Krach auf dem Campingplatz

23. Juli 2019 16:53; Akt: 23.07.2019 16:53 Print

Fahrende zapfen Wasser ab, Feriengäste verduften

Eine Gruppe Fahrender hat sich ohne Erlaubnis auf dem Parkplatz eines Campings eingerichtet. Die Polizei gibt ihnen zwei Tage, um den Platz zu verlassen.

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Seit Sonntag trübt dicke Luft die Ferienstimmung auf dem Campingplatz Belle Rive in Grandson VD. Wie 20 minutes schreibt, hat eine Gruppe von Fahrenden ihre Wohnmobile in der Nacht auf Sonntag auf dem Autoparkplatz des Campings parkiert und sich seither auf dem Platz eingerichtet.

Am Vorabend war eine Familie vorbeigekommen und hatte vom Campingplatzbesitzer die Erlaubnis erhalten, über Nacht auf dem Gelände zu bleiben. Der Mann habe den Fahrenden einen Schlüssel für das Autoparking gegeben – in der Annahme, dass die Familie ihr Wohnmobil abstellt und darin nächtigt.

Wütende Campingbesucher reisten ab

Am nächsten Morgen folgte die Überraschung: Unbefugt hatte die Familie vier weitere Wohnmobile samt Bewohner auf den Autoparkplatz des Campings geschleust. Die übrigen Feriengäste waren darüber wenig erfreut. So sagte eine Camping-Besucherin zu 20 minutes: «Die ungebetenen Gäste haben damit begonnen, die Wasserschläuche umzuleiten und das kalte Wasser zum Duschen, das für die regulären Gäste gedacht war, beinahe aufgebraucht. Zudem haben sie ihren Abfall einfach überall auf dem Camping liegengelassen.»

Viele Campinggäste haben ihre Autos vom Parkplatz weggefahren und in einer anderen Ecke des Campings platziert. Weitere haben den Campingplatz am Sonntag gar verlassen. Laut der Zeitung hat der Campingbesitzer schliesslich die Polizei gerufen. Die Beamten konnten im ersten Moment jedoch nichts gegen die ungebetenen Gäste unternehmen. Da unter den Fahrenden auch Kinder seien, seien Zwang und Gewaltanwendung die allerletzten Mittel, erklärte die Kantonspolizei Waadt ihr Vorgehen.

Seltener Fall

Eine unmittelbare Vertreibung der Fahrenden vom Gelände würde zudem eine Bewilligung von höchster Instanz benötigen. Deshalb setzt man vorerst auf Verhandlungen mit den Fahrenden. Die Polizisten haben den Familien eine Frist bis Mittwoch gesetzt. Bis dann müssen sie den Campingplatz verlassen haben.

Gemäss dem Camping-Club TCS Suisse stellt der Fall eine Seltenheit dar. Es komme praktisch nie vor, dass sich Fahrende für längere Zeit unbefugt auf einem Campingplatz einrichten würden.

(jk)