Betrugsmasche

09. Juli 2014 20:22; Akt: 09.07.2014 20:36 Print

Enkeltrick-Clan gestoppt – trotzdem neue Fälle

Kürzlich ist eine internationale Enkeltrick-Bande in Polen gefasst worden, die für viele Fälle in der Schweiz verantwortlich ist. Dennoch sank die Zahl der Betrugsversuche kaum.

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Blindes Vertrauen: Noch immer lassen sich Senioren am Telefon von Fremden übers Ohr hauen (Symbolbild). (Bild: Keystone/Meinrad Schade)

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Obwohl die Polizei seit Jahren vor Enkeltrick-Betrügern warnt, sind diese bei älteren Personen immer noch erfolgreich. Im ersten Halbjahr 2014 wurden bereits 327 Fälle gemeldet, davon 300 Versuche und 27 erfolgreiche Betrugsfälle, wie das SRF-Magazin «Espresso» berichtet. Gesamtschaden: 1,2 Millionen Franken

Im Mai hatten internationale Ermittlungen nach einer langjährigen Fahndung in Polen zur Verhaftung einer der grössten Enkeltrick-Banden geführt. Unter den Festgenommenen des Familienclans war auch der Erfinder des Tricks. Die Bande war laut Bundeskriminalpolizei für den grössten Teil der Fälle in der Schweiz verantwortlich.

Clanmitglieder in die Lücke gesprungen?

Wie «Espresso» nun berichtet, ist die die Zahl der Betrugsversuche seitdem aber – anders als erwartet – nicht zurückgegangen. Jürg Nydegger von der Bundeskriminalpolizei erklärt gegenüber dem Sender: «Entweder sind weitere Gruppierungen am Werk. Oder es sind Leute aus dem Familienclan in die Lücke gesprungen, die das Betrugssystem inzwischen auch kennen.»

Nach der Verhaftung in Polen habe man bei der Bundeskriminalpolizei die Entwicklung der Enkeltrick-Betrügereien genau beobachtet. Dabei habe man festgestellt, dass es weiterhin Fälle gebe, «einerseits Betrugsversuche, leider aber auch vollendete Taten».

Insgesamt wurden im Mai – also während der Verhaftung der polnischen Bande – wie auch im Juni 33 versuchte Enkeltrick-Betrugsfälle in der Schweiz gemeldet. In diesen beiden Monaten waren die Täter in zwölf Fällen erfolgreich, verhaften konnte die Polizei nur einen Täter im Juni.

(nsa)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Freier Mensch am 09.07.2014 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Grenzen öffnen!

    Jede Verbrecherbande ist bei uns willkommen!

  • Ruedi am 09.07.2014 21:30 Report Diesen Beitrag melden

    Nationalität

    Im Fernsehen kam darüber ein Bericht. Es handelt sich bei den Tätern um in Polen lebende Roma, eine "polnische Bande" ist das in diesem Sinne also nicht.

  • Adriano am 09.07.2014 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    Erfolgsgeheimnis?

    Was ich echt nie verstanden habe, ist die relativ hohe Erfolgsrate dieser Banden. Haben tatsächlich so viele Leute so wenig Kontakt innerhalb der Familie, dass man sich als Fremder "einfach so" am Telefon als Familienmitglied ausgeben und dann noch irwitzige Summen abknöpfen kann? Ich kann mir nicht vorstellen, dass meine älteren Verwandten so einen Käse glauben würden, idR weiss man doch, ob die Enkel z.B. gerade im Ausland sind (und aus irgendeinem Grund hilfe brauchen könnten). Aber naja, vielleicht haben Südländer da einen "ausgeprägteren" Familiensinn...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Yvonne am 10.07.2014 08:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alte Vornamen und Adresse

    Meine Mutter hat schon mehrfach solche Anrufe erhalten. Sie ist mit ihren 84 noch sehr aktiv und merkt sofort dass da was nicht stimmt. Diese Leute gehen wirklich sehr raffiniert vor "kennst du mich noch" dann ist natürlich offen ob es ein Verwandter 2. oder gar 3. Grades ist oder ein alter Freund. Das grösste Problem für sie ist dass im Telefonbuch auch ihre Adresse steht und sie hat daher Angst unwirsch zu reagieren, oder wie ich empfehle mit einer Trillerpfeiffe ins Telefon zu pfeiffen. Wenn wieder Anrufe kommen werden wir den Eintrag mit dem ihrem altmodischen Vornamen löschen.

  • Rosa Münger am 10.07.2014 07:45 Report Diesen Beitrag melden

    Kurse mit Beispielen

    Man sollte irgendwie ältere Leute zu Kursen einladen wo ihnen alles Erklärt wird, mit Bildern, Videos. Mit bsp. zeigen wie die Maschen der Betrüger funktionieren. Wo ihnen klar gemacht wird dass sie sie nicht überreden lassen sollen auch wenn sie nicht ganz sicher sind ob es nun wirklich einen Verwandten ist oder nicht. Dort könnten sie sich auch direkt miteinander unterhalten und Kontakte knüpfen. Das macht auch Stark! Dann noch Hotline oder so einrichten wo sich die Betroffenen melden könnten. Und immer wieder sensibilisieren. Ich würde sofort für solche Kurse Spenden.

  • tommy am 10.07.2014 04:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    in singapore gibts sowas nicht!

    ..ach ja.. die haben ja noch richtige strafen und nicht kuschel di wuschel, 4 stern hotels und therapitis a gogo...

  • Inna am 10.07.2014 04:31 Report Diesen Beitrag melden

    Für was horten die alten Geld?

    Mit 50 werde ich aufhören zu arbeiten und dann 15 Jahre mich schon zurücklehnen und mein Geld ausgeben, ab 65 bekomm ich ja meine Rente und Ergänzungsleistungen etc. Meine Grossmutter konnte sogar trotz Ergänzungsleistung ihre Eigentumswohnung behalten. Also wieso noch Geld horten?

  • Heinz Meier am 09.07.2014 23:11 Report Diesen Beitrag melden

    Erfolg durch Zuwanderung

    Die Seco Direktorin sagte es ja oben. Die Zuwanderung bringt Wirtschaftserfolg. Fragt sich nur für wen? Auf jeden Fall wird es eine Steigerung geben. Leider mehrheitlich ins negative.