Nach Tod in der Reuss

26. August 2012 15:34; Akt: 27.08.2012 08:35 Print

Eltern fordern ein klares Schulreise-Gesetz

Ein 14-Jähriger ist letzte Woche auf einem Schulausflug in der Reuss bei Bremgarten AG ertrunken. Jetzt verlangen Elternvereinigungen verbindliche Regeln für Klassenfahrten.

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Bei Schulreisen ans Wasser sollte pro 9 bis 10 Schulkindern eine Betreuungsperson anwesend sein, empfiehlt die SLRG. (Bild: Keystone/urs Flueeler)

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Das Ertrinken eines Schülers vergangene Woche in der Reuss bei Bremgarten AG hat die Deutschschweizer Elternvereinigung auf den Plan gerufen. Sie fordern eindeutige Regeln für Schulausflüge. Bisher gibt es nur Empfehlungen von der Beratungsstelle für Unfallverhütung oder der Schweizerischen Lebensrettungs-Gesellschaft.

«Empfehlungen sind zu schwach. Vernünftige Regelungen wären wichtig, damit die Lehrer mehr Sicherheit haben», sagt Heinz Bäbler von der Deutschschweizer Elternvereinigung «Schule und Elternhaus» gegenüber der Zeitung «Der Sonntag». Klare Richtlinien wünscht auch Tamara Bruggmann von der Elternvereinigung Mutschellen. Als Mutter habe sie kein gutes Gefühl, wenn sie nicht wisse, ob ein Schulausflug sorgfältig geplant sei. «Wichtig ist, dass ein Lehrer genau weiss, wie viele Begleitpersonen er für eine Aktivität im Minimum aufbieten muss», sagt sie.

Mindestens drei Begleitpersonen pro Klasse

Das BFU empfiehlt, dass eine Klasse von 24 Schülern auf einer Reise von mindestens drei Aufsichtspersonen begleitet wird. Vor einem Ausflug sollen Lehrer ihre Schüler zudem über mögliche Gefahren aufklären und Regeln aufstellen. Das BFU rät Lehrkräften auch eine Rechtsschutzversicherung abzuschliessen.

Die SLRG rät bei Ausflügen an einen See, mindestens eine Aufsichtsperson pro zehn Schüler mitzunehmen. Auf Exkursionen an einen Fluss sollte bereits ab neun Schülern eine zweite Begleitperson dabei sein. Es spiele dabei keine Rolle, ob es sich um einen Badeausflug oder um eine Wanderung entlang eines Gewässers handelt, so das Lehrer-Merkblatt. Zudem soll die Lehrkraft den Ausflugsort zuvor ablaufen und Hilfsmittel wie Schwimmwesten vorbereiten.

Die Lehrer begrüssen solche Richtlinien, obwohl diese den Handlungsspielraum stark einschränken und einen grossen Organisationsaufwand bedeuten würde. «Viele Lehrerinnen und Lehrer sind verunsichert und vermeiden sogar Ausflüge und Aktivitäten im Wasser. Deshalb machen klare Regelungen Sinn», sagt Niklaus Stöckli, Präsident des Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverbands.

(ann)