Billag

19. Mai 2015 12:14; Akt: 19.05.2015 18:29 Print

Es gibt zwischen 0.95 und 10.35 Franken zurück

Gebührenzahler erhalten die zu viel bezahlte Mehrwertsteuer ab April 2015 zurück. Das müssen Sie über die Rückerstattungs-Aktion wissen.

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Wer seine Rechnung für Radio- und TV-Empfang im April 2015 bezahlt hat, erhält 10.35 Franken zurück. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Wer bekommt alles Geld zurück?
Personen, die ihre Billag-Rechnung für den Zeitraum ab April 2015 bereits bezahlt haben, erhalten die Mehrwertsteuer zurück. Konkret bedeutet dies, dass alle Haushalte und Unternehmen, die die Jahresgebühr in den vergangenen elf Monaten bezahlt haben, Anspruch auf eine Rückerstattung haben. Dasselbe gilt laut Mitteilung des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) für jene Personen, die bereits eine Dreimonatszahlung für die Monate April, Mai und Juni entrichtet haben. Betroffen sind laut Bakom schätzungsweise 2,7 Millionen Haushalte.

Warum die ganze Aktion?
Am 13. April 2015 hat das Bundesgericht entschieden, dass die Radio- und TV-Gebühren zu Unrecht der Mehrwertsteuer unterstellt wurde. Deshalb fällt der Mehrwertsteueranteil von 2,5 Prozent künftig weg.

Um wie viel Geld geht es?
Mit dem Wegfall der Mehrwertsteuergebühr müssen Haushalte jährlich nur noch Fr. 451.10 statt wie bisher Fr. 462.40 Billag bezahlen. Da allerdings nur jener Anteil der Mehrwertsteuer zurückerstattet wird, der ab April 2015 fällig geworden wäre, hängt der geschuldete Betrag davon ab, wann die letzte Billag-Rechnung bezahlt wurde. Wer seine Jahresrechnung für den Radio- und TV-Empfang im März 2015 bezahlt hat, erhält Fr. 10.35 zurück. Wer die Rechnung schon im vergangenen Mai beglichen hat, gerade einmal 95 Rappen. Bei Unternehmen bewegen sich die Beträge zwischen 1.25 und Fr. 13.70. Noch tiefer sind die Beträge, wenn nur für Radio oder TV Gebühren entrichtet wurden. Eine detaillierte Übersicht gibt es hier.

Wird der geschuldete Betrag auf mein Konto überwiesen?
Nein. Die in der Vergangenheit zu viel bezahlte Mehrwertsteuer wird von der nächsten Rechnung abgezogen.

Wie gross ist der bürokratische Aufwand für die Aktion? Entstehen Mehrkosten?
Dazu konnte das Bakom auf Anfrage keine Angaben machen. Es handle sich jedoch «um die einfachste Art und Weise, die Mehrwertsteuer zu erstatten».

Gibt es eine Chance, dass die Mehrwertsteuer auch für die vergangenen Jahre zurückerstattet wird?
Diese Forderung steht im Raum, seitdem das Bundesgericht entschieden hat, dass die Billag nicht der Mehrwertsteuer untersteht. Gewerbedirektor Hans-Ulrich Bigler, der an vorderster Front gegen die Revision des Radio- und TV-Gesetzes kämpft, verlangt, dass die zu viel bezahlte Mehrwertsteuer ab dem Jahr 2011 zurückerstattet wird. Doch auch hier hält sich das Bakom auf Anfrage bedeckt. Man werde prüfen, ob das Bundesgerichtsurteil neben der heute kommunizierten Rückerstattung allenfalls noch «andere Auswirkungen» haben wird.

(jbu)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Versuch? am 19.05.2015 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wow

    Ist das ein Versuch, sich beliebt zu machen? Die Billag MUSS abgeschafft werden.!

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  • Andy am 19.05.2015 10:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Too little, too late

    Too little, too late. Nein zur Revision und ja zur Abschaffung der Billag

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  • Y.Z. am 19.05.2015 10:45 Report Diesen Beitrag melden

    Danke!

    Mein Jahr ist gerettet!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • J. Meyer am 20.05.2015 22:06 Report Diesen Beitrag melden

    WOW, gigantische Rückerstattungsaktion

    Hoffentlich muss die Billag sich da nicht übernehmen, wenn sie all den Leuten diesen Betrag zurückerstattet. Und im Anbetracht dieser Höhe, täte die Billag gut daran, ähnlich wie bei der Lottostelle, diesen Glücklichen einen Finanzberater zur Seite zu stellen, der gute Tipps mit auf dem Weg zu geben hat, um das Vermögen nicht gleich wieder zu verlieren. Aber vielleicht fällt diese Rückerstattung ja noch unter die Vermögenssteuer u schon schmälert es erneut, schliesslich macht der Staat ja keine Geschenke, aber erwartet gerne welche...

  • Sarkas Mus am 20.05.2015 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    95 Rappen!

    Wow! jetzt kann ich mir ein Hotel leisten! Auf nach Zürich, Paradeplatz! :D

  • Meister Yoda am 20.05.2015 09:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was ist mit den vergangenen Jahren?

    Dieser Betrag erscheint einem Einzelnen nicht viel, aber rechnet man es auf 5 millonen Haushalte hoch (eher gering geschätzt) ist die Summe am Schluss doch recht hoch.

  • A.M. am 20.05.2015 08:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieviel erhalte ich zurück?

    Wieviel bekomme ich rückerstattet, wenn ich den Betrag am 01.10.14 beglichen habe? 0.95 od. 10.35?

  • Barba Papa am 20.05.2015 06:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Back to the Future

    Diese traurige, administrative Bürokratieaktion zeigt einmal mehr zwei Dinge deutlich auf: 1. Die Gebühren sind eine ungeheure Frechheit 2. Eine Billag braucht es definitiv nicht. Was dem Ganzen die Krone aufsetzt, ist aber die Unfähigkeit des Bundesrates aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen. Statt die Billag & die Gebühren zu eliminieren, perfektioniert der BR die Absurdität mit lächerlichen Rückerstattungsszenarien, welche wiederum einen bürokratischen Gau auslösen. Lieber BR-Bürokraten: Kommt zurück in die reale, ökonomisch orientierte Gegenwart!