Vorstoss

17. April 2012 22:35; Akt: 18.04.2012 10:54 Print

Eltern sollen für «Problemschüler» bezahlen

von Janko Skorup - Schwyz hat genug von «Problemschülern»: Nun sollen die Eltern zur Verantwortung gezogen werden - und unter Umständen eine happige Busse bezahlen.

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Der Kanton Schwyz will «verhaltensauffällige» Jugendliche unter Kontrolle bringen. Sie mobben Mitschüler, klauen und werden gewalttätig. «Immer mehr Kinder haben Mühe mit der Sozialkompetenz», sagt Felix Hof, Leiter des Beratungszentrums für Sozialfragen in Rapperswil. Nun hat die Schwyzer Arbeitsgruppe «mehr Elternmitwirkungspflichten», bestehend aus Politikern von links bis rechts, drei Vorstösse im Kantonsrat eingereicht: Erstens sollen Eltern bei Auffälligkeiten ihrer Kinder beigezogen werden – und im Verweigerungsfall mit bis zu 1000 Franken gebüsst werden.

Zweitens sollen auch Eltern von volljährigen Kindern, die noch in der Erstausbildung sind, benachrichtigt werden, wenn ihrem Kind Lehr- oder Schulabbruch droht. «Denn die Eltern zahlen schliesslich auch, bis die Erstausbildung abgeschlossen ist», sagt Claudia Kälin-Treina von der Koordinationsstelle Elternbildung Ausserschwyz. Drittens sollen Schulen künftig Informationen von vorgängigen Schulen der Problemkinder einholen können.

Jürg Brühlmann, Leiter der Pädagogischen Arbeitsstelle des Lehrerdachverbands, findet die Vorstösse «nachvollziehbar». Das Benachrichtigungsrecht bei drohendem Schulausschluss begrüsst er, «denn zahlende Eltern haben ein Anrecht auf Information». Brühlmann bezweifelt aber, ob die Vorstösse so umsetzbar sind, denn «sie kollidieren mit dem Mündigkeitsgesetz und müssten national geregelt werden». Kälin-Treina plant denn auch schon eine Standesinitiative, falls die Vorstösse im Kantonsrat durchkommen.

FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen rät davon ab: «Das wäre ein unnötiger Umweg, denn die Umsetzung läge doch wieder bei den Kantonen. Volksschulangelegenheiten werden ohnehin kantonal geregelt.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Happy am 18.04.2012 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Nutzlos

    Das nützt doch nichts, da die Eltern dieser Schüler ganz sicher nicht kooperieren und sich von einer Geldbusse nicht beeindrucken lassen. Hoffen wir, dass es bald mal wieder zu einem Generationenwechsel kommt, der einigermassen erträglich ist...

  • P-A Bertholet am 18.04.2012 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Goldrichtig!

    Goldrichtig! Die Erziehung ist zu Hauptsache Angelegenheit der Eltern! Anstand, Respekt und Würde sollten eigentlich schon Kindern im Vorschulalter beherrschen. Es funktioniert aber nur wann die Eltern bereit sind mit dem guten Beispiel voran zu gehen! Heute, leider immer wieder weniger den Fall!

  • S. von Euw am 18.04.2012 01:18 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Herangehensweise

    Das ist eine heikle Angelegenheit, denn wie genau definiert man Problemschüler? Gerade vom Mobbing -Begriff wird in der heutigen Zeit inflationär gebraucht gemacht und für die Feststellung einer "Verhaltensauffälligkeit" ist immer eine sorgfältige Abklärung erforderlich. Zudem haben die Familien, aus denen die "Problemkinder" kommen, häufig selber verschiedene Problemlagen zu bewältigen und da hilft eine Bestrafung meiner Meinung nach nicht. Hier wird Druck auf Familien ausgeübt, die eigentlich selber Hilfe und Unterstützung benötigen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • P-A Bertholet am 18.04.2012 13:01 Report Diesen Beitrag melden

    Goldrichtig!

    Goldrichtig! Die Erziehung ist zu Hauptsache Angelegenheit der Eltern! Anstand, Respekt und Würde sollten eigentlich schon Kindern im Vorschulalter beherrschen. Es funktioniert aber nur wann die Eltern bereit sind mit dem guten Beispiel voran zu gehen! Heute, leider immer wieder weniger den Fall!

  • Happy am 18.04.2012 09:44 Report Diesen Beitrag melden

    Nutzlos

    Das nützt doch nichts, da die Eltern dieser Schüler ganz sicher nicht kooperieren und sich von einer Geldbusse nicht beeindrucken lassen. Hoffen wir, dass es bald mal wieder zu einem Generationenwechsel kommt, der einigermassen erträglich ist...

  • Dies am 18.04.2012 09:42 Report Diesen Beitrag melden

    Endlich!!!

    Bravo!

  • Kevin am 18.04.2012 09:20 Report Diesen Beitrag melden

    Richtig so.

    Denn diese linke gedanken dass die Schüler in der Schule erzogen werden müssen kann nicht gut gehen das sind die selben leute die Kinder 5 -7 Tage in die Kinderkrippe schicken. Ja ich weiss dass einige Hart arbeiten müssen um durchzukommen, jedoch gibt es immer eine Lösung ohne die Kinder abzuschieben.

  • Patriotin am 18.04.2012 08:52 Report Diesen Beitrag melden

    Super - bitte schweizweit umsetzen

    Bei Problemsituationen ist in den seltensten Fällen das Kind selbst ausschlaggebend sondern die Erziehung und Begleitung ins Leben, die dasselbe erhalten hat - oder eben nicht! Die Bestrafung des Kindes ist folglich nur Symptom-Bekämpfung, wenn wir die Ursache des Problems beheben wollen, müssen wir bei den Eltern/Erziehungsberechtigten ansetzen. P.S. Habe seit knapp 2 Monaten einen Hund und zu dessen Erziehung schon 2 Kurse absolvieren müssen (und hab's gerne gemacht!). Meine Kinder (9+11) hab ich mir einfach so zulegen können und kein Schw... kontrolliert, wie ich mich als Mutter so mache...