Geburten in der Schweiz

30. Dezember 2015 22:52; Akt: 30.12.2015 22:52 Print

Erneut Rekordwerte – der Babyboom setzt sich fort

Jedes Jahr kommen in der Schweiz noch mehr Babys auf die Welt. Auch 2015 verzeichnen viele Spitäler wieder einen Rekord. Die Gründe dafür sind vielfältig.

storybild

In der Schweiz kommen jährlich immer mehr Babys zur Welt. (Bild: Colourbox.com)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der seit zehn Jahren anhaltende Babyboom in der Schweiz hält an: 2015 wurde in verschiedenen Spitälern wieder ein Höchstwert erreicht – die Kliniken der Insel-Gruppe Bern haben den Vorjahresrekord sogar so deutlich gebrochen wie noch nie.

Auch Mehrlingsgeburten gab es mehr denn je: Die Vorjahreszahl von 101 wurde mit 118 Zwillingsgeburten überboten. Und es gab elf Drillingsgeburten, so viele wie noch nie

«So viele Geburten hatte das USZ letztmals 1968»

Am Universitätsspital Zürich (USZ) ist die Zahl der neugeborenen Kinder dieses Jahr ebenfalls deutlich angestiegen. So wurde dort die Geburtenzahl vom letzten Jahr (2911) schon vor Weihnachten überschritten. Dieses Jahr kamen bis am Mittwochmittag genau 2989 Kinder zur Welt.

Vor einem Jahr am 30. Dezember waren es nur 2906 Geburten gewesen. Allenfalls werde bis Ende Jahr die Zahl von 3000 Geburten erreicht, sagt Sprecher Claudio Jörg auf Anfrage. «So viele Geburten hatte das USZ letztmals 1968.»

Auch Basel und St. Gallen verzeichnen Höchstwerte

Die Zahl der Geburten nimmt auch am Universitätsspital Basel kontinuierlich zu. Am Mittwochmorgen waren seit Jahresbeginn exakt 2503 Kinder zur Welt gekommen. «Dies ist der höchste Wert seit 1973», so Sprecher Martin Jordan.

Ähnlich klingt es in St. Gallen: Bereits 2014 war mit 1500 Neugeborenen ein Rekordjahr für die Geburtsstation der Frauenklinik des Kantonsspitals. Einen gleich hohen Wert gab es letztmals im Jahr 1972. Nun zeichnet sich für das Jahr 2015 erneut ein Rekord ab. Bis Ende Jahr dürften am Kantonsspital St. Gallen gegen 200 Säuglinge mehr das Licht der Welt erblickt haben als noch im Vorjahr.

Schweizerinnen bekommen mehr Babys

Doch woher kommen die vielen Babys? Gemäss dem Bundesamt für Statistik ist die Schweiz das einzige Land in Europa, das bei den Geburten eine derartige Entwicklung kennt. Grund für den Anstieg ist hauptsächlich das Bevölkerungswachstum, denn die Geburtenziffer blieb in den letzten Jahren mehr oder weniger konstant.

Jordan sagt, am Unispital Basel würden vermehrt in der Schweiz wohnhafte Frauen mit Migrationshintergrund Kinder gebären. Auch schweizweit liegt die Geburtenziffer der Ausländerinnen (1,87) noch immer deutlich über jener der Schweizerinnen (1,43).

«Geburtenzunahme bei Schweizerinnen»

Daniel Surbek, Berner Chefarzt Geburtshilfe und Co-Direktor der Universitätsklinik für Frauenheilkunde, sagt allerdings, die Ausländerinnen spielten keine entscheidende Rolle beim diesjährigen Babyboom. «Wir beobachten eher eine Geburtenzunahme bei den Schweizerinnen.»

Viele Familien wollten heutzutage bis zu drei oder sogar vier Kinder. «Früher war oft bereits nach dem zweiten Schluss», so Surbek. Dies habe seiner Meinung nach vor allem mit den Möglichkeiten zu tun, die eine Mutter mittlerweile habe. Die Bedingungen hätten sich enorm gebessert. «Kitas, Teilzeitarbeit und vor allem auch Männer, die zupacken wollen, sind hier ausschlaggebend.»

(tab)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Henkel am 31.12.2015 00:39 Report Diesen Beitrag melden

    Schön und gut

    Im Jahr 2014 standen 60.000 Geburten durch Frauen mit Schweizerpass 90.000 Ausländern gegenüber, die per Geburt oder Einwanderung in unser Land kamen. De facto sind also Schweizer mit Jahrgang 2014 bereits eine Minderheit. Es ist bei gleichbleibender Politik also eine rein rechnerische Frage, wann Schweizer eine Minderheit im eigenen Land sind. Aber heute ist es ja schon Rassismus, wenn man nicht zur Minderheit im eigenen Land werden will.

    einklappen einklappen
  • Dani am 31.12.2015 03:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Natürliiich

    Migranten zeugen viele Kinder, schliesslich ist dies im südlichen Raum ja ganz normal. Grosse Familien sind dort ein soziales Auffangnetz. Doch in der Schweiz wird leider bei grossen (ärmlichen) Familien der Staat zur Kasse gebeten und das ist einfach nicht fair. Familien müssen schon für sich selber sorgen können. Viele Schweizer wissen das und sind aus finanziellen Gründen zurückhaltender, was auch richtig ist.

    einklappen einklappen
  • Frodo am 30.12.2015 23:36 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft

    Dass ihr so negativ darüber denken müsst find ich schade. Ich für meinen Teil bin sowas von Stolz in wenigen Wochen Vater zu werden, nichts auf der Welt könnte mich glücklicher stimmen als mit meiner Partnerin ein gemeinsames Kind zu zeugen. 6 Jahre haben wir darauf gewartet und nun ist es endlich soweit. Es gibt wichtigeres als einen haufen erspartes zu haben oder nach materiellen Dingen zu streben. Die Zukunft liegt in den Händen unserer Kinder, als Eltern sollten wir ihnen das Verständnis und die richtigen Werte auf den Weg mitgeben damit diese Welt eine vernünftige Chance hat zu existieren

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Ganjaflash am 31.12.2015 22:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zukunftsinvestition

    Babys braucht das Land sonst funktionieren bald unsere Sozialsysteme nicht mehr. Wir haben ein überalterte Gesellschaft und brauchen Nachwuchs so viel wie möglich.

  • Gotthelf am 31.12.2015 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade um Verlust der Heimat

    Hauptgrund für die zu tiefe Geburtenrate der Eingeborenen ist die Verstädterung mit zuwenig Platz für Kinder. Die Leute im Land draussen und auf den Berghöfen haben oft 3 Kinder oder mehr. Hauptursache für Dichtestress ist Immigration. Ohne wären es 5 Millionen und heimeliger wie in 50er-Jahren.

    • Mami am 31.12.2015 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Stadt , ohne Kinder?

      Nein, stimmt nicht. Wohnen in der Stadt mit 4 Kindern. Und ich kenne weitere Familien im näheren Umkreis mit ebenfalls mehreren Kindern. Es ist sehr Quartiersabhängig. Wer glaubt in einer Stadt können die Kinder nirgends sein, täuscht sich gewaltig. Quartierstrassen, Schulhaus Plätze, Sportplätze, alles sehr nah. Ebenfalls Spielplätze oder der Wald. Und , es hat viele Kinder! also läuft immer etwas!

    • Nachdenken am 31.12.2015 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Schade um den Verlust der Heimat

      @ Gotthelf: Mit den Eigenen und mit der normalen Zuwanderung haben wir genug Bevölkerungswachstum, doch Frau Merkel und einige Schweizer Politiker sind der Meinung es braucht mehr , mehr und mehr, die Zeiten ändern sich,meistens ins Negative und das Land bleibt gleichgross - was dann passiert ist denen absolut "egal."

    • Gotthelf am 31.12.2015 21:59 Report Diesen Beitrag melden

      Geburtenregister BS

      Einzelbeispiele sind nicht aussagekräftig. Markus Somm hat 5 Kinder, Köppel 3. Diese Leute haben viel Geld. Man lese einmal das Geburtenregister der Stadt Basel, da kann es einem schlecht werden. Die Hälfte aller Babies darin haben Vornamen, die typisch für die 3.-Welt und ähnliche Länder sind.

    einklappen einklappen
  • Patricia am 31.12.2015 20:09 Report Diesen Beitrag melden

    Windeln und Co.

    Es zeugt schon von reichlicher Unverfrorenheit in einem fremden Land x Kinder zu zeugen wohl wissentlich dass die gesamte einheimische Bevölkerung dafür aufkommen muss. Also ich hätte diese Unverfrorenheit nicht. Wenn ihr also auf der Strasse oder in einem Laden fremde Kinder seht, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass ihr deren Windeln....finanziert!

  • Ugly am 31.12.2015 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    Sozialstaaten

    Jetzt wisst ihr wieso alle Migranten ausschliesslich in gut zahlende Sozialstaaten wollen und sich nicht nur mit sicheren Staaten wie die Türkei, Ungarn, Bulgarien, Griechenland....abgeben. Wenn schon "flüchten", dann soll es auch finanziell rentieren.

    • terrified am 31.12.2015 21:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Sozialstaaten

      @ Ugly , , , für viele in diesem Land ist Ihre Einstellung really Ugly, für mich eine Tatsache, aber solange sie bei uns so umsorgt werden , die Besseres leben Sucher, wird der run auf Switzerland immer mehr zunehmen, wir, das Volk, darf nur bezahlen und den Mund halten und die Spätkonsequenzen übernehmen,mehr dürfen wir nicht.

    einklappen einklappen
  • mathematiker am 31.12.2015 18:59 Report Diesen Beitrag melden

    die 4k-logik !

    die meisten möchten am liebsten 4k-inder (4 kinder), aber sie generieren nur 4k-( 4000 franken) einkommen... die differenz bezahlt papa staat... so einfach die "logik"...