Versicherungsbetrug

19. September 2019 10:49; Akt: 19.09.2019 16:09 Print

Ferrari-Abfackler besorgte sich Diplomatenpass

Skandal-Millionärssohn Nidal B. hat Versicherungsbetrug begangen. Eine Haftstrafe hat er deswegen aber nie angetreten.

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Seinen Ferrari 458 Italia liess Nidal B. 2014 im deutschen Augsburg anzünden. Darauf wurde er wegen Versicherungsbetrug verurteilt. Nidal B. hat seine Haft nie angetreten. Offenbar versuchte er sich mit einem gefälschten Diplomatenpass vor der Justiz zu schützen. Sandro A. war ein Geschäftspartner von Nidal B. Er vermietete mit seinem Unternehmen «Enjoy your dream» Luxusautos. Das Unternehmen ist mittlerweile Konkurs. Die Forderungen belaufen sich laut der Zeitschrift «Beobachter» auf 2,7 Millionen Franken. Einer der Gläubiger ist der Millionärssohn Nidal B. Nidal B. zeigt sich gerne mit Champagnerflaschen. Sandro A. (rechts) soll von Nidal B. in dessen Villa gegen seinen Willen festgehalten worden sein. Nidal B. widerspricht. «Das sagt er nur, um seine Schulden nicht zu bezahlen.» Nidal B. geriet im Dezember 2018 mit einem seiner Sportwagen in die Schlagzeilen, weil er auf einer Spritztour in den Hoch-Ybrig mit dem Boliden stecken blieb. Dabei handelte es sich um einen grünen Lamborghini. Erst ein Pistenbully konnte den Boliden befreien. Der Einsatz des Bullys wurde mit 50 Franken in Rechnung gestellt. Nidal B. lud daraufhin mehrere Videos auf die sozialen Netzwerke hoch und liess sich von seiner Gefolgschaft für teils waghalsige Aktionen feiern. Hier posiert Nidal B. mit Rapper Kay One. Hier ein kleiner Einblick in die Autosammlung von Nidal B. Der Millionärserbe protzt auf Instagram mit seinen neuen Schlitten ... ... und wie er die Sportwagen auf Bergstrecken ausführt. Unter dem Titel «ein Teil meiner White-Sammlung» veröffentlichte er einige, in der Garage parkierte Fahrzeuge.

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Der Schweizer Millionärssohn Nidal B. steht wieder einmal in den Schlagzeilen. Vermutlich, um sich vor der Polizei zu schützen, wollte sich der 24-Jährige einen gefälschten Diplomatenpass beschaffen.

Nidal B. war gerade erst volljährig, als er seines Ferraris überdrüssig wurde. So kam es, dass er ihn im März 2014 vor einem Bordell in Augsburg anzünden liess. Mit der Versicherungssumme wollte er sich dann ein neueres Modell kaufen.

Haftstrafe ohne Bewährung

Damit das Ganze nicht zu offensichtlich aussah, liess sich Nidal B. von Komplizen helfen. Während er im Puff weilte, zündeten die Kollegen den rund 300'000 Franken teuren Wagen an. Zuvor wurden jedoch die Spezialfelgen und Carbonteile entfernt.

Dank abgehörten Telefongesprächen und Aufnahmen von Überwachungskameras flog die Tat jedoch schnell auf. Nidal B. wurde im August 2015 vom Augsburger Amtsgericht zu 22 Monaten auf Bewährung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft zog das Urteil jedoch vor die nächste Instanz, sodass Nidal B. eine Haftstrafe ohne Bewährung erhielt, wie der «Blick» schreibt.

Pass soll vor Polizei schützen

Doch Nidal B. hat seine Haft nie angetreten, wie der «Spiegel» jetzt schreibt. Offenbar versuchte er sich mit Hilfe eines Diplomatenpasses vor der Polizei zu schützen.

Die Beamten hatten im Rahmen einer Kontrolle einen Stapel Ausweispapiere am Frankfurter Flughafen sichergestellt. Sie waren im Handgepäck einer Frau gefunden worden. Die Ausweise, die sie dabeihatte, waren auf Personen ausgestellt, die in kriminelle Machenschaften wie Urkundenfälschung und Versicherungsbetrug verstrickt waren. Unter den beschlagnahmten Diplomatenpässen befand sich auch jener, der auf den Namen des Schweizer Millionärssohns lautete. In Deutschland ist Nidal B. zur Fahndung ausgeschrieben.

Betreibungen in Höhe von 600'000 Franken

Nicht nur wegen der Ferrari-Nummer geriet Nidal B. in die Schlagzeilen. Erst im Januar wurde publik, dass der heute 24-Jährige angeblich einen verschuldeten Geschäftspartner gegen seinen Willen in einer Villa im Thurgau festhielt. Eine Strafuntersuchung diesebzüglich ist noch im Gange.

Gegen Nidal B. laufen zudem Betreibungen in der Höhe von rund 600'000 Franken, wie 20 Minuten im Januar in Erfahrung gebracht hatte. «Diese stammen aus Streitfällen aus meinem Immobiliengeschäft», sagte Nidal B. damals.

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