«Aggressivität geht auf den Wecker»

06. April 2019 05:13; Akt: 06.04.2019 07:31 Print

Ex-Präsident der Zürcher SVP kritisiert eigene Partei

Konrad Langhart teilt nach der Zürcher Wahlschlappe und seinem Rücktritt gegen seine Partei aus. Vor allem an deren Stil übt er Kritik.

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Seit letztem Dienstag ist Konrad Langhart nicht mehr Präsident der SVP Zürich. Nachdem die Partei bei den Kantonsratswahlen eine herbe Niederlage einstecken musste und über fünf Prozent verloren hatte, ist er zurückgetreten. In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» übte Langhart nun deutliche Kritik an seiner Partei.

Die SVP habe in den letzten drei Jahren immer mehr verloren – in verschiedenen Kantonen. «Da kann man doch nicht sagen, die Zürcher Kantonalpartei sei schuld», so Langhart. Die SVP stehe in der ganzen Schweiz im Gegenwind und für die Themensetzung der Partei könne er nichts. «Die Selbst­bestimmungsinitiative, die den Auftakt für unseren Wahlkampf hätte sein sollen, ist kläglich gescheitert.»

Noch pointierter äusserte sich der Agronom und Biobauer aus Oberstammheim zum Stil seiner Partei: «Ich kann Ihnen sagen, diese Polemik und Aggressivität geht den SVPlern im Weinland immer mehr auf den Wecker.» Er sei für eine etwas andere SVP eingestanden, eine die konstruktiv mitarbeite und nicht nur provoziere. Schliesslich würden unterdessen viele merken, dass die Polemik sich abgenützt habe.

«Gegen Politstil zur Wehr setzen»

Auch die Polemik in Sachen Klimapolitik verstehe er nicht, sagte Langhart und kritisierte in diesem Zusammenhang insbesondere Roger Köppel. Für Köppel sind das grösste Problem die linken Lehrer, die ihre Schüler instrumentalisieren. «Man kann doch nicht alle, die sich Sorgen wegen des Klimas machen, in die gleiche Ecke stellen», so der Ex-Präsident der Zürcher SVP. Diese Sorge sei in der SVP durchaus auch vorhanden. «Wir Bauern haben letztes Jahr erlebt, wie es ist, wenn es einen Sommer lang nicht regnet.»

Es bringe keine Lösungen, andere anzugreifen und fertigzumachen, ist Langhart überzeugt. «Wenn nötig, werde ich mich gegen diesen Politstil zur Wehr setzen.» Auch gegen die einflussreichen Leute, die in der SVP das Sagen hätten. Ein Austritt aus der SVP ist für den Kantonsrat trotz aller Querelen kein Thema.

(20 Minuten)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Boss1570 am 06.04.2019 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Recht haben Sie Herr Langhart

    Als SVP-ler wünsche ich mir das die Parteileitung dies langsam aber sicher auch Schnallt. Es muss was geändert werden, sonst Verlieren noch mehr Wähleranteil.

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  • Heidi Heidnisch am 06.04.2019 06:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Kern ist faul

    Eben, Ihr Bauern habt es erlebt, aber trotzdem einem Klima-Ignoranten hinterherrösten.

  • Scilla am 06.04.2019 06:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Etwas spät

    Das fällt ihm etwas spät auf. Schon seit der Zeit als Blocher an die Macht kam hatt diese Partei immer mehr an Anstand verloren. Ich bin nur froh, das mein Papi nicht mehr miterleben musste was aus seiner geliebten SVP geworden ist!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Auf diesen Mann, der in der Partei am 06.04.2019 23:06 Report Diesen Beitrag melden

    bleibt, sollte gehört werden...

    Da kritisiert einer die Partei- deren Ausrichtung, Ton, Stil und Präferenzen - aus der Sicht eines Politikers, der statt ständiger Konfrontation auf Zusammenarbeit setzen wollte. Dass er öffentlich für seine Meinung hingestanden ist, ist weit mutiger als die Kritik derer, die die Partei in Schutz nehmen. Der Fall Langhart zeigt, dass politisieren ohne die Unterstützung und Kontakte mit den richtigen - weil wichtigen - Leuten fast nicht mehr machbar ist. Einen Stall ausmisten zu wollen - rhetorisch gemeint - ist eines, aber einen Stall real auszumisten, das lernt man nicht an der Uni.

  • Oberstammer am 06.04.2019 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Oberstammheimer Meinung

    Wir schätzen Dich. Wenn es im Politzirkus nicht mehr um die Menschen geht, dann passt ein aufrichtiger Mann vielleicht nicht hinein. Schade. Aber wir stehen hinter den Werten, die Du gut vertreten hast. Liebe Grüsse, Deine Nachbarn

  • Sheep NoMore am 06.04.2019 22:16 Report Diesen Beitrag melden

    Wer ignoriert, ist die Frage

    Sie meinen hoffentlich die Ignoranten, welche wissenschaftliche Grundsätze ignorieren und der Meinung sind, dass der CO2 Anteil von 0.038 % in der Atmosphäre dafür verantwortlich ist für die vorübergehende Wärmeperiode? Und dass die Zunahme des CO2 und die der Temperatur nicht korrelieren? Im Gegenteil, in der Zeit von 1940 bis 1975 nahm das CO2 durch die Industrialisierung stark zu, jedoch die Temperatur deutlich ab. Und das ist nur eines von vielen Beispielen.

  • Lisa Margot Stucki am 06.04.2019 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Urmeli

    Es ist unglublich wie nach der Abwahl von Politiker auf der Partei (SVP) umgegangen wird! Ich verstehe den Frust aber warum muss die Partei sofort, oder überhaupt durch den Schlamm gezogen werden. Pendelt doch alle auf die Grüne/Rote/Linke Seite. Ich helfe nicht mit diese Umwelt-Hysteriker zu finanzieren. Bleibe meiner Linie seit Jahren treu und wähle, ob sie wollen oder nicht der SVP seit meiner Jugend treu.

  • Hiram Abif am 06.04.2019 20:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlechter Stil,

    spuckt in den Teller, aus dem er gegessen hat.