Gotthard-Segnung

11. Mai 2016 15:04; Akt: 11.05.2016 15:13 Print

Ein Imam ist dabei, aber kein reformierter Pfarrer

Vor der Eröffnung wird der Gotthard-Basistunnel von einem katholischen Geistlichen, einem Rabbi und einem Imam gesegnet. Dass ein reformierter Pfarrer fehlt, sorgt für Misstöne.

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In drei Wochen ist es so weit: Der Gotthard-Basistunnel wird feierlich eingeweiht. Am frühen Morgen des 1. Juni findet die Segnung des Bauwerks statt – in Anwesenheit der Arbeiter.

Umfrage
Stört es Sie, dass kein reformierter Pfarrer bei der Segnung des Gotthard-Basistunnels anwesend sein wird?
21 %
36 %
3 %
3 %
7 %
26 %
4 %
Insgesamt 14967 Teilnehmer

Vorgenommen wird sie von den Vertretern von drei Religionen gemeinsam: Der katholische Pater und ehemalige Abt des Klosters Einsiedeln, Martin Werlen, erteilt dem Tunnel den Segen gemeinsam mit dem Rabbi Marcel Ebel und dem Imam Bekim Alimi.

«Ein politischer Fehler»

Dass ein reformierter Pfarrer bei der Segnung fehlen wird, sorgt für Misstöne: Claude Ruey, Präsident des Hilfswerks der evangelischen Kirchen der Schweiz (Heks), sagt zu «Le Temps», er sei «geschockt»: «Die Abwesenheit eines Protestanten bei dieser Zeremonie ist ein politischer Fehler.»

Beim Evangelischen Kirchenbund sieht man es gelassener. Sprecherin Anne Durrer sagt zu 20 Minuten: «Auch wir waren etwas überrascht. Aber Martin Werlen kann uns gut repräsentieren.» Da sich unter den Arbeitern, für die die Zeremonie bestimmt sei, mehr Katholiken als Protestanten befinden dürften, sei er eine gute Wahl.

Die Arbeitsgruppe, die die Form der Segnung festlegte, hat entschieden, nur einen Vertreter pro Religion teilnehmen zu lassen – also je einen Christen, einen Juden und einen Muslim. Zudem wurde mit Pieter Zeilstra, Abteilungsleiter Sicherheit des Bundesamts für Verkehr, eine Person bestimmt, die die Konfessionslosen repräsentieren soll. Der Katholik Werlen repräsentiere als Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der christlichen Kirchen in der Schweiz (AGCK) auch die Reformierten, die der AGCK ebenfalls angehören.

Bei der Lötschberg-Segnung war ein Protestant anwesend

Anders lief im Jahr 2007 die Segnung des Lötschberg-Basistunnels ab: Dort waren mit dem reformierten Pfarrer und Berner Synodalratspräsidenten Samuel Lutz und dem Sittener Bischof Norbert Brunner je ein Vertreter der beiden grössten christlichen Konfessionen in der Schweiz anwesend. Während der katholische Bischof die Tunnelwände mit Weihwasser besprühte, trug Lutz den Wasserkessel.

(lüs)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • michi b. am 11.05.2016 15:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    naja..

    hoffentlich war auch jemand mit gesundem Menschenverstand dabei...

  • Cheser am 11.05.2016 15:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es wird ja immer besser!

    Die haben halt das ganze Budged für die Feier verballert, dann gibts halt kein Reformierter Pfarrer... Nein im Ernst, wo leben wir eigentlich? Was ist aus UNSERER Schweiz geworden?

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  • D.S. am 11.05.2016 15:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ???

    Weshalb wird beim Titel dieses Reportes "Imam" hervorgehoben? Es sind ja ein Pfarrer, ein Rabiner und ein Imam dabei. Bitte alle gleich behandeln. Und ja meiner Meinung nach sollte gar keiner dabei sein. Das hat ja nichts mit der Religion zu tun!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Molkimami am 31.05.2016 11:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    kein Pfarrer

    Ich bin auch reformiert und mir missfällt auch,dass kein Reformierten Pfarrer eingeladen wurde,aber sollte nicht statt einer Segnung jeder Arbeiter mit Name erwähnt werden,denn es ist ihr Verdienst und nicht das dess Glaubens

  • Selin am 30.05.2016 15:14 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Ich glaub es ja nicht was in unsere Schweiz abgeht.Das ist doch eine Feier für Schweizer.Kann das absolut nicht verstehen.

  • Beat Bachmann am 16.05.2016 21:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    1 oder 2 christ. kirchenvertr. reichen

    in einem christlichen land wie der schweiz würde es auch genügen, dass nur christliche glaubensvertreter anwesend sind. bei der einweihung des Burj Khalifa waren ja uch keine christlichen glaubensträger zugelassen. oder???

  • Realist am 11.05.2016 17:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Weihwasser

    "Während der katholische Priester die Tunnelwände mit Weihwasser besprühte..." Meine Güte: wie lange braucht der arme Mann um 57 Kilometer zu besprühen?

  • PWAx am 11.05.2016 17:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Religion.

    Oha wie extrem hassen Schweizer "Religion"? Traurig.