VD und VS verlieren

19. April 2012 10:30; Akt: 19.04.2012 11:18 Print

Einheimischer Wein immer unbeliebter

Die Schweizer haben im Jahr 2011 weniger Wein getrunken als im Vorjahr. Rund drei Viertel des Rückgangs geht auf das Konto von einheimischen Rebensäften.

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Reben wollen auch im Winter gepflegt sein, so wie hier im Churer Rheintal. (Bild: Keystone/Arno Balzarini)

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Im letzten Jahr hat die Schweizer Bevölkerung weniger Wein getrunken als im Vorjahr. Sowohl Weine aus der Schweiz als aus dem Ausland sanken in der Publikumsgunst. Das Bundesamt für Landwirtschaft macht dafür die Konjunkturlage verantwortlich.

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Insgesamt tranken die Weinliebhaber im Jahr 2011 in der Schweiz 2,74 Millionen Hektoliter (hl) in- und ausländischen Wein. Das sind 2,3 Prozent oder 62 806 hl weniger als im Vorjahr. Die konsumierte Menge bewegt sich damit aber im Rahmen der letzten fünf Jahre.

Deutlich weniger gefragt waren Rotweine. Deren Konsum ging um 51 111 hl zurück. Die Nachfrage nach Weisswein sank um 11 695 hl, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Weinstatistik 2011 des Bundesamts für Landwirtschaft hervorgeht.

Schweizer Wein sinkt in der Gunst

Vom Nachfragerückgang war der Schweizer Wein stärker betroffen als der Wein aus dem Ausland. Der Gesamtkonsum von Schweizer Wein sank um 48 147 hl, zwei Drittel davon entfielen auf Rotweine. Der Konsum von Rotweinen aus dem Ausland ging ebenfalls um 23 109 hl zurück. Steigender Beliebtheit erfreuten sich dagegen ausländische Weissweine, von denen 8450 hl mehr konsumiert wurden.

Das Gros davon dürfte auf deutsche Weissweine zurückgehen. Deutschland gehört neben Spanien und Portugal zu den Ländern, die mehr Wein in die Schweiz liefern konnten als in früheren Jahren. Derweil sanken die Importe aus Italien, Frankreich und den USA.

Die Weine aus Italien bleiben aber Spitzenreiter in der Beliebtheitsskala der Schweizer Bevölkerung. Auf sie entfällt 37 Prozent des Importvolumens. 23 Prozent der Weine stammen aus Frankreich und 21 Prozent aus Spanien.

Waadt und Wallis weniger beliebt

Ein Blick auf die Schweizer Weine zeigt, dass vor allem die Nachfrage nach Weinen aus den zwei grössten Schweizer Rebbaukantonen zurückgingen. Der Gesamtkonsum von Weinen aus dem Wallis und der Waadt sank je um 30 000 hl. Derweil legte der Konsum von Weinen aus den Kantonen Genf und Neuenburg zu.

Die Rebbaufläche blieb mit 14 920 Hektaren nahezu gleich (-22 ha). Die am meisten verbreiteten Rebsorten sind nach wie vor Pinot noir, Chasselas und Gamay. Dieses Trio büsste jedoch an Fläche ein, während Merlot, Gamaret und Chardonnay an Terrain gutmachten.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Simi am 19.04.2012 13:23 Report Diesen Beitrag melden

    Am besten gar keinen

    Zum glück hab ich kein alkohol problem!

  • Reto am 19.04.2012 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    Zu teuer...

    Da gäbe es durchaus mal ein paar gute drunter, aber leider verlangen sogar die Schlechten gleich hohe Preise wie ausgewiesene ausländische Weine. Bei 20 Franken und mehr pro Flasche vergeht einem die Experientierfreude und der Heimatschutz.

  • Tiggy am 19.04.2012 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    an mir kanns nicht liegen!

    Es ist sehr erfreulich, wie es die CH-Winzer seit einigen Jahren geschafft haben, viele extrem überraschende Spezialitäten zu machen. Die Zeiten der "Ranzenklemmer" sind längst vorbei und es ist an der Zeit, nicht Wein zu konsumieren, der um die halbe Welt transportiert wurde...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • xorxe straub am 20.04.2012 14:29 Report Diesen Beitrag melden

    weinbusiness

    Schweizer Wein gibt's von Superklasse bis Fusel. Wer für 5.- einen Pinot aus dem Supermarkt kauft und dann wegen der Qualität meckert, ist selber schuld. Die hohen Bodenpreise und die Spekulation tragen auch zu den erhöhten Preisen bei! Rebland ist zum Teil fast so teuer wie Bauland. Die Schweizer Gesetzgebung, die es erlaubt, Wein mit Orts- und Sortenbezeichnung zu verkaufen, bei dem nur 51% aus dem deklarierten Wein besteht, trägt nicht zur Qualität bei. Kauft bei Weinbauern und degustiert vorher, auch bei ausländischen! Den Fusel produzieren die Zwischenhändler, ganz legal!

  • Jeanclaude am 20.04.2012 10:51 Report Diesen Beitrag melden

    besser als ihr Ruf

    Es gibt ausgezeichnete Schweizer Weine, die mit den äusländischen mithalten können. Bei den leichten Rotweinen (Pinot/Merlot) gar Spitzengewächse aus dem Tessin und den Bündner Herrschaften. Bei den Weissweinen hervorragende Qualitäten aus dem Lavaux. Was nicht stimmt ist das Preis-/Leistungsverhältnis in Anbetracht der Subventionen.

  • Dennis Kaldas am 20.04.2012 10:04 Report Diesen Beitrag melden

    Schweizer Weine

    Der Grund ist einfach, die Preise sind zu Hoch. Preis-Leistung stimmt nicht

  • Weintrinker am 20.04.2012 07:56 Report Diesen Beitrag melden

    Rückgang des CH-Weinkonsums

    keine Liebhaberfrage sondern eine Frage der Preis-/Leistung. Was kaufen sie, wenn sie für den Preis einer guten Flasche Schweizer Wein zwei Flaschen sehr guten aus dem Ausland bekommen?

  • Trinker am 20.04.2012 06:44 Report Diesen Beitrag melden

    Herkunft oer Preis?

    das liegt ja wahrscheinlich nicht an der Herkunft sondern am Preis..... aber Landwirtschaft: schon mal jammern...