Privatsphäre

18. November 2015 15:11; Akt: 18.11.2015 16:55 Print

Er wird der neue Mister Datenschutz

Adrian Lobsiger, stellvertretender Fedpol-Chef, soll Nachfolger von Hanspeter Thür werden. Dieser verlässt den Posten nach 14 Jahren.

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Promovierter Jurist: Adrian Lobsiger an einer Medienkonferenz in Bern. (29. Mai 2015) (Bild: Keystone/Peter Klaunzer)

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Adrian Lobsiger wird Nachfolger von Hanspeter Thür als eidgenössischer Datenschützer. Der Bundesrat hat am Mittwoch den stellvertretenden Direktor des Bundesamtes für Polizei (Fedpol) für das Amt vorgeschlagen. Nun muss noch die Bundesversammlung zustimmen.

Hanspeter Thür scheidet nach über 14-jähriger Tätigkeit aus dem Amt des Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten (Edöb) aus. Im Falle der Bestätigung wird Lobsiger sein Amt zum frühestmöglichen auf den Entscheid der Bundesversammlung folgenden Zeitpunkt antreten. In der Übergangszeit wird Thürs Stellvertreter Jean-Philippe Walter die Geschäfte führen, wie die Bundeskanzlei in einer Mitteilung schreibt.

Adrian Lobsiger ist zurzeit stellvertretender Direktor des Fedpol. Als Chef der Stabsabteilung und des dazugehörenden Dienstes für Recht und Datenschutz trage er dazu bei, dass die Personendaten in den Informationssystemen des Bundesamtes namentlich auch im Verkehr mit in- und ausländischen Behörden rechtskonform bearbeitet werden, heisst es weiter. Der promovierte Jurist habe sich aber auch wissenschaftlich mit den öffentlich-rechtlichen Aspekten des Datenschutzes auseinandergesetzt.

Seit 1995 im Fedpol

Lobsiger ist 1992 in die Bundesverwaltung eingetreten. Zunächst war er für das Bundesamt für Justiz im Bereich des Internationalen Privatrechts tätig. 1995 wechselte er ins Fedpol. Daneben wirkte er von 2001 bis 2005 an der Hochschule Luzern als Gründer und Leiter des Nachdiplomstudienganges zur Bekämpfung der Wirtschaftskriminalität sowie des Kompetenzzentrums Forensik und Wirtschaftskriminalistik. Lobsiger ist verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Töchtern.

Der Edöb wird für eine Amtsdauer von vier Jahren gewählt. Er übt seine Funktion unabhängig und ohne Weisung einer Behörde aus. Er erstattet der Bundesversammlung periodisch und bei Bedarf Bericht und übermittelt diese Berichte gleichzeitig dem Bundesrat. Der Edöb ist administrativ der Bundeskanzlei angeschlossen.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anon am 18.11.2015 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ach Herrje...

    Ein Polizist als Datenschützer.... Das kann ja nur gut kommen... Schade um Thür. Er war ein wirklich guter Datenschützer, der leider viel zu wenig ernst genommen wurde. Aber das Problem haben die Politiker jetzt ja beseitigt indem sie den Job einem Polizisten geben. Der sieht bestimmt keine Probleme in der Vorratsdatenspeicherung. Das macht die Arbeit der Politiker natürlich um ein vielfaches einfacher...

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  • Röbi Schweizer am 18.11.2015 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht's noch?

    Ein Datensammler als Datenschützer. Viel Vergnügen.

  • Digitalnative am 18.11.2015 15:36 Report Diesen Beitrag melden

    Neutral

    Mit diesem Hintergrund wird Herr Lobsiger sicher im Interesse des Bürgers die Daten schützen und dafür Sorge tragen, dass die Verfolgungsbehörden nicht den totalen digitalen Stasi-Apparat aufbauen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • markus am 19.11.2015 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Hoffnung

    Das lässt ja doch sehr hoffen, dass es dann mit dem Täterschutz ein bischen weniger wird. Wer nämlich nichts zu verstecken hat, der hat auch nichts zu befürchten. Warum ich das weiss? Weil ganz einfach das Personal gar nicht vorhanden ist und alle und jeden zu überwachen. Wir würden besser jene besser überwachen welche entsprechende Absichten haben aber das geht nur ohne Täterschutz.

    • Deathclock am 19.11.2015 13:21 Report Diesen Beitrag melden

      @markus

      Die Daten werden von Algorithmen und nicht von Menschen bearbeitet. Je mehr Gesammelt wird, umso eher fallen auch sie in ein solches Raster. PS die Unschuldsvermutung empfand ich immer schon als störend.

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  • Mike am 19.11.2015 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Na klar..

    Zeigt sehr gut in welcher Zeit wir leben. Warum nächstes mal nicht gleich Alexander Keith der NSA zum Datenschützer ernennen?

  • Stefan Mauerhofer am 19.11.2015 07:48 Report Diesen Beitrag melden

    Unnützer Datenschutz

    Thür war eine Katastrophe. Datenschutz wird sowieso zu hoch bewertet. Meistens ist Datenschutz auch noch Täterschutz.

  • Erik Schiegg am 18.11.2015 22:58 Report Diesen Beitrag melden

    Ein Nichtmacher

    Der graumelierte Herr sieht aus, als ob er sein Fachwissen von seinen Kids hat. Als der jung war, gab es doch Computer erst im James-Bond Film. Aber die Perfekte Besetzung, wenn man einen Nichtmacher als Datenschützer will.

  • B. Schweizerin am 18.11.2015 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Skeptisch

    Datenschutz und Fedpol? Ob das gut kommt?