Bundesrat

23. Mai 2018 17:13; Akt: 23.05.2018 17:13 Print

Fast eine Milliarde für «Sion 2026»

Der Bundesrat steht klar hinter dem Projekt «Sion 2026» und will eine Menge Geld in die Hand nehmen, um die Olympischen Winterspiele in die Schweiz zu holen.

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Der Bundesrat hat in seiner heutigen Sitzung die Botschaft über den Bundesbeitrag an Olympische und Paralympische Winterspiele in der Schweiz verabschiedet. Er beantragt dem Parlament, das Projekt «Sion 2026» mit bis zu 994 Millionen Franken zu unterstützen. Im Bundesbeitrag enthalten seien auch 40 Millionen Franken, um konkrete Projekte Dritter in verschiedenen Bereichen fördern zu können.

Der Bundesrat sei überzeugt, dass Olympische und Paralympische Winterspiele grosse Chancen für die Schweiz als Austragungsland darstellten. Nicht nur im Sport, sondern auch in Wirtschaft und Gesellschaft liesse die Kandidatur «Sion 2026» zahlreiche positive Auswirkungen erwarten. Dazu gehörten neben der Möglichkeit zur internationalen Positionierung der Schweiz vor allem auch regionalwirtschaftliche Impulse.

Bundesmittel für Projekte

Für den Bundesrat sei es ein zentrales Anliegen, dass konkrete, hauptsächlich von privaten Organisationen lancierte und mitfinanzierte Projekte angestossen werden, namentlich in den Bereichen «Sport, Bewegung und Gesundheit», «Tourismus, Landwirtschaft und Regionalentwicklung» sowie «Energie, Raum und Umwelt». Für solche Projekte seien in der Kandidatur 91 Millionen Franken vorgesehen, davon 40 Millionen Franken Bundesmittel.

Der Bundesrat unterstütze die Kandidatur und beantrage in seiner Botschaft dem Parlament, die entsprechenden Kredite zu beschliessen. Die maximale Beteiligungshöhe des Bundes liege bei einer Summe von 994 Millionen Franken.

Mehr Chancen als Risiken

In der Vernehmlassung seien die Reaktionen zum Vorhaben positiv ausgefallen, hält der Bundesrat weiter fest. Viele Vernehmlassungsteilnehmer teilten seine Einstellung. Auch die grosse Mehrheit der Kantone habe sich positiv zum Projekt geäussert.

Es wurden aber auch kritische Stimmen laut. Vor allem linke Parteien und Umweltorganisationen stemmen sich gegen das Projekt. In ihren Augen sind Spiele dieser Grösse mit nachhaltigem Management und sozialer Verantwortung kaum möglich und bergen Risiken für Umwelt und Finanzen.

Der Bundesrat geht in seiner Medienmitteilung vor allem auf Bedenken zur Sicherheit ein. Er sei sich bewusst, dass acht Jahre vor der Austragung eines solchen Grossanlasses zwangsläufig auch Unwägbarkeiten bestünden. Dazu gehörten die Aufwendungen für die öffentliche Sicherheit.

Die Konferenz der Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) habe aber bestätigt, dass die Sicherheit der Winterspiele gewährleistet werden könnte; die Kantone stünden derzeit in Verhandlungen für die Regelung der Sicherheitskosten.

Wallis gespalten

Doch nicht nur links-grüne Parteien äussern Skepsis. Auch die Bevölkerung in den potenziellen Austragungskantonen ist tief gespalten. Im Wallis entscheidet das Stimmvolk am 10. Juni über eine finanzielle Beteiligung von 100 Millionen Franken des Kantons an den Olympischen Winterspielen.

Laut einer Umfrage im Auftrag des Westschweizer Radios und Fernsehens RTS, die am Dienstag veröffentlicht wurde, erteilen 58 Prozent der befragten Walliser Stimmberechtigten dem Projekt eine Absage. Bloss 42 Prozent würden derzeit «Ja» oder «eher Ja» sagen.

(jdr/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tttk am 23.05.2018 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    AHV

    Für die AHV ist kein Geld vorhanden. aber um ein paar Sportfunktionären schöne Ferien zu ermöglichen hat der Bundrat gleich eine Milliarde zur Hand.

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  • MWEN am 23.05.2018 17:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mir Stinkts!

    Der Bund hat Geld für alles, ausser fürs eigene Volk!

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  • R.Müller am 23.05.2018 17:37 Report Diesen Beitrag melden

    Meinung

    Wenn wir abstimmen dürfen, wird es nichts.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Beobachter am 24.05.2018 12:53 Report Diesen Beitrag melden

    Genug

    Für jeden Mist steht Geld zur Verfügung. Ich + meine Mitarbeiter (Kundendienst) wollen endlich nicht jeden Tag Stundenlang im Stau stehen müssen + wieder Termine Fristgerecht erreichen können = 1.Prio + Schnell. Olympia nur dann wenn die Ansprüche des OK MASIV zurückgeschraubt werden. Wer die Auswirkungen sehen will soll mal kurz vom Wallis nach Italien + all die verlotterten Sportstätten, leeren Hotels + Wohnungen aus den Winterspielen von Turin besichtige !

  • Beeroverhead am 24.05.2018 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Besser Vaterschaftsurlaub

    ... aber für einen bezahlten Vaterschafts- oder Elternurlaub ist kein Geld vorhanden......

  • Michi am 24.05.2018 12:41 Report Diesen Beitrag melden

    Ausser Spesen nichts gewesen

    Ist ja lustig, immer wieder nach den Olympischen spielen hört man ausser Spesen nichts gewesen. Zur korrektur einzelne die das Geld schon haben haben danach noch mehr. Die Landverschandelung resp. Infrastruktur wird aufgebaut und dann meistens sich selber überlassen. Gut die CH würde da wenigstens nen Nutzen daraus ziehen. Aber trotzdem denke ich das es für die Wirtschaft und die Gesellschaft nur einen sehr kurzen Nutzen bringt. Den grössten Nutzen haben die die es schon haben.

  • Kauzz am 24.05.2018 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nie Nachhaltig ....

    Zu teuer und nach dem Anlass Sportstätten-Ruinen! Das Geld unserer degenerierten Armee zukommen lassen; unsere grösste Baustelle...

  • Tom am 24.05.2018 12:24 Report Diesen Beitrag melden

    Gelder sollten gescheider verwendet werden

    Geld, dass man für sogenannte Marketing Aktionen verblödet. Die besser sozial eingesetzt werden können. Es hat sich auch vielfach bewiesen, das Infrastrukturen wie Olympiadörfer und Anlagen, die zu hohen Preisen erstellt wurden, nicht wieder verwendet werden. Deshalb ein NEIN zur Olympia Sion.