Jasmin Maeder

06. Februar 2019 20:44; Akt: 06.02.2019 20:49 Print

Ex-Pornostar will für Pnos in den Nationalrat

Die ehemalige Porno-Darstellerin Jasmin Maeder kandidiert für den Nationalrat. Dabei warnt ihre Partei vor dem schädlichen Einfluss expliziter Videos.

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Jasmin Maeder (29), die Zürcher Sektionsleiterin der rechtsextremen Partei National Orientierter Schweizer (Pnos), will für den Nationalrat kandidieren. «Ihr kennt meine Meinung und Einstellung. Wir können nur so etwas bewirken», schrieb sie am Montag auf Facebook.

Ihre Ankündigung wurde rege kommentiert, mehrmals sichern ihr Männer im gestandenen Alter ihre Unterstützung zu – und geben Liebesbekundungen preis. Diese Art der Aufmerksamkeit ist für Maeder nicht neu. Bei einem Schweizer Pornoproduzenten trat sie als 18-Jährige mehrmals als Darstellerin namens Cleopatra in Pornofilmen auf.

Posieren und politisieren

Über 150'000 Mal wurden einige Clips mit Titeln wie «Interview mit dem Teen-Model Cleopatra» oder «Perverse Spiele mit Teeny Cleopatra» bisher angeklickt. In den Videoausschnitten präsentiert sich Maeder als naive Frau, die fast alles mit sich machen lässt.

Im Mittelpunkt ist Maeder auch bei der Pnos. Seit sie im März 2017 zur Zürcher Vorsitzenden bestimmt wurde, dient sie der Partei als Aushängeschild: Auf Facebook posiert sie bei zahlreichen Events mit Parteivertretern; kommentiert sind einige Bilder etwa mit 88 (für «Heil Hitler») oder 848 (für «Heil dir Helvetia»), zwei typische Grussformeln bei Rechtsextremen.

Schutz der Jugendlichen

Auf dem Facebook-Profil der Nationalratskandidatin präsentiert sie sich zurückhaltend. Auf ihre ehemalige Tätigkeit deutet nichts. Hat es damit zu tun, dass Pornos bei der Pnos verpönt sind?

Denn die Pnos kritisiert in ihrem Parteiprogramm pornografische Aufnahmen scharf. Der «Schutz der Jugend vor Drogen oder Pornografie» ist dabei einer der Pfeiler der Pnos-Ideologie. Unter 18-Jährige müssten vor den «schädlichen Einflüssen» der Pornografie unbedingt geschützt werden.

Das Postergirl der Pnos

Für Pnos-Präsident Dominic Lüthard ist das kein Widerspruch. Auch Maeder befürworte die Pnos-Forderung, dass unter 18-Jährige keinen Zugang zu Pornografie erhalten sollen. Zudem habe Maeder schon vor ihrer Wahl zur Sektionsleiterin die Pnos-Leitung über die Aufnahmen informiert. «Daher rechneten wir sogar damit, dass die Clips früher oder später ihren Weg an die Öffentlichkeit finden.»

Mit ihrer Vergangenheit habe Maeder aber abgeschlossen, stolz darauf sei sie nicht, sagt Lüthard. Schliesslich sei sie zum Zeitpunkt der Aufnahmen erst 18 Jahre alt gewesen. «Das ist mittlerweile fast zehn Jahre her.» Dass sie als Postergirl der Pnos dient, verneint er nicht. «Ich denke aber nicht, dass sie aufgrund ihrer Schönheit im Wahlkampf weniger Stimmen erhalten wird.»

Maeder selbst war für 20 Minuten nicht zu sprechen.

(dk)