Pauschale pro Fall

21. April 2019 03:41; Akt: 21.04.2019 03:41 Print

Exit bezahlt jetzt seine Sterbehelfer

Personen, die andere Menschen in den Tod begleitet haben, erhalten künftig eine Entschädigung.

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Bislang haben die Sterbehelfer von Exit ehrenamtlich gearbeitet. Das ändert sich jetzt, wie Recherchen der «SonntagsZeitung» ergeben.

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Exit-Präsidentin Saskia Frei schreibt im aktuellen Mitgliedermagazin, die Organisation habe «neue angemessene und faire Entschädigungen» für Sterbehelfer eingeführt. Wie hoch die Entschädigungen ausfallen, will Sprecher Jürg Wiler auf Anfrage der «SonntagsZeitung» nicht sagen.

Entlöhnen und entlasten

Gemäss Wiler arbeiten die Sterbehelfer weiterhin freiwillig, stehen aber in einem Auftragsverhältnis mit Exit. Sie würden pauschal pro Fall entschädigt. «Nachweisbar überdurchschnittlicher Aufwand» werde mit einer «adäquaten Zusatzentschädigung nach Aufwand» abgegolten. Er begründet den Schritt mit dem gestiegenen Aufwand für die Sterbehelfer, der schon seit längerer Zeit das Ausmass einer rein ehrenamtlichen Tätigkeit übersteige. Viele Menschen hätten keinen Hausarzt mehr, was die Abklärungen für viele Freitodbegleitungen zusätzlich erschwere.

Exit will Sterbehelfer nicht nur entlöhnen, sondern auch entlasten. Die grösste Sterbehilfeorganisation der Schweiz will ein sogenanntes Abklärungsteam aufbauen. Dieses soll bei «komplexen oder unklaren Fällen» entscheiden, ob die Bedingungen für eine Sterbe­hilfe gegeben sind. Die Mitglieder dieses Teams will Exit - wie die Sterbehelfer - vorab aus dem Gesundheitsbereich rekrutieren.

(roy/20 Minuten)