Arbeitgeber-Direktor

03. Februar 2017 10:14; Akt: 03.02.2017 14:59 Print

Eltern kranker Kinder sollen zur Arbeit

Kinderbetreuung in Krankheitsfällen müsse im Voraus geplant werden, findet Arbeitgeber-Direktor Roland Müller – und macht sich damit bei Politikerinnen von links bis rechts unbeliebt.

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Nicht während der Arbeitszeit: Eltern am Bett ihrer Kinder. (Symbolbild) (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Die Betreuung von kranken Kindern sollten Eltern im Voraus planen und generell organisieren: Mit dieser Aussage im Blick widerspricht Arbeitgeber-Direktor Roland Müller der bisherigen Haltung seines Verbands. In den letzten Jahren setzte sich der Arbeitgeberverband dafür ein, Frauen besser in der Arbeitswelt zu integrieren. Beruf und Familie sollten kein Widerspruch sein.

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Müllers Chef relativiert diese harte Haltung nicht, sondern findet sogar noch deutlichere Worte: Die vom Gesetz vorgesehenen freien Tage seien «nicht zur Betreuung der Kinder gedacht, sondern für das Organisieren der Betreuung», sagt Valentin Vogt, Präsident des Arbeitgeberverbandes, im «Blick». Das könne man schon im Vorfeld tun, indem man für den Fall, dass ein Kind krank würde, Eltern, Grosseltern, Nachbarn oder einfach den Ehepartner mobilisiere. Bei Alleinerziehenden schlägt Vogt Babysitter vor. Die Kosten dafür müsse dann allerdings der Elternteil tragen.

Krankheiten sind nicht planbar

Politikerinnen von links bis rechts finden wenig Gefallen an den Aussagen der Arbeitgeberspitze. «Wenn der Verband im Ernst meint, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden soll, dann soll er nicht neue Steine in den Weg legen, sondern alte abbauen», sagt BDP-Fraktionschefin Rosmarie Quadranti im «Blick». «Das hier ist aber ein neuer Stein.»

Auch die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh widerspricht dem Arbeitgeberverband: «Aus persönlicher Erfahrung als Mutter weiss ich, dass es nicht möglich ist, die Krankheit der Kinder zu planen.» Kranke Kinder bräuchten Pflege und Fürsorge, damit sie rasch wieder gesund würden. Kein Elternteil wolle schliesslich sein krankes Kind alleine zu Hause lassen. «Deshalb ist seitens der Arbeitgeber Flexibilität gefordert», betont die FDP-Politikerin gegenüber dem «Blick».

«Drei freie Tage ohne schlechtes Gewissen»

«Im Mittelpunkt muss in jedem Fall das Wohl des kranken Kindes stehen, nicht jenes des Arbeitgebers», sagt SP-Nationalrätin und Kinderschutz-Schweiz-Präsidentin Yvonne Feri im «Blick.» Deshalb dürften Eltern die vom Gesetz vorgesehenen drei freien Tage ohne schlechtes Gewissen nutzen, wenn es die Situation verlange. «Wenn es länger geht, liegt es aber in der Verantwortung der Eltern, eine gute Betreuungslösung zu finden.»

(chi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • AnnPierre am 03.02.2017 13:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    lächerlich

    Im Voraus planen? Und wie soll das ablaufen; Ich plane heute, dass meine Tochter in zwei Wochen eine Magendarmgrippe bekommt und frage meine Mutter ob sie dann auf die Kleine aufpassen kann? Also ich halte ja im Allgemeinen schon nicht viel von diesen unüberlegten Vorschläge dieser Politiker, aber das ist doch wirklich lächerlich!

    einklappen einklappen
  • Entlebuchermeitschi am 03.02.2017 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht nichts über vernünftige Planung

    Also das heisst wir Eltern müssen die Krankheit unserer Kinder auch im Voraus planen? Diese Ideen!

  • dany79 am 03.02.2017 13:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ich bleib zu hause bei den kinder...

    krankheit vorplanen interessant...!! wenn meine kinder krank sind bleib ich zu hause, weil dann kann ich mich um sie kümmern... bis zu meinem nächsten arbeitstag sind sie meistens wieder gesund.. aber vorplanen tu ich garantiert nix, weil man weiss nie wie lange sie krank sein werden und vor allem ob sie mit speziellen medikamenten behandelt werden müssen...meine kinder meine verantwortung... ich arbeite nur teilzeit und mit meinem arbeitgeber gibt es keine probleme deswegen wenn ich zu hause bleibe...wenn sie krank sind...

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thüchri am 06.02.2017 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kind krank

    Vielleicht bin ich altmodisch, aber als unser Kind auf die Welt kam, beschlossen wir, dass ich mit arbeiten aufhören soll. Am Anfang nicht einfach, nur noch ein Lohn, ein Baby, ein Haushalt den ich dann alleine schmiss und vieles mehr. Habe es nie bereut. Aber ich war jederzeit bei meinem Kind. Überlegt auch einmal was ihr den Arbeitgeber kostet, wenn ihr fehlt und an die Mehrarbeit eurer Kollegen.

  • 1 Tap am 03.02.2017 15:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin ein Mensch!!

    Unglaublich!!! Sind wir jetzt Roboter oder was?! Wie wärs mal etwas mehr leben und weniger an das Geld denken! Das solche Menschen überhaupt eine gewisse Macht bekommen sollte bestraft werden!

  • baboune am 03.02.2017 15:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    typisch Schweiz!

    Wieder mal die Bestätigung wie Kinder und Familien unfreundlich unsere Schweiz ist!!!!

  • Mel S am 03.02.2017 15:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ausnutzer

    Es gibt da schon Grenzen. Es gibt junge Mütter deren Kind ist totkrank wenn es Schnupfen hat. Die einen übertreiben und die andern kriegens dann ab. Wie immer wenns um Krankheit/Gesundheit geht.

  • wednesday am 03.02.2017 15:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klar...

    Ja klar, man kann ja Krankheiten so super gut voraus planen. Unglaubliche Ideen haben manche Menschen.