Ab 2020

10. November 2019 04:32; Akt: 10.11.2019 13:47 Print

Kosten für Gesundheit steigen um Milliarden an

Teure Medikamente, ein neuer Abrechnungstarif für die Ärzte und Mehrbedarf an Pflegenden sind Gründe für den prognostizierten Anstieg.

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Die Gesundheitskosten drohen zu steigen. Dabei gäbe es Möglichkeiten, die Kosten zu senken. Die Medikamentenpreise in der Schweiz sind im Vergleich zum Ausland deutlich teurer. Krankenkassen übernehmen normalerweise die Kosten für Medikamente, die im Ausland gekauft werden, nicht. Die Politik aber fordert, dass sich das ändert. SP-Nationalrätin Bea Heim lancierte eine Motion. Auch Preisüberwacher Stefan Meierhans schrieb in einem Blogeintrag: «Räumt den Patienten, die helfen wollen, Kosten zu sparen, die Steine aus dem Weg.» Würden Krankenkassen die Kosten von Medikamenten aus dem Ausland tragen, könnte das dazu führen, dass die Medikamentenpreise in der Schweiz mittelfristig sinken, schreibt der Preisüberwacher. Internationale Konkurrenz könnte die Gesundheitswirtschaft zu mehr Effizienz und Transparenz anspornen, sagt Krankenkassen-Experte Felix Schneuwly von Comparis. Schweizer hätten mehr Möglichkeiten bei der Medikamentenbeschaffung, ohne dass sie dafür aus der eigenen Tasche zahlen müssen. Der Preisüberwacher hält fest: «Es geht um die haargenau gleichen, sicheren Produkte und es würde auch niemand gezwungen sie im Ausland zu kaufen.» Für die Gesundheitswirtschaft steht hingegen viel Profit auf dem Spiel, so Schneuwly von Comparis. Sie profitiere vom Vertragszwang mit den Kassen sowie von staatlich garantierten Tarifen und Preisen. Laut dem Verband Interpharma verursacht der Parallelimport in der EU der Pharmaindustrie 2 Milliarden Euro Verlust pro Jahr. Das Gesundheitswesen spare hingegen lediglich 400 Millionen Euro. Der Verband warnt zudem vor Fälschern: «Parallelimporte ermöglichen Medikamentenfälschern, in etablierte und sichere Vertriebskanäle einzudringen.» Erfahrungen in anderen Ländern haben laut Interpharma ausserdem gezeigt, dass Parallelimporte von Medikamenten zu Versorgungsengpässen führen können.

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Dieses Jahr steigen die Prämien kaum, doch ab 2020 kommt es in der Pflege, bei Ärzten und Medikamenten zu einem neuen Kostenschub. Das schreibt die «SonntagsZeitung».

Rund die Hälfte davon wird auf die Krankenkassenprämien überwälzt, der Rest kommt auf die Steuerzahler oder die selbst zahlenden Patienten zu. Dies ergeben Berechnungen des Krankenkassenverbandes Santésuisse.

Drei Gründe für Anstieg

Neue und teure Medi­kamente wie beispielsweise das neue Medikament Kymriah von ­Novartis, bei dem eine Therapie 370'000  Franken kostet, dürften die Kosten um eine Milliarde pro Jahr ansteigen lassen.

Der zweite grosse Kostenschub droht, falls der neue Abrechnungstarif für die Ärzte eingeführt wird. Santésuisse würde mit Zusatzkosten von 2,5 Milliarden Franken rechnen.

Die dritte Kostensteigerung in Milliardenhöhe droht bei der Pflege. Einerseits rechnet Santésuisse mit einem Mehrbedarf an Pflegenden von zehn Prozent in den nächsten Jahren. Anderseits kämen Mehrkosten von mehreren Milliarden Franken bis 2030 hinzu, falls die eingereichte Volksinitiative des Schweizer Berufsverbandes der Pflege angenommen würde.

(roy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Gregorius Maximus am 10.11.2019 06:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Versagen der Politik

    Danke Politik Versagen auf allen Ebenen! Eigentlich war das Versprechen das wir die Kosten in den Griff bekommen, aber unsere gewählten Politiker schaffen nur das Gegenteil! Eigentlich sollten die Verantwortlichen zurück treten oder entlassen werden. Viel Spass bei dem Klimaschutz - am Schluss wird es für uns alle viel teurerer und ungemütlicher aber bringen wird es nicht viel.

  • Igel am 10.11.2019 04:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Dampfhammer

    Und die Kostenspirale dreht sich munter weiter.

  • Maler50 am 10.11.2019 06:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    na klar

    Die Wahlen sind vorbei y nun darf wieder kräftig abgezockt werden! Da wird natürlich der Prämien- Zahler als Huhn mit goldenen Eiern weiterhin ausgenommen y am Ende als allein verantwortlicher Esel dargestellt werden!! Einfach nur zum Kotzen die ganze Angelegenheit.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Dä Jesus am 10.11.2019 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wollt ihr es nicht begreiffen, oder könnt ihr es e

    Ja danke, das Volk möchte WENIGER KK bezahlen nicht MEHR und schon gar nicht wegen einer künstlichen Gesundheitskostenexplosion!

  • Fönzi am 10.11.2019 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Darf unser Leben den nichts Kosten

    Darf den unsere Gesundheit nichts mehr Kosten. Für Militär, Landwirtschaft und Entwicklungshilfe wird auch mit der grossen Kelle angerührt. Heute ist es leider so, das Kranken- kassen über Leben und Tod eines Menschen entscheiden können, indem sie teuere noch nicht anerkannte neue Therapien verweigern! Das gebührt sich einem Rechtsstaat überhaupt nicht! Zudem wird ja auch sehr viel Steuersupthrat generiet und somit bleibt das Geld auch im Land

  • Marlies2018 am 10.11.2019 10:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    Ich würde heute auch einen Job im Gesunheitswesen suchen. Wo findet man sonst einen Job mit schier grenzenlosem Wachstum und wo jene die bezahlen müssen, nichts zu sagen haben.

  • wirzwei am 10.11.2019 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    STOP gefordert

    Stopt endlich diese massiven Kosten. Wer so teure Medis braucht, soll sich auch mehr daran beteiligen. Und alle Hersteller müssen verpflichtet werden, die Produkte zu Preisen wie im Ausland erhältlich, zu verkaufen!

  • Paescu22 am 10.11.2019 09:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Oh die armen Pharmakonzerne

    würden dann weniger Gewinn machen, weil sie uns weniger abzocken könnten! Mir kommen gleich die Tränen! Das wäre definitiv mal ein Schritt in die richtige Richtung!