«Tiere in Panik versetzt»

28. Juli 2018 21:23; Akt: 28.07.2018 21:23 Print

Tierschützer jubeln über Feuerwerksverbot

Während die Feuerwerk-Händler grosse Umsatzeinbussen verbuchen, freuen sich andere über das drohende Ausbleiben der Böllerei.

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«Keine blödsinnige Knallerei am 1. August! Freude herrscht», schreibt ein 20-Minuten-Leser erfreut. Ein anderer wünscht sich friedliches Kerzenlicht statt farbenfrohe Böllerei: «Feiern wir doch unseren Landesgeburtstag mit Wein oder Apfelsaft bei Kerzenlicht. Und Silvester auch gleich, und zwar für immer.»

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Auch Leser Eduard stört sich an den Feuerwerkskörpern: «Hören wir doch endlich auf mit diesem Brauch. Wer braucht schon Feuerwerke? Die Natur und die Tiere würden es uns danken.» Leserin Erika schliesslich denkt an unsere Vorfahren: «Ich bin sicher, 1291 auf dem Rütli wurden auch keine Raketen gezündet. Dann wären wir wieder einmal wie unsere Ahnen. Feiern in Ruhe und Gemütlichkeit. Ohne Lärm und Gestank.»

Tierschützer missbilligen die Knallerei

Die Trockenheit spielt auch Tierschützern in die Hände. Helen Sandmeier, Medienbeauftragte des Schweizer Tierschutzes STS, ist wegen der Tiere klar gegen Feuerwerkskörper: «Die Haustiere werden durch die Knallerei in totale Panik versetzt. Sie haben ein empfindlicheres Gehör als Menschen und empfinden den Lärm deutlich stärker.» Im Gegensatz zu den Leuten wüssten die Tiere nicht, was geschehe, und empfänden über Stunden grosse Angst. Auch wenn die Bevölkerung Anliegen fürs Tierwohl gewöhnlich unterstützt, glaubt Sandmeier nicht, dass ein generelles Feuerwerksverbot jemals eine Mehrheit finden würde.

Die Tierschützerin hofft, dass dank den diesjährigen Feuerverboten grösstenteils auf Feuerwerke verzichtet wird. Sie würde es begrüssen, wenn in Zukunft vermehrt auf Feuerwerkskörper gesetzt würde, die weniger laut knallen. «Wir rufen jedes Jahr dazu auf, die Knallerei zu unterlassen. Damit Menschen nicht auf Feuerspektakel verzichten müssen, aber die Tiere gleichzeitig nicht unter der Böllerei leiden, könnten neue Feuerwerke entwickelt werden, die leiser sind.»

300 Tonnen Feinstaub durch Feuerwerke

Auch beim Bundesamt für Umwelt (Bafu) rät man unabhängig von der starken Trockenheit dazu, sparsam mit Feuerwerkskörpern umzugehen. «Feinstaubemissionen durch Feuerwerk können bei empfindlichen Personen zu Atembeschwerden führen, und der durch Feuerwerk verursachte Lärm kann für Menschen und Tiere sehr lästig sein», sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter Reto Meier. Personen mit chronischen Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten am 1. August die Nähe zu Feuerwerken meiden.

Gemäss dem Bafu entstehen jährlich durch Feuerwerke rund 300 Tonnen Feinstaub. Ein generelles Feuerwerksverbot, unabhängig von der gegenwärtig herrschenden Waldbrandgefahr, wäre laut Meier aber kaum verhältnismässig, da Böller zeitlich und lokal nur sehr begrenzt abgebrannt würden.

Polizei patrouilliert und informiert

Im Kanton Glarus gilt das Verbot auf dem ganzen Kantonsgebiet. Auch zahlreiche Städte und Gemeinden haben das Zünden von Feuerwerk untersagt. In der Stadt Chur etwa herrscht ein allgemeines Feuerverbot auf öffentlichem Grund. Laut Polizeisprecher Roland Hemmi patrouillieren Polizisten regelmässig an Feuerstellen und neuralgischen Stellen. «Am 31. Juli und 1. August haben wir zusätzliche gemeinsame Patrouillen mit der Feuerwehr regelmässig auf Patrouille und klären die Menschen über das Feuerverbot auf. Es geht nicht primär ums Sanktionieren, sondern ums Informieren», sagt Roland Hemmi von der Stadtpolizei Chur. Die Patrouillen würden am 31. Juli und 1. August noch verstärkt.

Laut Hemmi sind diese Patrouillen zur Schadensminderung – oder idealerweise Schadensverhinderung – unabdingbar. Falls jemand doch beim Zündeln erwischt werde, hänge die Härte der Bestrafung vom Ausmass ab. «Entbrennt ein Vater mit seinem Sohn zum Beispiel bengalische Hölzchen, hat er mit einer Ermahnung zu rechnen», so Hemmi. Lässt jemand Raketen und Vulkane ab, droht ihm eine Geldbusse. Wer fahrlässig eine Feuersbrunst verursacht und die Sorgfaltspflicht hat, hat mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 3 Jahren rechnen.

(jk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sepp Wanner am 28.07.2018 21:31 Report Diesen Beitrag melden

    Feuerwerk

    ist so oder so der totale Stumpfsinn.

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  • Paraburdoo am 28.07.2018 21:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön die Ruhe

    Ich bin auch nicht traurig, dass es dieses Jahr keine Knallerei gibt. Es geht doch nichts über einen ruhigen Schlaf.

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  • M.Müller am 28.07.2018 21:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wunderbar

    Tip top ist ehh eine Frechheit die blöden Böller

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Mensch am 30.07.2018 00:08 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur Haustiere

    nicht nur Haustiere auch kleine Kinder haben Angst, aber typish wider mal zuerst an Tiere denken und dan erst an die Menschen.

  • lilaleaa am 29.07.2018 23:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    Dass die Tiere dabei verschont werden ist ein Teil, noch viel wichtiger ist doch dass die Umwelt verschont wird! Mikro-Plastik ahoi!

  • Samana49 am 29.07.2018 23:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Verbot!

    Für mich ist es einfach unbegreiflich, weshalb es erlaubt ist, BRENNENDE GESCHOSSE IN WOHNGEBIETEN ABZUFEUERN! Das müsste schon lamge verboten sein!

  • Gajoe am 29.07.2018 23:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hurra!!

    zum Glück wohn ich in der Stadt. Da gibts kein Sald und kein Verbot. Da es nur in Waldes nähe Verboten ist kann ich voller FREUDE mein Feuerwerk zünden :-)

    • bernerin am 29.07.2018 23:37 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gajoe

      nein ist es nicht... in quartieren ist es in den allermeisten gemeiden verboten. darum stellen die meisten gemeinden plätze zur verfügung. lesen sie in ihrem amtsblatt. kann sonst auch teuer werden (bussen).

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  • D.B.g. am 29.07.2018 23:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Jubel für was ??? einen Regentropfen

    Ich Juble zwar nicht gerade denn es wird ja noch so wenig gemacht für die Ruhe in der Natur für die Tore und den Menschen ! Wir wollen Spass und keine Verbote, wir lieben die Natur und meinen unseren Ego ! Die Natur besteht nicht aus nur Bergen, Lanschafts Bildern, Wäldern und Seen und den Weihern. Sie ist weit mehr braucht Wiessen statt Rasen und viel Platz für den gesunden Kreislauf. Wenn Tiere und Pflanzen sich so verhalten wie der Mensch; : Sie würden uns eingrenzen und Erschiesen um ihn im Gleichgewicht zu halten. Na ja Ich schätze dann gäbe es auf 300 x 700 m2 Max. 5 Menschen.