Lockdown

17. März 2020 19:11; Akt: 18.03.2020 15:22 Print

Firmen feuern Angestellte wegen Corona-Krise

von D. Brauchbar, M. Gerber, R. Knecht - Die Corona-Krise sorgt auf dem Schweizer Arbeitsmarkt für grosse Verunsicherung. Im Kanton Zürich meldeten sich allein am Montag rund 800 Personen als arbeitslos.

Die Corona-Krise sorgt auf dem Arbeitsmarkt für grosse Verunsicherung. (Video: mag/Symbolbilder)
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Es ist eine Zahl, die aufhorchen lässt. Seit der Bundesrat am Freitag das Notrecht und am Montag den Lockdown der Schweiz beschlossen hat, steigt die Nervosität auf dem Arbeitsmarkt. Jetzt entlädt sie sich in Form von Entlassungen.

Allein im Kanton Zürich soll es am Montag zu rund 800 Neuanmeldungen auf den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren gekommen sein, wie mehrere Quellen 20 Minuten berichten. Betroffen seien Angestellte aus allen Branchen, vor allem aber aus dem Gastrobereich. Im Fokus stünden zudem Arbeitnehmer im Stundenlohn.

Ende Februar waren im Kanton noch 20'088 Personen als arbeitslos gemeldet. Die 800 Neuanmeldungen wären also eine Zunahme um vier Prozent. An nur einem Tag.

Das zuständige Amt für Arbeit und Wirtschaft konnte sich am Dienstag nicht zur Situation äussern. Die kantonale Behörde verwies auf die ausserordentliche Lage und die dadurch entstandene Mehrbelastung.

Mit einer ähnlichen Entwicklung sieht sich die Berner Arbeitslosenkasse der Gewerkschaft Unia konfrontiert. «Wir haben derzeit, aufgrund der zahlreichen Neuanmeldungen, überdurchschnittlich viel zu tun», bestätigt Stefan Wüthrich, Leiter Unia Bern, Oberaargau und Emmental. Die Experten befürchten nun, dass die Lage auch in den nächsten Tagen angespannt bleibt.

Schweizweit rasanter Anstieg von Voranmeldungen

Auf die gesamtschweizerische Lage angesprochen, heisst es beim Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco): «Aufgrund der rasant ansteigenden Voranmeldungen können wir derzeit keine Angaben dazu machen», sagt Fabian Maienfisch, stellvertretender Leiter Kommunikation und Mediensprecher des Seco. Jetzt sei aber schnelle Hilfe gefragt. «Den KMU mit finanziellen Engpässen stehen ab sofort bis zu 580 Millionen Franken an verbürgten Bankkrediten zur Verfügung», so Maienfisch.

Zudem werde derzeit eine Härtefalllösung geprüft. «Dafür will der Bundesrat vorerst rund eine Milliarde Franken zur Verfügung stellen. Es geht hier um Soforthilfe zur Liquiditätsüberbrückung für Unternehmen und auch für Selbstständigerwerbende.» Das Ziel ist klar: «Der Bundesrat will damit eine Konkurswelle verhindern und Arbeitsplätze sichern», sagt Maienfisch.

Am Montag hat der Bundesrat die Covid-19-Verordnung 2 um einen Zusatzartikel ergänzt. «Das ist ein Novum im Schweizer Arbeitsrecht», sagt Boris Etter, Rechtsanwalt und Arbeitsrechtler. «Nach dieser Bestimmung müssen besonders gefährdete Personen ihre Arbeit zu Hause im Homeoffice verrichten», führt er aus. Was das genau bedeutet und wie es mit Kündigungen von Arbeitsverträgen in Corona-Zeiten aussieht, erklärt der Fachmann im 20-Minuten-Video.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • toni am 17.03.2020 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schwach

    sehr schwach vo de firma so etwas mache!

  • F.Schmid am 17.03.2020 19:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zusammen schaffen wir das

    Leute, wenn die Schweiz beziehungsweise Europa diese Krise nicht schafft, wer dann? Schaut rechts und links wie es euren Mitmenschen geht, seid dankbar für die Leute welche ihrer Arbeit normal nachgehen. Es kommen wieder die richtig guten Zeiten.

    einklappen einklappen
  • Wodoomaster am 17.03.2020 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hääää?

    Die Arbeitslosenversicherung bezahlt ja den Ausfall mit 80% (Kurzarbeit) Diese Firmen müssen sehr genau unter die Lupe genommen werden. Da ist was faul.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • EmanuelX am 18.03.2020 20:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kündigungen wegen Corona

    Firmen die Mitarbeiter entlassen, sollen einfach auch nicht in den Genuss von irgendwelchen Hilfen kommen. (Gemeint,Direkthilfen, Kredite usw.)

  • Hiram Abif am 18.03.2020 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wie

    heissen die Firmen?

  • Muro83 am 18.03.2020 18:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Etwas Solidarität bitte

    Ich Arbeite auch im Kanton Zürich. Bin unserem Chef sehr dankbar ( bei uns kommen Kündigungen nicht in Frage). Wir bleiben vorläufig bis Ende April zuhause und müssen uns halt mit etwas Kurzarbeit abfinden.

  • Salomon am 18.03.2020 14:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bald

    Ich befürchte in 2 Jahren eine Arbeitslosenquote von 20%. Aber der Bund hat ja eine eine Lösung: Aussteuern

  • Bale13 am 17.03.2020 19:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Starkes Zeichen vom BR?

    Zur Rettung der UBS wurden beim Finanzcrash 60 Milliarden freigesetzt. Und was bekommen heute die KMUs? Was die Menschen, die ihre Stelle verlieren? Es braucht jetzt starkes Zeichen vom BR: unbürokratische finanzielle Unterstützung der KMUs und ein Kündigungsschutz für Angestellte oder ein Grundeinkommen für Entlassene. Denn wer findet jetzt und in den nächsten Monaten eine neue Stelle?