mit den Lufteinlässen des Motors auf Wasserhöhe durch Tümpel fahren? Schlau.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hundi am 02.06.2018 01:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Furchtbare Erinnerungen

    Hab einmal eine Überschwemmung erlebt und die war damals schon eindrücklick. Wir hatten als 1 von 2 Häusern im Quartier den Vorteil dass unsere Häuser auf ganz kleinen Hügeln gestanden sind. Aber diese Überschwemmung war verglichen mit der im Aargau nichts. Hab Respekt vor der Natur.

    • Kakkkydhdh am 05.06.2018 20:06 Report Diesen Beitrag melden

      Jajjsj

      Unglaublich hab erst nach einer woche davon gehört

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  • xGambyte am 31.05.2018 21:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So isses.

    Und weil es immer mehr Menschen gibt, gibt es auch immer mehr Opfer. Der Staat sollte endlich die Geburtenkontrolle einführen und das Problem lösen! Oder die Nahrungsmittelkonzerne sollen endlich Verantwortung übernehmen und Chemie ins Essen kippen, damit die Menschen unfruchtbar werden, dann löst sich das Problem von alleine! Mann, so schwierig kann's doch nicht sein!!

  • Trunken Bold am 31.05.2018 17:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Prost

    Heineken wirds freuen, noch mehr trinken.

  • Herr Paternoster Live beim EZW am 31.05.2018 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    wer zahlt den Schöfflisdorf den teuren Strom

  • A.T. am 31.05.2018 16:53 Report Diesen Beitrag melden

    warum tut sie nichts dagegen

    die Grüne Partei soll mal ihre Arbeit machen und den Chemtrail verbieten, sonst wird es immer schlimmer!!!

    • Kurt am 01.06.2018 11:02 Report Diesen Beitrag melden

      Da wird nichts passieren

      Weil die Grünen so gar nichts mit Umweltschutz am Hut haben.

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