Kinderpornographie

05. April 2013 07:08; Akt: 05.04.2013 14:28 Print

Elf Strafverfahren wegen «Ice-Tea-Sexvideo»

von Marco Lüssi - Das Ice-Tea-Sexvideo hat Folgen für elf Jugendliche: Gegen sie wurden Verfahren wegen Kinderpornographie eröffnet. Verantworten muss sich auch die junge Frau, die im Video vorkommt.

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Zwei Jugendliche wurden verurteilt, weil sie das Ice-Tea-Video mit einer minderjährigen Frau besassen. (Bild: Colourbox)

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Das Video, in dem eine junge Frau mit einer Ice-Tea-Pet-Flasche aus der Migros sexuelle Handlungen vornimmt, verbreitete sich im letzten Dezember wie ein Lauffeuer im Internet. Unzählige Jugendliche sahen sich den Film an, teilten ihn auf Facebook. Die Polizei nahm Ermittlungen auf, Fachleute waren schockiert über diesen gravierenden Fall von Cybermobbing. Gegen den Willen der jungen Frau soll ihr Ex-Freund das Video ins Netz gestellt haben.

Umfrage
Finden sie es richtig, dass das noch nicht mal 16-jährige Mädchen, das im Ice-Tea-Video zu sehen ist, bestraft werden soll?
20 %
17 %
35 %
28 %
Insgesamt 9302 Teilnehmer

Für elf Jugendliche aus den Kantonen Zürich und Aargau hat der Fall nun Folgen: Sie müssen sich wegen des Besitzes von verbotener Pornographie verantworten. Zum Verhängnis wurde den Teenagern, dass sie den Film auf ihrem Handy gespeichert hatten.

Das Video ist Kinderpornographie

Weil die junge Frau, die in dem Video bei sexuellen Handlungen zu sehen ist, unter 16 Jahre alt war, ist die Herstellung, der Besitz und die Verbreitung des Videos illegal – es handelt sich rechtlich betrachtet um Kinderpornographie. Gemäss dem geltenden Gesetz macht sich strafbar, wer solche Aufnahmen herunterlädt – wer sie jedoch nur online anschaut, ohne vorsätzlich danach zu suchen, kann nicht belangt werden.

Die Jugendanwaltschaft des Kantons Zürich hat gegen neun Jugendliche Verfahren eröffnet, wie Sprecher Beat Fritsche auf Anfrage sagt. Die jüngsten seien weniger als 15 Jahre alt.

Der grösste Teil der Verfahren ist mittlerweile bereits abgeschlossen, so Fritsche. Bestraft würden die verurteilten Teenager mit einem mehrtätigen Arbeitseinsatz – etwa in einem Altersheim, Brockenhaus oder einer Küche. «Die einen hatten das Video weiterverschickt, andere hatten es lediglich auf ihrem Smartphone gespeichert.»

Auf die Filme stiessen Polizisten, als sie die Smartphones der betreffenden Jugendlichen in anderem Zusammenhang kontrollierten.

Auch dem Cybermobbing-Opfer blüht eine Strafe

Weitere zwei Jugendliche stammen aus dem Aargau. Auch sie sind mittlerweile wegen Besitzes von Kinderpornographie verurteilt worden, wie Elisabeth Strebel, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Aargau, auf Anfrage sagt. Zum Schutz der Privatsphäre der beiden Jugendlichen will Strebel sich weder zu ihrem Alter noch zu ihrem Wohnort und dem ausgesprochenen Strafmass äussern. Strebel sagt aber, dass die beiden nicht für das Hochladen des Videos ins Internet verantwortlich gewesen seien. «Für uns ist dieser Fall mit diesen beiden Verurteilungen abgeschlossen», so Strebel. Auch unter den Jugendlichen, gegen die im Kanton Zürich ermittelt wurde, befindet sich die Person, die das Video als erste veröffentlicht hat, offenbar nicht.

Die junge Frau, die im Video zu sehen war und Opfer des Cybermobbings ihres Ex-Freunds wurde, stammt aus dem Kanton Zürich. Auch sie gehört zu den neun Teenagern, gegen die im Kanton ein Verfahren eröffnet wurde – ihr wird Herstellung von Kinderpornographie vorgeworfen. Dieses Verfahren ist jedoch noch nicht abgeschlossen. Ob und wie sie bestraft wird, steht damit noch nicht fest.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • james l am 05.04.2013 07:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum nicht gleich alle

    sie könnten gleich hunderte jugentliche wegen besitz dieses videos verurteilen.....

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  • Unter 50-jährige am 07.04.2013 23:20 Report Diesen Beitrag melden

    dat isch ned lache

    Ich verstehe nicht war das so einen grossen Aufruhr macht. Ich meine klar, alle schrumpligen 50-Jährigen werden uns nun erklären, dass zu ihrer Zeit alles anders war. Ja ne is klaaar ;) Kommt schon, solche videos machen bestimmte Leute für ihre Liierten. Die eigentliche Straftat liegt meiner Meinung nach in der Verbreitung. Somit wäre jeder Schuldig der geteilt und gepostet hat. Und facebook. (Cyber)mobbing geht gar nicht & sollte bestraft werden. Auch, dass das Besitzen vo gewissen Pornos verboten ist, sehe ich ein. Aber dieses video würde ich eher als Failviedeo betrachten anstatt als Porno.

  • Manu am 07.04.2013 01:52 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetz ist Gesetz

    Ja, liebe Kommentarschreiber. Alle sollten gemäss dem geltenden Gesetz bestraft werden. Null Toleranz wie ihr immer fordert, einsperren Lebenslang und den Schlüssel wegwerfen... Leider geht das zum Glück nicht so einfach und unsere Richter wissen sehr wohl wo sie differenzieren müssen. Aber um die Strafe herum kommt niemand, auch nicht die Herstellerin. Aja, und alle sollten ins neue Pädo-Register eingetragen werden, damit sie für die restlichen 70Jahre ihres Lebens Gebrandmarkt sind. Ich hoffe es geht jetzt bei einigen ein Licht auf, und sie können einen Pädo-Fall differiziert betrachten.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Timothy rzepka am 08.04.2013 10:30 Report Diesen Beitrag melden

    ihhh das ist eklig

    das ist voll peinlich und grussig

  • Unter 50-jährige am 07.04.2013 23:20 Report Diesen Beitrag melden

    dat isch ned lache

    Ich verstehe nicht war das so einen grossen Aufruhr macht. Ich meine klar, alle schrumpligen 50-Jährigen werden uns nun erklären, dass zu ihrer Zeit alles anders war. Ja ne is klaaar ;) Kommt schon, solche videos machen bestimmte Leute für ihre Liierten. Die eigentliche Straftat liegt meiner Meinung nach in der Verbreitung. Somit wäre jeder Schuldig der geteilt und gepostet hat. Und facebook. (Cyber)mobbing geht gar nicht & sollte bestraft werden. Auch, dass das Besitzen vo gewissen Pornos verboten ist, sehe ich ein. Aber dieses video würde ich eher als Failviedeo betrachten anstatt als Porno.

  • Manu am 07.04.2013 01:52 Report Diesen Beitrag melden

    Gesetz ist Gesetz

    Ja, liebe Kommentarschreiber. Alle sollten gemäss dem geltenden Gesetz bestraft werden. Null Toleranz wie ihr immer fordert, einsperren Lebenslang und den Schlüssel wegwerfen... Leider geht das zum Glück nicht so einfach und unsere Richter wissen sehr wohl wo sie differenzieren müssen. Aber um die Strafe herum kommt niemand, auch nicht die Herstellerin. Aja, und alle sollten ins neue Pädo-Register eingetragen werden, damit sie für die restlichen 70Jahre ihres Lebens Gebrandmarkt sind. Ich hoffe es geht jetzt bei einigen ein Licht auf, und sie können einen Pädo-Fall differiziert betrachten.

    • Armando am 07.04.2013 12:00 Report Diesen Beitrag melden

      Absolut richtig.

      Ich bin deiner Meinung. Nichtwissen schützt vor Strafe nicht!

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  • Unangenehmer Realist am 06.04.2013 23:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nun...

    wäre es ev. nicht sinnvoller gegen realen, wirklichen Missbrauch von Kindern vorzugehen, als gegen Bildern und Filmchen auf dem Internet... wäre es nicht sinnvoller die echten Hersteller dieser abscheulichen Videos zu kriegen als irgendwelche Bild- und Film -Konsumenten??? Ich finde diesen Internetkinderpornographie - Wahn zum Kotzen und die echten Täter erwischt man nicht. Wieviele wegen Kinderpornographie Verurteilte sind laut Polizeistatistik wirklich pädophil?? ... 5%??? Gute Nacht!!

  • Richter am 06.04.2013 00:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Logik

    Möchte mal die Dinge zusammenfassen: Da sind einige Jungs die haben ein Filmchen auf ihrem Handy, das zeigt, wie es sich eine junge Frau mit einer Îce Tee Flasche selber besorgt. Der jungen Frau ist natürlich anzusehen, dass sie noch ein Kind ist, obwohl sie sich mit einer Tätigkeit beschäftigt, die man nicht von Kindern erwartet. Ja logisch, dass die bestraft werden, oder? Aus derselben Logik darf natürlich der, der gewusst hat wie alt das "Kind" war und den Film gedreht hat, nicht bestraft werden. Logisch oder? Logische Rechtsprechung? Kaum für hoffnungsvolle Richter! :-)

    • Oliver am 06.04.2013 21:44 Report Diesen Beitrag melden

      Selbe Logik...

      Wenn ich bei einem Produkt den Preis nicht sehe im Laden, ist es also gratis? Unwissen schützt vor Strafe nicht...

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