Felssturz im Engadin

28. Juli 2018 14:43; Akt: 28.07.2018 22:00 Print

«Zuerst dachten wir, dass es brennt»

Ein Felssturz in der Nähe von Zernez hat mächtig Staub aufgewirbelt. Weitere Nachstürze werden erwartet. Elf Personen mussten mit dem Helikopter evakuiert werden.

Elf Personen musste wegen des Felssturzes evakuiert werden. (Video: Leserreporter)
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An der Ostflanke des Linard Pitschen kam es am Freitag zu einem Felssturz, wie die Kantonspolizei Graubünden mitteilte. Sie geht von 20'000 bis 30'000 Kubikmeter Felsmassen aus, die dabei in das Val Lavinuoz gedonnert sind. Einige Felsblöcke hätten gar die Grösse eines Lastwagens gehabt.

Felssturz in Zernez löst enorme Staubwolke aus

Durch das trockene Klima war die Staubentwicklung ausserordentlich gross, wie die Bilder der Polizei eindrücklich zeigen. Der Staub sei durch das Tal entwichen und bis zur Kantonsstrasse vorgedrungen.

Vierzig Einsatzkräfte vor Ort

Nach Angaben der Bündner Polizei wurde niemand verletzt.
Die Feuerwehr Zernez hat alle offiziellen Wege zum Gefahrengebiet abgesperrt. Elf Personen, die sich zum Zeitpunkt des Felssturzes in einer nahe gelegenen Hütte aufgehalten hatten, aus Sicherheitsgründen mit der Heli Bernina evakuiert werden. Ein Leser-Video zeigt den Helikopter-Einsatz:

Der Leser-Reporter A.E., der sich Lavin befand, erlebte die Staubwolke hautnah mit. «Es war ein komisches Gefühl», sagt A.E. An Anfang sei man sich nicht sicher gewesen, ob es sich um einen Brand oder doch einen Felssturz handle. «Die Menschen auf der Hotelterrasse sind alle ins Innere geeilt», sagt A.E. Es stellte sich aber schnell heraus, dass es sich nicht um einen Brand handelt: «Wir hatten den ganzen Staub in den Augen.» Die

Der Felssturz hat nach Angaben der Polizei vierzig Einsatzkräfte erfordert. Neben Angehörigen von Polizei, Feuerwehr und des Gemeindeführungsstabs Zernez waren auch ein Geologe sowie Mitarbeitende des Amtes für Wald und Naturgefahren im Einsatz. Mitarbeiter des Tiefbauamtes Graubünden wurden für die Strassenreinigung aufgeboten.

Weitere Nachstürze werden erwartet

Am Samstagvormittag haben Mitarbeiter des Amtes für Wald und Naturgefahren zusammen mit einem Geologen das betroffene Gebiet mit einem Helikopter erkundet, um sich ein Bild von der Gefahrenlage zu machen. Da in den nächsten weitere Nachstürze erwartet werden, wurden die Wanderwege im Abschnitt Alp d'Immez bis auf Weiteres gesperrt.

(dwe)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Donald Putin 68 am 28.07.2018 17:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wen wundert es?

    Nun auch Felssturz am Piz Linard. Der Permafrost schmilzt, die Alpen werden "planiert". Siehe auch Murgang im Illgraben. Die Hitze in diesem Sommer hat dem Piz Linard sicher noch den Rest gegeben. War vor etwa 15 Jahren einmal an der Abbruchstelle, Kristalle suchen. Leider werden die Stimmen, die einen Klimawandel verneinen, auch durch die neuen Felsstürze und Murgänge nicht verstummen! Schade!!

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  • Wörni am 28.07.2018 17:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Erosion durch Hitze

    Wahrscheinlich hilft das warme Wetter mit, dass zusätzliche Erosionen stattfinden können. Da hat es in den Alpen noch viele Gefahrenherde.

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  • Heidi am 28.07.2018 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gewagtes Wohnen

    Es stehen so viele Häuschen direkt unter grossen Felsen, auch viele Dörfer sind grossen Felsen ausgesetzt und niemand denkt dass irgendwann eine Katastrophe passieren könnte!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Natur am 29.07.2018 19:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Felssturz

    Sie wurden schon Lange davon Gewarnt das es ein Felssturz gibt alle haben nur Gelacht und Experten ausgelacht . Jetzt ist es Tatsächlich was vorher Gesagt wurde.

  • Brumm am 29.07.2018 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    Mich fasziniert's / fertig Komfortzone

    Die Schweiz war eine Komfortzone wo sich hunderte Jahre nicht gross was änderte und das ist jetzt vorbei. Und wir sind mittendrin. Das Bünzlitum geht zu Ende, endlich.

  • Alex Graubünde am 29.07.2018 00:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wäg dem bezli staub

    Irgendwie verstehen die meisten gar nicht, dass es hier eigentlich um die enorme staubwolke geht, und weniger um den felssturz. Gruess usem Graubünde

  • Peter am 28.07.2018 22:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Felssturz

    Wenn es stimmt, dass die Alpen einst so hoch waren wie der Himalaya heute, dann haben wir in den nächsten paar Millionen Jahren noch so einiges zu erwarten.

    • Lilly Wolf am 29.07.2018 08:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Natur zahlt uns zurück! Man borrt die Berge , macht Tunnels , alles für unsere Luxus ! Warum??? Warum, muss Mensch mit dem Autos ans Ziel fahren?? Es gibt so viel Möglichkeiten ! Schulferien , einteilen! Auch in Herbst gibt's es Urlaub? Aber , nein , wir wollen in hoch Saison fahren! Dann sollen sie in Stau sitzen! Traurig ist, sie verpesten den Luft! Dann wieder Gejammer ! Alles hat kein Ende ???warum???

    • Peter am 29.07.2018 12:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Lilly Wolf

      Wenn die höchste Alpengipfel einst über 8000 m hoch waren- und das waren sie- dann sollte man nicht wegen jedem kleinen Felsstürzchen die Menschheit verantwortlich machen, so tragisch das für die im Bereich jeden Felssturzes lebenden Menschen auch ist. Wir haben wohl in der heutigen Zeit und ganz besonders auch in Europa dringendere Probleme zu lösen, als die Folgen menschengemachten Klimawandels.

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  • Lori Schiers am 28.07.2018 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    Glück und Dank

    Erleichtert das in der schönen Val Lavinuoz keine Menschen zu Schaden kamen. Hoffe auch die Steinböcke vom Piz Linard haben sich in Sicherheit bringen können.