Trennungsfall

16. April 2019 10:36; Akt: 16.04.2019 13:25 Print

Ex-Partner kämpfen mit Verträgen um Haustiere

Scheidungen werden immer öfter von Sorgerechtsstreitigkeiten um Haustiere begleitet. Tierhalter unterschreiben nun spezielle Verträge.

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Alleiniges oder geteiltes Sorgerecht? Bei Scheidungen werden laut der «Daily Mail» Haustiere immer öfter zum Streitpunkt. So kam ein britischer Hundeversicherer in einer Studie zum Schluss, dass es im vergangenen Jahr in beinahe 30'000 gerichtlichen Scheidungen zu Streitigkeiten um Haustiere kam. Dabei waren bei jeder vierten Scheidung Hunde involviert.

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Um solche Streitigkeiten zu vermeiden, greifen immer mehr Paare auf Haustierverträge, sogenannte Pet-Nups, zurück – auch in der Schweiz. «Meiner Erfahrung nach regeln immer mehr Paare das Tiersorgerecht vertraglich. Darin halten sie zum Beispiel die Besuchszeiten, die Kosten und die Haftung fest», sagt Antoine F. Goetschel vom Verein Global Animal Law. Anders als bei den bekannten amerikanischen Pre-Nuptials, in denen vor der Heirat die wirtschaftlichen Modalitäten im Falle der Scheidung abgehandelt werden, geschehe dies hierzulande zum Zeitpunkt der Anschaffung des Tieres oder im späteren Verlauf.

Vertrag lohnt sich

Ein Vertrag sei eine gute Idee, sagt Michelle Richner, Juristin bei der Stiftung für das Tier im Recht: «Es lohnt sich, sich bei der gemeinsamen Anschaffung Gedanken darüber zu machen, was im Trennungsfall passieren soll.» Zum Wohl des Tieres sei eine gemeinschaftliche Vereinbarung sinnvoll. «Die Vertragsparteien können vereinbaren was sie wollen, solange der Inhalt der Vereinbarung den gesetzlichen Schranken entspricht», so Richner.

Das Gesetz ist diesbezüglich nicht ganz klar. Laut Tieranwalt Goetschel muss beim Gemein- oder Miteigentum das Gericht entscheiden, wenn sich zwei Ehe- oder Konkubinatspartner nicht einigen können (siehe Box).

Viele Scheidungshunde kommen ins Heim

Wie wichtig eine Vereinbarung ist, verdeutlicht Ernst Krüsi vom Berufsverband tierpsychologischer Berater und Leiter des Tierheims Easy in Winkel ZH: «Viele Hunde in den Tierheimen sind Scheidungshunde.» Könnten sich die Besitzer nicht einigen und fänden sie niemanden, der für den Hund sorge, landeten die Hunde in Heimen.

Bei einem geteilten oder alleinigen Sorgerecht sehe die Lage besser aus. «Generell können Hunde eine Scheidung gut wegstecken – unabhängig von einem geteilten oder alleinigen Sorgerecht», so Krüsi. Für einen Hund sei es auf jeden Fall besser, wenn er im gewohnten Umfeld bleiben könne, anstatt im Heim zu landen. «Denn so verliert er mit einem Schlag alle Bezugspersonen.»

«Eine vertragliche Änderung fände ich schräg»

Ob ein Vertrag Sinn ergibt oder nicht, müsse jeder Tierhalter selber entscheiden. Leser sind geteilter Meinung. «Mein Partner und ich kümmern uns gemeinsam um Hund Milo. Sollte es aber zu einer Trennung kommen, würde er eher zu mir kommen, weil ich ihn gekauft habe», sagt Mischa S. (42). «Eine vertragliche Regelung fände ich jedoch ein bisschen schräg.»

Richard Beer (36) ist anderer Meinung. «Ich habe selbst schon erlebt, wie schwierig eine Trennung mit Hund sein kann. Da geht es sofort darum, wer das Tier behalten darf.» Deshalb sei eine vertragliche Vereinbarung sinnvoll.

(maz/mm)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pete G am 16.04.2019 10:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unterschiedliche Beweggründe

    Dann bleibt noch die Frage, wieviele der Partner wollen das Tier behalten, weil sie es effektiv lieben, und wie viele wollen es nur, um es dem anderen weg zu nehmen....

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  • Daniel Kolb am 16.04.2019 11:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nur im Duo Pack

    Bei mir ist alles klar,ich habe den Hund seit er Welpe ist.Der bleibt bei mir.Eine Dame hat sich sogar ereifert sich zwischen ihr und dem Hund zu entscheiden.Meine Antwort:Bye bye Mädel.Als ich ne Wohnung suchte aber der Hund nicht mit durfte,verzichtete ich auf die Wohnung und schlief wochenlang in einem verlassenen Stall.Er ist mein Kumpel seit nunmehr als 13 Jahren und er darf so lange bei mir bleiben solange er lebt.

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  • Mariam am 16.04.2019 11:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Egoisten!

    Eigentlich sollte doch entscheidend sein wo es dem Tier besser geht, Beziehung, Zeit, Aktivitäten und nicht wer es bezahlt hat!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Kuesche am 17.04.2019 11:46 Report Diesen Beitrag melden

    Zeit für den Hund

    Also ich glaube es kommt darauf an, wer für das Tier genügent Zeit aufbringt! Ein Hund der den ganzen Tag alleine zu Hause verbringet und dann nur schnell ausgeführt wird, ist kein glücklicher Hund! Ein Hund braucht täglich Bewegung an der frischen Luft, Pflege und die Nähe des Halters und viel Liebe! Wer ihm dies nicht geben kann sollte keinen Hund anschaffen!

  • Fragt man nicht am 17.04.2019 10:22 Report Diesen Beitrag melden

    Das Tier

    Hat jemand, jemals ein Tier gefragt, ob es mit solchen Leuten noch unter einem Dach hausen möchte.

    • Yakari am 17.04.2019 10:44 Report Diesen Beitrag melden

      vor allem bei Hunden

      Frauchen oder Herrchen sind meist nicht gerade dass, was man sich unter einem Leitwolf vorstellt... dafür gibt es für manche sogar ein Regenmäntelchen und 1A Bio Futter.

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  • Peter Grüninger am 17.04.2019 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    nicht nur um Tiere auch um Kinder!

    Hier geht es "nur" um Haustiere. Ich habe einem Scheidungsvertrag zugestimmt, bei dem wir das gemeinsame Sorgerecht für die Kinder haben. Fakt ist aber, dass die Mutter der Kinder machen kann was sie will und dabei von Behörden unterstützt wird obwohl es widerrechtens ist. Ich leide zusehen zu müssen, wie die Kinder "verkommen" und die Ämter helfen bei der Folter. Zahlen darf ich aber immer, obwohl im selben Vertrag die finanziellen Dinge geregelt sind - ich muss meine Pflicht einhalten - hier bestehen die Behörden darauf! (Nicht dass ich nicht für meine Kinder zahlen wollte.)

    • Hugop am 17.04.2019 14:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Grüninger

      Hätte es einen Hund gegeben, hätten Sie vielleicht den bekommen als Ausgleich. Man weiss nicht, wie Gerichte ticken.

    • null karakter am 17.04.2019 14:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hugop

      absolut taktlos und völlig deplazierter kommentar! vorsicht, karma....

    • die Ritterin am 17.04.2019 15:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter Grüninger

      Ja, auch das gibt es leider.

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  • Martin am 17.04.2019 09:46 Report Diesen Beitrag melden

    Es ist bedenklich!

    Je älter ich werde desto mehr fällt mir auch im privaten Umfeld auf wie boshaft viele Schweizer/innen geworden sind. Das war früher nicht so. Gott sei dank hab ich nie geheiratet. Inzwischen beneiden mich dafür nicht bloss die Männer sondern auch viele Frauen. Und das schlimmste daran ist, ich kann meistens beide Seiten verstehen und verstehe nicht wie diese eindmals netten Menschen so werden konnten.

    • Lucky Luke am 17.04.2019 12:36 Report Diesen Beitrag melden

      die Welt ist gross

      wer heiratet denn schon eine verwöhnte, bünzlige Schweizerin.

    • Hugop am 17.04.2019 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lucky Luke

      Viele wollen eine die folgt aus dem Orient. Oder was genau wäre die Alternative?

    • die Ritterin am 17.04.2019 15:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lucky Luke

      Sie können ja eine Importfrau heiraten. Die Ehe hält dann garantiert 5 Jahre.

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  • Sandra am 17.04.2019 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augen auf beim Hundekauf

    Also meines wissens mus man den Hund an der Gemeinde anmelden, wegen hundesteuer ect. Selbst bei Verheirateten paare kan sich jeweils nur einer eintragen lassen und dieser hat dan die rechte für den Hund. So wurde es uns erklärt. Somit kan auch nur der jenige zur Hundeschule der als offizieller Hundehalter drin steht. Verstehe somit die Diskussion und das ganze theater nicht ganz.