Wollte er die Ehefrau töten?

09. Dezember 2019 19:00; Akt: 09.12.2019 19:42 Print

Das sind die Vorwürfe gegen Freddy Nock

Freddy Nock soll angeblich versucht haben, seine Frau zu töten. Das Bezirksgericht Zofingen bestätigt einen bevorstehenden Prozess, nennt aber keinen Namen.

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Vor dem Bezirksgericht Zofingen AG steht am Mittwoch ein Mann wegen versuchter vorsätzlicher Tötung, mehrfacher Gefährdung des Lebens und mehrfacher versuchter Körperverletzung. Gemäss Angaben des TV-Senders Tele M1 handelt es sich um den Hochseilartisten Freddy Nock.

Der 54-Jährige soll gemäss Angaben des Senders seine Ehefrau mehrmals attackiert haben. So soll er seiner Frau unter anderem ein Kissen so lange aufs Gesicht gedrückt haben, bis sich diese tot stellte.

Auf Anfrage von 20 Minuten wollte eine Sprecherin des Bezirksgerichts den Namen des Angeklagten nicht bestätigten. Zu den mutmasslichen Taten gab sie jedoch Auskunft: Nachdem der Angeklagte gemerkt habe, dass seine Frau sich tot stellte, soll er ihr mehrmals mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben. Dabei wurde ihre Nase gebrochen.

Mehrere Gewalttaten

Der Vorfall mit dem Kissen ist aber laut den Vorwürfen der Ehefrau nicht die einzige Gewalttat. So soll der Angeklagte sie einst gepackt und im gemeinsamen Heim im Treppenhaus übers Geländer gehoben haben. Ob sie runterfallen wolle, fragte er sie laut Anklage dabei. Es wäre ein Sturz aus drei Metern Höhe gewesen.

Die Handgreiflichkeiten des Mannes summieren sich in den Ausführungen des Bezirksgerichts. «Der Beschuldigte hat die Ehefrau laut Anklage an der Schulter gepackt und mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen. Somit hätte er in Kauf genommen, dass sich die Frau lebensgefährlich verletzt», so die Bezirksgerichts-Sprecherin weiter. «Er soll seine Frau mit beiden Händen am Hals gepackt und gewürgt haben». Die Vorfälle hätten sich in den Jahren 2008, 2013 und 2014 ereignet. Bei einem Schuldspruch droht Nock eine Gefängnisstrafe zwischen 5 und 20 Jahren. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Beim Büro von Freddy Nock heisst es auf Anfrage, dass er sich aktuell weder zur bevorstehenden Verhandlung, noch zu den erhobenen Vorwürfen äussert.

Streit ums Sorgerecht

Laut einem Bericht des «Blick» füllen die Unterlagen des seit Jahren andauernden Ehestreits der Nocks mittlerweile 30 Bundesordner. Dem Bericht zufolge hat auch Freddy Nock zwei Strafanträge bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Aargau aufgegeben. Darin gehe es um häusliche Gewalt und Tätlichkeiten der Ehefrau gegenüber ihm.

Mitten in dem Rosenkrieg steht der gemeinsame achtjährige Sohn Leo, um dessen Sorgerecht sich die Nocks streiten. Freddy Nock hat vier Töchter aus seiner ersten Ehe. Auch Ximena war zuvor schon einmal verheiratet und hat zwei Kinder mit ihrem Ex-Mann.

Seit Ende der 1990er Jahre schuf sich Freddy Nock mit verschiedenen Weltrekorden einen Namen, die ins Guinness-Buch der Rekorde eingetragen wurden. Er entstammt der Zirkusfamilie Nock und machte schon im Alter von vier Jahren ersten Erfahrungen auf dem Seil. Mit elf Jahren begann er mit der Hochseilartistik.

(kat/pro)