Schwule Väter vs. Spielgruppe

16. November 2019 06:33; Akt: 16.11.2019 07:08 Print

«Es ging um unsere Familienkonstellation»

Im Fall des schwulen Paars, das seine Zwillinge in Lenzburg nicht für die Spielgruppe anmelden konnte, bringt eine E-Mail neue Details ans Licht.

Die Familie kann es nicht glauben: Rafael und Rahul dürfen nicht in die Spielgruppe. Die Spielgruppen-Leiterin spricht von einem Missverständnis. (Video: 20 Minuten)
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Der Fall warf hohe Wellen: Zwei dreieinhalbjährige Buben dürfen in Lenzburg nicht in die Spielgruppe, weil sie zwei Väter haben. Die Spielgruppenleiterin, die so entschied, musste sich heftige Kritik gefallen lassen. Sie schrieb in einem Brief schliesslich von einem Missverständnis. Ausschlaggebend für die Absage an die Väter sei demnach nicht deren sexuelle Ausrichtung gewesen, sondern die Sprache.

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Die beiden Zwillingsbuben sprechen nur Englisch. Aufgrund der Belegung der Spielgruppe hätte sie keine Zeit gehabt, um die Kinder zu fördern, so die Leiterin. Dem widersprechen in einem Bericht der «Aargauer Zeitung» nun die beiden Väter. «Es ging um unsere Familienkonstellation und nie um die Englisch-Kenntnisse der Buben», sagte einer der beiden. In der E-Mail, in der die Spielgruppenleiterin den Vätern eine Absage erteilte, steht denn auch: «Ihre Familienkonstellation geht mich nichts an und ich nehme dazu auch keine Stellung ein. Demgegenüber bleibe ich neutral. Das kann ich aber nur, wenn ich die Konfrontation meide. Aus diesem Grund gebe ich Ihnen eine Absage.»

Wie die Spielgruppenleiterin sagte, habe sie mit den Vätern vor dieser schriftlichen Absage auch noch telefoniert und bereits mündlich abgesagt. Dieses Telefonat sei nicht einfach gewesen, daher habe sie «noch schnell» diese E-Mail geschrieben. Hätte sie gewusst, dass diese Nachricht drei Monate später ausgegraben würde, hätte sie sich mehr Zeit genommen «und alle Gründe für die Absage nochmals genau aufgelistet, die ich den Vätern zuvor mündlich mitgeteilt hatte.»

(scl)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Susi am 16.11.2019 07:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte aufhören

    Eine Spielgeuppe ist ein freiwiliiges Angebot und nicht staatlich anerkannt. Auch im Fussballverein oder im Tanzstudio darf der Verein über eine Aufnahme entscheiden. Lasst die SG-Leiterin doch in Ruhe.

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  • Genderwahnsinn am 16.11.2019 07:30 Report Diesen Beitrag melden

    Habs langsam satt

    Mich nerven die in letzter Zeit immer lauter werdenden Forderungen von sogenannten Randgruppen etwelcher Couleur, die sogenannte "Normalos" schon fast als Randgruppe von Rückständigen erscheinen lassen. Etwas mehr Zurückhaltung wäre der Sache dienlicher.

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  • Peter Notfallpfleger am 16.11.2019 06:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Private Spielgruppe - American school?

    Es ist wie es ist! Und muss genauso akzeptiert werden, wie man erwartet, dass die beiden schwulen Väter akzeptiert werden müssen! Da heutzutage ja jeder alles will und fast alles machbar ist, wird es im Alltag, im gesellschaftlichen Zusammenleben immer schwieriger! ZB stellt sich die Frage, warum die Kinder, die in der Schweiz leben und dessen Väter ja Schweizer sind, nicht Deutsch sprechen? Aha, wegen der Bauchmama und dem Kontakt zu ihr! Andere Kinder wachsen der Situation entsprechend zweisprachig auf; aber diese zwei sind halt schon speziell!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anonymaa am 16.11.2019 17:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spielgruppe

    Für alle die meine Aussage nicht richtig interpretieren ( das geht gar nicht ) es geht gar nicht dass alle auf der Spielgruppenleiterin rumhacken !!!!!

  • SonjaA am 16.11.2019 17:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Missverständnisse passieren halt...

    An die Öffentlichkeit gehört so ein Fall meiner Meinung nach nicht! Weder über den Vätern noch über die Leiterin kann ich etwas sagen, aber ich finde es nicht angebracht, solche Sachen in einer Zeitung breit zu treten und andere zu beschuldigen. Ausserdem sind ganz sicher auf beiden Seiten Fehler passiert. Toleranz wäre vielleicht oft eine Lösung, am besten für alle Parteien. Mit Toleranz haben wir auch hier bei der Arbeit die besten Erfahrungen gemacht.

  • Turi Abel am 16.11.2019 15:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Turi

    was für ein Drama. ..es hat sicher noch mehr Spielgruppen in Lenzburg...auch andere Fam kriegen absagen...so ist das Leben..

  • Mami am 16.11.2019 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    :)

    Egal bei wem und in welcher Familienkonstellation die Kinder aufwachsen, das WICHTIGSTE ist, dass Kinder mit Liebe und Geborgenheit gross werden.

  • Selbstgefällige Gockel am 16.11.2019 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Weist denen sofort ihre Grenzen auf

    Man tut gut daran, sich nicht mit diesen zwei Herren einzulassen. Sie suchen ganz offensichtlich den Konflikt und meinen, sich unter dem Deckmantel der Gleichstellung über andere stellen zu dürfen. Was sie tun ist einseitig geforderte Toleranz und das gehört unterbunden.