Holcim und Swisscom

25. Februar 2020 04:47; Akt: 26.02.2020 15:01 Print

Firmen verbieten wegen Virus das Händeschütteln

Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus veranlasst auch Schweizer Firmen, Massnahmen zu ergreifen. Sie empfehlen, auf das Händeschütteln zu verzichten.

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Das neuartige Coronavirus, das mittlerweile auch das Tessin erreicht hat, sorgt auch in der Arbeitswelt für Aufregung. «Bitte auf Grund der aktuellen Situation das Händeschütteln vermeiden» heisst es auf einem Flyer, der vor dem Eingang zur Kantine des Holcim-Zementwerks in Untervaz GR hängt. Darauf zu sehen: zwei Hände beim Handshake, darüber ein rotes Verbotszeichen.

Laut einem Mitarbeiter wurde der Flyer am Montag angebracht: «Es steht zwar nicht drin, doch auf jeden Fall hängt der Flyer mit dem Coronavirus zusammen. Vor allem, weil über das Wochenende so viele Fälle in Italien bekannt geworden sind und wir so ziemlich an der Grenze zu Italien tätig sind.» Die Anweisungen von oben kämen unterschiedlich an: «Manche sind ängstlich, andere – wie ich – finden es einfach gut, dass unsere Firma klare Anweisungen macht.» Bei Holcim heisst es auf Anfrage, dass mit dem Flyer die Mitarbeiter sensibilisiert werden sollen.

Swisscom führt Corona-Ticker

Die Swisscom informiert Mitarbeiter im Intranet mit einem aktuellen Ticker zum Thema Coronavirus, wie das Unternehmen auf Anfrage sagt. Neben der Vermeidung von Berührungen des Gesichts sowie häufiges Händewaschen empfehle man auch, auf das Händeschütteln zu verzichten. «Es gelten die gleichen Schutzmassnahmen wie für die saisonale Grippe», sagt Sprecherin Sabrina Hubacher. Swisscom hat sogar eine Alarmstelle für medizinischen Rat eingerichtet.

Bei Coop heisst es, dass die Mitarbeiter dazu aufgefordert seien, die grundlegenden Hygienemassnahmen einzuhalten. «Dazu gehört auch das Vermeiden des Händeschüttelns», sagt Sprecherin Rebecca Veiga zu 20 Minuten. «Vor zwei Wochen haben wir sämtliche Mitarbeitende zum ersten Mal darauf sensibilisiert.»

Die Post rate ihren Mitarbeitern bei Kundenkontakt zu normalen Hygienemassnahmen wie etwa Hände waschen oder Oberflächen reinigen, so Sprecher Erich Goetschi: «Bei einer Epidemie empfehlen wir ausserdem, auf das Händeschütteln oder auf Begrüssungsküsse zu verzichten sowie einen Meter Abstand zum Gesprächspartner zu halten.»

Niemandem mehr die Hand schütteln

Ausländische Experten fordern, dass dem Händeschütteln mehr Aufmerksamkeit gewidmet wird. «Man sollte radikal vermeiden, anderen Menschen die Hände zu schütteln – egal in welcher Situation. Ich würde auch beruflich niemandem mehr die Hand geben», sagte Roger Vogelmann von der Uniklinik Mannheim zu Web.de. Wenn man draussen gewesen sei, solle man sich die Hände waschen und desinfizieren. «Ebenso jedes Mal, nachdem man sich ins Gesicht gefasst hat.» Auch John Oxford, emeritierter Professor für Virologie an der Queen Mary Universität in London, sagte zu BBC Radio 4, dass die Menschen aufhören sollten, sich die Hände zu oder Küsschen zu geben.

Das Bundesamt für Gesundheit kündigte am Dienstag nach dem Bekanntwerden des ersten Coronavirus-Falls in der Schweiz an, die Informationskampagne mit Hygienetipps zu verstärken. Ob dazu auch der Verzicht auf das Händeschütteln gehört, war am Dienstag beim Bund nicht zu erfahren. Auf der BAG-Seite über das Coronavirus heisst es, dass die «ausgeschiedenen Viren einige Stunden in winzigen Tröpfchen auf Händen oder Oberflächen überleben können».

(qll/pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • reto am 26.02.2020 07:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    komisch dass

    und BAG Gebäude hat immer noch kein Desinfektionsspender....

  • Big Mango am 26.02.2020 16:00 Report Diesen Beitrag melden

    Grüssen

    Grüsst auf thailändisch - das geht ohne Händerütteln !

  • Marion M. am 26.02.2020 16:24 Report Diesen Beitrag melden

    Passt mir

    Ich mag ja nicht jeden Mensch anzufassen und dann noch das elende Küsschen links rechts links. Einfach widerlich und überflüssig. Wir können von den Thais lernen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Gay Guy am 26.02.2020 21:00 Report Diesen Beitrag melden

    Hmmm ...

    Und können mir diese Firmen verbieten, meinen Arbeitskollegen was anderes als die Hände zu schütteln?

  • Fred am 26.02.2020 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Das gab es schonmal

    Im Mittelalter musste man aufgrund der grassierenden Pest sich die Rute geben, statt der Hand. In einer Süddeutschen Stadt kommt der Name einer jährlichen Veranstaltung davon: Rutenfest

  • Blerim am 26.02.2020 18:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Virus

    nimmt der Islam an weil, unser Prophet lernt uns über Alles was Allah verbieten oder erlaubt hat! Das ist unsere Sicherheit

  • John am 26.02.2020 18:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hygiene verbessern!

    In jedem Supermarkt in den usa hat es beim Eingang Desinfektion-Tücher-Spender um den Griff der Einkaufswagen und die Hände zu reinigen und zwar das ganze Jahr! Wieso schaffen das unsere Grossverteiler nicht??

  • zufällig hier am 26.02.2020 17:30 Report Diesen Beitrag melden

    Prävention ist zwingend.

    Solche Piktogramme sollten gut sichtbar als grosses Digitaldisplay (wie Abfahrtstafeln in Bahnhöfen) in allen Messehallen wie "Auto Salon", "Uhrenmesse" etc. gut sichtbar aufgehängt werden. Ebenso Sterilium-Dispenser an jedem Ein- & Ausgang in den Messehallten, verordnet durch das kant. Gesundheitsamt. Jeder Messebesucher erhält nur Zutritt mit einer 3-fach Schutzmaske. In Hotels: Rezeption, Zimmerpersonal trägt nur noch Masken als Schutz für sich & die Gäste. Prävention ist nun zwingend!