Lehrer gesucht

18. August 2019 09:05; Akt: 18.08.2019 11:44 Print

Verstehen die Kinder ihrer Schulklasse kein Deutsch?

Rekord bei der Zahl der fremdsprachigen Schüler in der Schweiz: Der Ex-Präsident der kantonalen Erziehungsdirektoren sieht darum Handlungsbedarf.

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Schweizweit kommt inzwischen jeder dritte Volksschüler aus einem Elternhaus, in dem eine andere Sprache als in der Schule gesprochen wird. Vor zehn Jahren war es erst jeder vierte, im Jahr 2000 noch jeder fünfte, wie die «SonntagsZeitung» berichtet. Darunter sind viele ohne hinreichende Deutschkenntnisse. Die Situation beunruhigt den Ex-Präsidenten der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) Christoph Eymann zwar nicht - «dieser Trend zeichnet sich schon länger ab», sagt er in einem Interview mit der Zeitung.

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Dennoch müsse man aufpassen: «Das birgt die Gefahr, dass Parallelgesellschaften entstehen», so der Basler Nationalrat. «Es braucht schweizweit vor der ­Einschulung obligatorische Sprachförderkurse für Kinder, die kaum Deutsch beherrschen», sagt er. «Kinder ohne genügende Deutschkenntnisse sollten noch nicht ­eingeschult werden.» Ansonsten könnten solche Kinder oft deutliche Rückstände in ihren Sprachkompetenzen haben, schnell abgehängt werden und sie könnten die Lücken nicht mehr schliessen, hätten Studien gezeigt.

Lehrer nutzen Bildsprache

Eymann betont zudem: «In der Schule müssen sie kom­munizieren und verstehen können, was von ihnen verlangt wird.» Darum sei es wichtig, dass sie mit drei Jahren «die Sprache lernen, die an ihrem Wohnort gesprochen wird».

Wie die Sonntagszeitung berichtet, hat der Trend handfeste Folgen in den Schulen: So wird etwa von einer Lehrerin berichtet, die einer achtjährigen Portugiesin alle Schulbücher, Hefte und Unterlagen fotografieren und die wichtigsten Begriffe in Bildsprache übersetzen muss, weil das Kind kein Deutsch kann. Nütze auch das nichts, müsse ein anderes portugiesisch sprechendes Kind übersetzen.

Sind Sie Lehrer in einer Klasse mit vielen Kindern, die kein Deutsch sprechen? Was hat das für Folgen und wie gehen Sie damit um? Welche Unterstützung wünschen Sie sich? Erzählen Sie uns Ihre Geschichte! Ihre Angaben werden vertraulich behandelt.

(roy/20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Philipp am 18.08.2019 09:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Finanziell

    Vielleicht sollten die betroffenen Eltern sich finanziell an ihren selbstverschuldeten Kosten beteiligen. Sehe es ja tagtäglich, dass auch die Eltern keine Lust haben Deutsch zu sprechen.

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  • B. M. am 18.08.2019 09:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Drei Schritte zurück.

    Die unsägliche Zuwanderung bringt ausser unlösbaren und unfinanzierbaren Riesenproblemen der Schweiz gar nichts. Von der Infrastruktur, Wohnungbau, Arbeitsmarkt über Schulen usw., ein einziges Debakel.

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  • maryz am 18.08.2019 09:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bildung als Integrationsinstrument

    Heute ist die Schule das Integrationsinstrument Nr. 1. Daneben wird an allen Ecken und Enden gespart. Darunter leidet die Qualität der Ausbildung massiv. Drittklässler können kaum lesen und über Rechtschreibung reden wir gar nicht. Auf dem Arbeitsmarkt müssen sie aber dann später mit Schulabgängern aus der ganzen Welt konkurrenzieren. Hier schaufelt sich die Schweiz das Grab für die Zukunft ihrer Kinder. Ein Umdenken ist dringendste notwendig. Mehr Geld für Bildung oder viel weniger Integration wären Lösungen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • E.h am 23.08.2019 01:28 Report Diesen Beitrag melden

    Keine lust?

    Wie sehen sie das? Wird ihnen im gespräch einfach in einer fremdsprache geantwortet oder wie haben sie das herausgefunden, dass sie keine lust haben?

  • Rumpelstilzli am 21.08.2019 07:38 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Deutsch-KEIN Schuleintritt

    Es kann doch nicht sein, dass mittlerweile weit mehr als die Hälfte der Schüler unserer Sprache nicht mächtig ist, diese eingeschult werden, und den ganzen Betrieb behindern? Im Kindergarten behalten und fördern, aber sicher nicht eine Kita auf unsere Kosten...

  • Julia am 20.08.2019 13:40 Report Diesen Beitrag melden

    auf einander zugehen....

    Wo sollen den diese Leute Deutsch lernen, wenn wir nicht mit Ihnen sprechen? 1-2 x die Woche Unterricht reicht nicht. Auf dem Arbeitsmarkt werden sie nicht integriert, weil sie die Sprache nicht können, diese lernen sie jedoch nicht, weil man ihnen keine Chance gibt mit der Landessprache im Alltag in Kontakt zu kommen. Wir sind alle gefragt!! zu interagieren und auf sie zuzugehen. Aber bitte sprecht richtiges Deutsch mit Ihnen und nicht "Ausländerdeutsch" (Grundform) nur so können sie lernen. Sie sind nicht dumm, brauchen aber unsere Unterstützung und Zuwendung. Das selbe gilt für die Kinder!!

    • Barbarella am 21.08.2019 08:38 Report Diesen Beitrag melden

      Kein Interesse

      Naja, ich arbeite seit Jahren tagtäglich mit Menschen aus Südeuropa (vorwiegend Portugal) zusammen. Gratis Deutschkurse besuchen die nicht, Freizeit verbringen sie in ihrer Kommune und sprechen dort nur ihre Muttersprache und daheim ebenfalls. Kein Interesse an der deutschen Sprache.

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  • Anonym am 19.08.2019 19:45 Report Diesen Beitrag melden

    Aufwachsen in einem normalen Haushalt

    Ich finde es sehr unverschämt, seinen Kindern kein Deutsch beizubringen. Meine Mutter ist selber nicht in der Schweiz aufgewachsen, jedoch hat sie sich immer darum gekümmert, dass sie mich trotz Arbeit in wöchentliche Musik- oder Spielkurse brachte. Wenn man sein Kind in der Schweiz grosszieht, dann sollte man seinem Kind gefälligst vor der Schulzeit anständiges Deutsch beibringen.

  • Patriot und Eidgenosse am 19.08.2019 14:59 Report Diesen Beitrag melden

    Schickt Juncker & Consorten

    ins Pfefferland! Nein zum EU-Rahmenvertrag! Sonst kommen noch viel mehr und der Lohnschutz wird die Schüssel hinunter gespült. Alle diese EU-Turbos an der Wahlurne wegwählen! Die Schweiz dem Schweizer Volke!