Pilotprojekt

30. September 2013 17:39; Akt: 30.09.2013 17:47 Print

Einbruchssichere Häuser sollen Label erhalten

von Samuel Hufschmid - In Deutschland bezahlen Hausbesitzer tiefere Versicherungsprämien, wenn sie ihre Häuser ausreichend gegen Einbruch geschützt haben. Nun testet auch der Kanton Aargau das Konzept.

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In Deutschland haben sich die Versicherungen und die Präventionsstelle der Polizei zum «Netzwerk Zuhause sicher» zusammengeschlossen. Hauseigentümer, die ihre Häuser genügend gegen Einbruch gesichert haben, erhalten eine Präventionsplakette und einen Rabatt auf die Hausratsversicherung. Die geforderten Massnahmen umfassen Sicherheitstechnik und Rauchmelder, eine gut lesbare Hausnummer und ein Telefon in der Nähe des Betts.

«Das deutsche System ist hervorragend», sagt der Leiter der polizeilichen Beratungsstelle Aargau, Rolf Mohn. Vor einem Jahr hat er in seinem Kanton einen Pilotversuch mit einem Gütesiegel in Form eines Aufklebers gestartet. «Der Siegel geht an Hauseigentümer, die eine Sicherheitsberatung in Anspruch genommen und die vorgeschlagenen Verbesserungen umgesetzt haben», so Mohn. Ein halbes Dutzend Kleber seien seit Einführung verteilt worden - weniger als erwartet. «Trotzdem ist der Versuch ein Erfolg, denn mehrere weitere Kantone sowie Sicherheitsverbände sind dadurch auf das Thema aufmerksam geworden.» Was noch fehle, seien Förderbeiträge, beispielsweise durch die Versicherungen.

Das Interesse der Versicherer scheint jedoch geweckt, wie eine kurze Umfrage bei den grössten Schweizer Hausratversicherern zeigt. «Wir kennen die Diskussion um solche Sicherheitslabels und verfolgen sie gespannt», sagt Tanja Roth, Sprecherin der Mobiliar. Bereits heute würden Rabatte von 30 Prozent auf die Einbruchprämie gewährt, wenn eine Alarmanlage und oder mechanische Sicherheitseinrichtungen nach gewissen Kriterien vorhanden seien. Auch die AXA Winterthur kann sich ein System mit Sicherheitsplaketten vorstellen.

Reaktionen aus der Politik

Die Schwyzer SP-Kantonsrätin Erika Weber hat Anfang August ein Postulat zum Thema eingereicht und fordert die Regierung zum Handeln auf. Insbesondere soll abgeklärt werden, ob ein Sicherheitslabel für gut geschützte Häuser eingeführt werden soll. Die Antwort der Regierung steht noch aus.

In Holland, wo der Einbruchschutz sogar in der Bauverordnung verankert ist und Versicherungen Hausbesitzern zwingend Prämienreduktionen gewähren, wurden grosse Erfolge erzielt. Bei nachgerüsteten Häusern konnte das Einbruchsrisiko mit Einführung der Sicherheitsplakette um 80 Prozent, bei Neubauten sogar um 97 Prozent gesenkt werden.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Peter am 01.10.2013 01:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Hohn

    Und ich warte seit Februar auf die Baubewilligung um mein Haus endlich Einbruchsicher machen zu können. Das im übrigen genau in diesem Kanton!! Da es mir zu lange dauerte, fing ich schon mal an, zerbrochene Fenster (geheizte Räume!) aus zu wechseln und Türen, welche nicht abschliessbar sind zu ersetzten, womit ich mir denn auch prompt einen Baustopp und eine Busse einhandelte. Einfach jämmerlich das ganze und nun dieser Artikel!!!

  • es geht auch anderst am 01.10.2013 05:43 Report Diesen Beitrag melden

    Einbruchsicherung war gestern

    ich hab mein Haus so umgebaut, dass die EInbrecher ohne grosse Schwierigkeiten reinkommen, falls dies passiert verriegeln sich alle Fluchtwege und ich bzw meine Alarmanlage meldet den Vorfall bei der Polizei, welche dann alle Zeit der Welt hat um die "Ratten" welche in die Falle gegangen sind abzuholen

  • Martial Callair am 01.10.2013 00:08 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts ist sicher...

    Zwei Dobermänner hausen mit uns zusammen. Die Situation für Einbrecher wird eher kritisch. Diese Sicherheit ist aber billiger als jegliche technische Alarmanlage !

Die neusten Leser-Kommentare

  • es geht auch anderst am 01.10.2013 05:43 Report Diesen Beitrag melden

    Einbruchsicherung war gestern

    ich hab mein Haus so umgebaut, dass die EInbrecher ohne grosse Schwierigkeiten reinkommen, falls dies passiert verriegeln sich alle Fluchtwege und ich bzw meine Alarmanlage meldet den Vorfall bei der Polizei, welche dann alle Zeit der Welt hat um die "Ratten" welche in die Falle gegangen sind abzuholen

  • Martin F. am 01.10.2013 05:19 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher.. und teurer..

    Einfach auch daran denken dass je sicherer man das ganze macht desto grösser ist danach auch der Schaden. Denn wenn jemand rein will is es ihm egal was dabei kaputt geht...

  • Peter am 01.10.2013 01:36 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Hohn

    Und ich warte seit Februar auf die Baubewilligung um mein Haus endlich Einbruchsicher machen zu können. Das im übrigen genau in diesem Kanton!! Da es mir zu lange dauerte, fing ich schon mal an, zerbrochene Fenster (geheizte Räume!) aus zu wechseln und Türen, welche nicht abschliessbar sind zu ersetzten, womit ich mir denn auch prompt einen Baustopp und eine Busse einhandelte. Einfach jämmerlich das ganze und nun dieser Artikel!!!

  • Ost Blocker am 01.10.2013 00:27 Report Diesen Beitrag melden

    Kleber

    muss ja nicht angebracht werden, für wen auch?? Hauptsache man erschwert den Einbrechern deren Arbeit in dem man sein Haus schützt und aufrüstet. Prämienrabatt ist lächerlich!

  • Martial Callair am 01.10.2013 00:08 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts ist sicher...

    Zwei Dobermänner hausen mit uns zusammen. Die Situation für Einbrecher wird eher kritisch. Diese Sicherheit ist aber billiger als jegliche technische Alarmanlage !