Gefährliche Batterien

18. September 2015 08:05; Akt: 18.09.2015 10:40 Print

Explodierende Akkus lösen grosse Brände aus

Sie stecken in Handys, Staubsaugern, Bohrmaschinen oder E-Bikes: Aufladbare Batterien erleichtern unser Leben. Bis sie zu brennen beginnen.

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Mitte September hat in der Romandie bereits zum zweiten Mal ein Akku eines Elektrovelos Feuer gefangen. Dabei brannte eine Wohnung aus, ein Mehrfamilienhaus musste evakuiert werden. Dies sind nicht die ersten Fälle, in denen explodierende Batterien grossen Schaden anrichteten.

In Winterthur hatte 2012 der brennende Akku eines Elektrovelos ein ganzes Velogeschäft in Schutt und Asche gelegt. In Deutschland starb im vergangenen Jahr ein älterer Mann, weil eine E-Bike-Batterie im Hotelzimmer explodiert war. Er und seine Frau hatten ihre Batterien dort über Nacht aufgeladen und waren durch die Explosion geweckt worden. Nur die Ehefrau schaffte es noch rechtzeitig aus dem Hotelzimmer.

«Es kann schnell Zehntausende Franken kosten»

Auch wenn dies Einzelfälle sind, die Auswirkungen grosser Batteriebrände sind nicht zu unterschätzen. Die Luzerner Gebäudeversicherung hat darum kürzlich extra an einer Informationsveranstaltung auf die Gefahren hingewiesen. «Wir haben zwar nur wenige Fälle pro Jahr, diese neue Brandursache beobachten wir jedoch aufmerksam», sagt Sprecher Markus Clerc.

Die Aargauische Gebäudeversicherung warnt ebenfalls explizit vor Akkus. «Weil es immer mehr gibt, kommen solche Brände häufiger vor», sagt Peter Schiller, Leiter Abteilung Gebäudeversicherung. Laut Schiller gehe es dabei nicht in erster Linie um Elektrovelo-Batterien. Mehr Fälle gebe es durch brennende Akkus von Modellflugzeugen oder -autos.

Experten warnen vor Lithium-Batterien

Zwar seien es im Verhältnis zu anderen Brandursachen immer noch wenige Fälle. Aber die Schäden durch brennende Akkus seien in der Regel besonders hoch. Schiller: «Das kann schnell Zehntausende bis Hunderttausende Franken kosten.» Im schlimmsten Fall könne ein ganzes Haus niederbrennen.

Schuld an den Schadenfällen sind sogenannte Lithium-Batterien, die immer mehr herkömmliche Akkus ersetzen. Risiko-Experte Michael Buser aus Wien bezeichnet die «kleinen Kraftwerke im Handtaschenformat» zwar bei ordnungsgemässem Umgang als «vergleichsweise sicher». In einem ausführlichen Bericht über die Batterien in der deutschen Zeitschrift «Schadenprisma» warnt er dennoch vor Gefahren der neuen Batterien.

Nicht mit Wasser, sondern mit Sand löschen

Als Folge mechanischer Beschädigungen, Herstellungsfehlern, Hitze oder Kälte könne es zu Feuererscheinungen oder einer Explosion kommen. Und: je grösser die Batterie, desto grösser der Schaden. Darum sind Handy- und Laptop-Batterien relativ ungefährlich. Von grossen Geräten wie jenen von Elektrovelos oder Modellflugzeugen hingegen gehe ein grösseres Risiko aus.

Die Luzerner Gebäudeversicherung rät denn auch, Geräte nicht in der Nähe von brennbaren Materialien wie Zeitungen oder Vorhängen zu laden, sie nie unbeaufsichtigt zu lassen und wenn möglich draussen aufzuladen und brennende Geräte nicht mit Wasser, sondern nur mit Löschdecken oder Sand zu löschen. Und Peter Schiller betont: «Wichtig zur Vermeidung von Bränden ist das Befolgen der Sicherheitshinweise in der Betriebsanleitung der Akkus.»

(ann)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Pedrazzini Tom am 18.09.2015 08:32 Report Diesen Beitrag melden

    Etliche Fehler im Artikel

    Gemäss dem Schweizer Batterie und Akkuexperten Dr. Rolf Zinniker von der ETH Zürich können Akkus schlimmstenfalls brennen aber nicht expolodieren. Ausserdem handelt es sich um Lithium Ionen Akkus und nicht Lithium Wegwerfbatterien. Bitte besser recherchieren.

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  • Ben c am 18.09.2015 08:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kleine Kraftwerke

    Klingt zwar gut, nur produzieren Akkus keinen Strom, sorry. Nächstes Mal vielleicht!

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  • RCler am 18.09.2015 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    Achtung vor LiPo's

    Aufpassen bei LiPo's. Wenn diese Dinger mal brennen, dauert es auch unter Sand und Geröll sicher 15min bis die sich beruhigen. LiPo's NIEMALS unbeaufsichtigt laden. Immer Lipo-Bags benutzen. Und am besten ausserhalb der Wohnung laden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • sepple am 19.09.2015 10:40 Report Diesen Beitrag melden

    Entsorgung von Lithium-Ionen Akku

    Wie sieht es aus mit der Entsorgung von Lithium-Ionen Akku. Etliche Brände bei Sammelstellen und Entsorgungsbetrieben zeigen die Gefährlichkeit. Vorsichtsmassnahmen wären dringend angebracht, aber wer bezahlt diese. Die Entsorgungsbranche wird einfach mit den Problemen und Kosten für Sicherheitsvorkehrungen alleingelassen.

  • Fuli am 19.09.2015 06:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Panikmacherei...

    Wenn man Lipos richtig benutzt, kann nichts passieren! Diese Panikmacherei ist einwenig unnnötig...

    • Michael am 19.09.2015 10:19 Report Diesen Beitrag melden

      Was sagt die Versicherung dazu ?

      Auf alle Fälle würde ich mal die Versicherungspolice abchecken, ob sie zahlt, wenn auf diese Weise ein Schaden entsteht. Mein bauch sagt mir, das das nicht der Fall ist und die Versicherungen flugs etwas Neues erfinden werden. Klingt mir alles nach einem Artikel des Versicherungslobby um angst zu schüren, damit sie ihre neuen Police auch an den Mann bringen können. Genau wie die jetzt kursierenden Versicherungsangebote gegen Erdbeben.

    • MyOpinion am 19.09.2015 11:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Michael

      Durch Li-Akku-Brände sind ganze Lagerhallen und Fabriken abgebrannt, Flugzeuge abgestürzt. Ihnen egal weils die Versicherung bezahlt? Dann denken Sie mal kurz nach wer die Versicherungsprämien bezahlt. Direkt oder indirekt über den Preis eines Produkts.

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  • RC-Auto Fahrer am 18.09.2015 21:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    LIPO

    Mein Ferngesteuertes Auto wurde mit NIMH Akkus geliefert. Den bei den LIPOs muss man besonders aufpassen! Auf Youtube gibt es Videos wo Leute, die entsprechend ausgerüstet sind, die LIPO Akkus absichtlich überladen. Was davei passiert will man lieber gar nicht im Haus haben

  • Andy am 18.09.2015 19:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tesla und Co

    Ok sollen die Forscher doch mal ein Tesla und ein herkömmliches Auto als Versuch im Labor in Brand stecken. Mal sehen welches kaum zu löschen sein wird!?

    • Profi am 18.09.2015 23:45 Report Diesen Beitrag melden

      Löschmittel

      Als gut geschulter Feuerwehrmann versichere ich Ihnen, dass beides relativ schnell gelöscht ist. Nur eine Frage des Löschmittels..,

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  • Melissa am 18.09.2015 18:31 Report Diesen Beitrag melden

    Besorgt!

    Kann mir jemand behilflich sein: Ich habe ein iPhone 4S welches vor einigen Monate aus meiner Brusttasche meiner Jacke im Treppenhaus 4 Stockwerke nach unten gefallen ist. Das Handy funktioniert, man kann telefonieren UND Fotos machen als ob nichts passiert wäre. Meine Frage: Ist da ein Gefahr, wenn ich das iPhone auflade und nicht anwesend bin, oder spielt das keine Rolle? Ich habe keine Lust darauf, dass meine Täfer-Dachwohnung eines Tages im Flammen aufgeht.

    • Simon am 18.09.2015 18:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Melissa

      Ich möchte dafür keine Haftung übernehmen, aber wenn der Akku nicht beschädigt wurde (weder verformt, noch zerkratzt) und er sich nicht aufgebläht hat, dürfte er nicht gefährlicher sein als vor dem Sturz.

    • MyOpinion am 18.09.2015 20:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Melissa

      grundsätzlich sollten Li-Akkus keinen Schlägen ausgesetzt werden weil diese in der Tat Schutzeinrichtungen beschädigen können. Wenn der Sturz vor ein paar Monaten war, dann ist ein Schaden nicht allzu wahrscheinlich. Ich würde den Akku regelmässig auf ungewöhnliche Temperaturentwicklung im Betrieb und beim Laden prüfen. Hält er weniger lang? Dann ersetzen. Glück hat, wer einen entfernbaren Akku hat: Ab und zu schauen ob sich der zu verformen beginnt-flach auf den Tisch legen und schauen ob er "wackelt" .

    • Aschi am 19.09.2015 11:13 Report Diesen Beitrag melden

      iDoktor

      Nun macht ihr nicht unnötig Angst... Ich habe bei etliche iPhone4 und 5 den Akku ersetzt und kenne iPhones relativ gut. Der Akku ist sehr gut geschützt eingebaut und zusätzlich verklebt. Wenn die Rückseite nicht gebrochen ist, dann hat der Akku mit 99%iger Sicherheit keinen Schaden genommen, denn er sitzt beim iPhone 4 und 4S direkt hinter der Gehäuserückseite. Ein Tausch ist beim iPhone 4 übrigens sehr günstig, falls der Akku sowieso schon etwas schwach ist.

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