Nesthocker

17. Januar 2019 17:30; Akt: 17.01.2019 17:30 Print

Eltern können fürs Kochen 1000 Franken verlangen

von B. Zanni - Wie viel sollen Nesthocker ihren Eltern für die Hausarbeit bezahlen? Eine Übersicht.

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Berufstätige Nesthocker, die im Haushalt keinen Finger krumm machen, haben die Rechnung ohne ihre Eltern gemacht. Der Nachwuchs solle etwa die Mutter, die wäscht, kocht und putzt finanziell entschädigen, forderte Lehrerin Liselotte Keller kürzlich. Nach den Richtwerten von Agridea für «Dienstleistungen im Haushalt» wären sie Eltern für regelmässiges Waschen einen Stundenlohn von 28 Franken schuldig.

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Nesthocker, die das unfair finden, liegen falsch. Auch das Schweizerische Zivilgesetzbuch hält fest: «Lebt das Kind mit den Eltern in häuslicher Gemeinschaft, so können sie verlangen, dass es einen angemessenen Beitrag an seinen Unterhalt leistet.»

«Ein- und Ausgaben gerecht verteilen»

Die Budgetberatung Schweiz empfiehlt Eltern, jungen Erwachsenen und Wohnpartnern für Arbeiten wie Waschen und Kochen einen Stundenlohn zwischen 20 und 30 Franken zu verrechnen. «Bei einem Kind, das selbst verdient, ist es angemessen, wenn es sich an der Hausarbeit massgeblich mitbeteiligt oder der Mutter oder dem Vater für die Hausarbeit einen Stundenlohn von 20 bis 30 Franken ausrichtet und sich an den Wohn- und Essenskosten beteiligt», sagt Andrea Fuchs, Präsidentin des Vereins Jugendlohn.

Laut Fuchs gibt es Eltern, die selbst zu wenig Geld zum Leben haben, von ihren Kindern aber nichts verlangen. In diesen Fällen stimme die Beziehung nicht mehr. «Wohnt eine Familie zusammen, sind die Einnahmen und Ausgaben gerecht zu verteilen.» Passantin Cristina (53), Mutter einer 18-jährigen Tochter, sagt zu 20 Minuten: «Angemessen ist, wenn der Nachwuchs zehn Prozent seines Lohns für die Hausarbeit abgibt, lebt er bei vollem Lohn noch zu Hause.» So könnten die Kinder am besten zu selbstständigen Menschen erzogen werden.

Die Budgetberatung schlägt bei einem Stundenlohn von 30 Franken folgende Entschädigungen vor:

Frühstück

Pro Tag: 4 bis 5.50 Franken
Pro Monat: 120 bis 165 Franken

Mittagessen

Pro Tag: 13 bis 16 Franken
Pro Monat: 390 bis 480 Franken

Abendessen

Pro Tag: 10 bis 11.50 Franken
Pro Monat: 300 bis 345 Franken

Für die Verpflegung total

Pro Tag: 27 bis 33 Franken
Pro Monat: 810 bis 990 Franken

Aufräum- und Reinigungsarbeiten

300 bis 450 Franken pro Monat

Waschen und Bügeln

180 bis 240 Franken pro Monat


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • cs am 17.01.2019 17:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abgeben ok

    Mann kann es ja auch übertreiben! finde bei einem vollem Lohn kann das Kind 500.- bezahlen nicht das sich die eltern berreichern sondern das die Kinder besser mit Geld umgehen lernen. kenne 28 jährige die nicht mal wissen wo die Waschmaschine angeht! zu verzogen!

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  • Maler50 am 17.01.2019 17:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Familienentscheid

    Eigentlich sollte es dem Junior selber in den Sinn kommen etwas Kostgeld zuhause abzugeben. Im Grunde muss dies die Familie entscheiden ob y wieviel!

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  • rosa am 17.01.2019 17:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wie ist richtig

    Das müssen Eltern selber entscheiden ob Sie das wollen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • ;) am 17.01.2019 21:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache

    Alles wird ökonomisiert... Es gibt doch tatsächlich auch noch andere Gründe, als immer nur der "wirtschaftliche Aspekt". Schwer zu glauben, ist aber so.

  • Andreas am 17.01.2019 21:03 Report Diesen Beitrag melden

    Krass

    Ihr schlägt also im Ernsthaftigkeit, dass die Kinder den Eltern fast 1700.- im Monat bezahlen sollten? Etwas abgeben, ja, aber 1700?!

  • Frtz am 17.01.2019 20:48 Report Diesen Beitrag melden

    Ich würde keinen Stundenlohn...

    ... berechnen, sondern die Miete durch Anzahl Personen, die Einkäufe durch Anzahl Personen, die Hausratsversicherung teilen und eine angemessene Pauschale für Mutter und Vater für ihre Arbeit, die sie leisten.

  • *** am 17.01.2019 20:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verantwortung übernehmen

    Als ich den 1. richtigen Lohn hatte mit 20 Jahren, gab ich 800.- ab. Mit 23 dann 1000.- Mittagessen habe ich Auswärts gegessen. Für mich war das selbstverständlich. Als ich dann ausgezogen bin, habe ich dafür keine Probleme gehabt, weil ich nicht mehr Geld gebraucht habe.

  • steven am 17.01.2019 20:43 Report Diesen Beitrag melden

    Mutter, ja. Und Daddy??

    Wo ist die Miete? Jeder hat sein Zimmer und Daddy bezahlt es? Warum nur der Aufwand der Mutter entschädigen??