«Schatten-Informatik»

09. November 2018 16:21; Akt: 09.11.2018 16:21 Print

Experten mahnen Armee wegen Sicherheitslücken

Eine Revision auf dem Waffenplatz Bure im Jura bringt sogenannte «Schatten-Informatik» zutage. Was das für die Datensicherheit der Armee bedeutet.

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Bei einem Besuch auf dem Waffenplatz Bure im Jura haben Experten Sicherheitslücken entdeckt. Wie die «Aargauer Zeitung» berichtet, wurde festgestellt, dass es an einem zentralen Standort der Schweizer Armee Verbindungen ins Internet gibt, von denen die Verantwortlichen nicht wissen, woher sie kommen. Im schlimmsten Fall könnten Hacker auf diesem Weg in die Netzwerke der Armee dringen.

Die Revisoren bezeichnen dies als «Schatten-Informatik». Das heisst, dass Netzwerkkabel, Router oder Programme ausserhalb der offiziellen Systeme genutzt werden, obwohl dies verboten ist.
Es bestehe dabei die Gefahr, dass sensible Daten in falsche Hände geraten könnten.

Private Hard- und Software

Man habe nicht klären können, wo sich die WLAN-Geräte genau befinden und wie sie vernetzt sind. Bei mindestens einem Gerät besteht die Vermutung, dass ein Angehöriger der Armee es selbst installiert und nach Dienstende nicht deaktiviert habe.

Neben der Stichprobe auf dem Waffenplatz Bure wurden die Schnittstellen zwischen VBS und Miliz-Armee geprüft. Auch hier stellen die Revisoren kein gutes Zeugnis aus, weil oft private Hard- und Software verwendet worden sei.

Bericht zur Kenntnis genommen

Die Armeeführung hat die Befunde der VBS-Prüfer zur Kenntnis genommen, wie die «Aargauer Zeitung» weiter schreibt. Man habe die WLAN-Zugangspunkte überprüft und aktualisiert. Als «kritisch und verboten» werden nur diejenigen Geräte eingestuft, die mit der VBS-Infrastruktur verbunden sind.

Technische und organisatorische Massnahmen könnten die Sicherheit erhöhen. Gegenüber der Zeitung lieferte der Armeesprecher keine weiteren Informationen dazu.

(kat)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Frank am 09.11.2018 17:53 Report Diesen Beitrag melden

    Warum es Schatten-Informatik gibt

    Solche Schatten-Informatik gibt es an vielen Orten, auch Sptäler oder viele Grossfirmen. Grund dafür ist eigentlich immer der gleiche: Wenn die "offizielle" Informatik nur Dinge zur Verfügung stellt mit denen nicht vernünftig gearbeitet werden kann (z.B. einen neuen Server in Betrieb nehmen dauert 6 Wochen) dann versuchen sich die Leute halt selbst zu helfen. Dass dabei die Sicherheit auf der Strecke bleibt ist klar, denn dafür fühlen sich die Leute dann ja nicht zuständig. Ergo: Die normale Informatik brauchbar machen, dann klappts auch mit den Usern.

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  • Matt Tailor am 09.11.2018 16:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Come on...

    Ohne eigene Notebooks, Tools, Apps und SE 079 läuft gar nichts mehr, sorry. So viel Budget, wie eine gleichwertige Ausrüstung kostet, würde niemals durchkommen in Bundesbern.

  • Ein Fourier am 09.11.2018 18:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Benutzerfreundlich NEF!

    Dann soll doch bitte das vbs die informatikstruktur benutzerfreundlich und effizient machen.. Auch neben dem dienst, für Vorbereitungsarbeiten Kann doch nicht sein das private Anbieter von mir benutzt werden müssen für büroangelegenheiten, weil das vbs nicht fähig ist gleiche funktionalität und benutzerfreundlichkeit zu bieten. Am Ende bin ich Kader geworden um den Soldaten eine bestmögliche Performance im Dienst zu bieten damit Sie ihre Soldatenarbeit (aus meiner sicht der hauptbestandteil des ganzen ladens) in ruhe durchführen können. Das geht leider mit privaten Anbietern viel besser!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Anony Mouse am 09.11.2018 23:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Facepalm

    KMUs haben bessere Sicherheit. Vielleicht sollte man die ganze IT privatisieren.

  • C. Ryback am 09.11.2018 22:34 Report Diesen Beitrag melden

    Alles halb so wild

    Sind wir mal ehrlich. Im Ernstfall währe sowieso fraglich ob die Energieversorgung noch existiert. Und was soll der "Feind" schon Hacken? Ein Schulungsprogramm für Panzererkennung?

  • Burebueb am 09.11.2018 22:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    klare Sache

    keine Smartphones im Dienst!

  • Stefan I. am 09.11.2018 20:44 Report Diesen Beitrag melden

    Schatten-Informatik?

    Wird auch bei den Tochtergesellschaften der COOP benutzt, den nur so funktioniert die IT ohne Probleme und "Herausforderungen". Mit der ^Internen Wertschöpfung (IaaS)' verhindert der Konzern, das man normal arbeiten kann.

  • O. Berleutnant am 09.11.2018 20:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mut zur Lücke

    Schatten-Informatik gibts dann wenn die offiziellen Informatik-Projekte 3x länger dauern, 5x mehr kosten und am Schluss unbrauchbar sind.