«Wir eskalieren»

26. Mai 2019 22:33; Akt: 26.05.2019 22:33 Print

Klimajugend plant Störaktionen an Flughäfen

Die Mobilisierung während der letzten Klima-Demo war im Vergleich zu den letzten Aktionen rückläufig. Jetzt wollen sich die Jugendlichen neu ausrichten.

Bildstrecke im Grossformat »
In Zürich haben Schüler in den vergangenen Monaten mehrmals für den Klimaschutz demonstriert. So wie in vielen anderen Schweizer Städten – etwa hier in Bern. Ihre Forderungen scheinen in der Politik Gehör zu finden. Der Zürcher Kantonsrat etwa hat kürzlich beschlossen, dass er den Klimanotstand ausrufen will. Jetzt hat auch der Zürcher Stadtrat Vorschläge gemacht, in welchen Bereichen er handeln will. «Wir wollen an Tempo zulegen», sagt GLP-Stadtrat Andreas Hauri. Schülerin Paula Schmid, die sich aktiv an den Klimastreiks beteiligt, spricht von einem riesigen Erfolg: «Wenn die Massnahmen wirklich umgesetzt werden, ist das ein grosser Schritt.» Fossile Heizungen ersetzen: «Wir wollen den Anteil an fossilen Heizungen massiv reduzieren, indem besonders in die Jahre gekommene Heizungen ersetzt werden.» Fernwärmenetz ausbauen: «Wenn wir die städtischen Energieverbunde weiter ausbauen, können wir noch mehr Haushalte mit klimafreundlicher Wärme und Kälte versorgen.» Städtische Fahrzeuge mit erneuerbaren Energien betreiben: «Wir wollen die städtische Fahrzeugflotte auf erneuerbare Energien umstellen. Das betrifft vor allem den öffentlichen Verkehr, aber auch etwa Feuerwehrautos oder Kehrichtwagen.» In städtischen Betrieben klimafreundlich essen: «Fleischgerichte werden wir nicht verbieten. Aber wir möchten aufzeigen, dass es lustvolle Gerichte gibt, die klimaverträglich sind.» Nachhaltige Produkte und Dienstleistungen einkaufen: «Wir wollen etwa den Anteil von Produkten mit Nachhaltigkeitslabel erhöhen und energieeffiziente Angebote berücksichtigen.» Klimaforum gründen: «Mit der Klimajugend sind wir bereits zusammengesessen. Das wollen wir ausweiten und uns regelmässig treffen – auch mit Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bevölkerung.» Bevölkerung informieren: «Es ist eine Aufgabe der Stadt, die Bevölkerung zu informieren, damit auch sie zum Klimaschutz beitragen kann.»

Zum Thema
Fehler gesehen?

Eigentlich war geplant, dass die Klima-Demo vom vergangenen Freitag in Zürich, an der laut Polizei über zehntausend Personen teilgenommen hatten, bis 16 Uhr dauern sollte. Doch bereits vor dem offiziellen Ende leerte sich der Helvetiaplatz im Kreis 4 beträchtlich und die Musiker auf der kleinen Bühne spielten am Schluss vor fast leeren Rängen.

Umfrage
Blockaden und Störungen fürs Klima – ist das ok?

Insgesamt gingen am Freitag in der ganzen Schweiz Tausende junge Menschen für den Klimaschutz auf die Strassen. Übers Ganze gesehen war die Mobilisierung im Vergleich zu den letzten Aktionen aber rückläufig.

Demonstrationszug hat sich halbiert

Das zeigte sich vor allem in der Westschweiz. In Lausanne zogen am Freitag noch rund 4500 Menschen durch die Strassen, vor ein paar Monaten waren es 10'000 gewesen. In Genf halbierte sich der Demonstrationszug im Vergleich zum 15. März. Dieses Mal zählte die Polizei rund 2000 Personen.

Wie der «Sonntagsblick» schreibt, befürchten die Organisatoren der Proteste, dass sich die Kundgebungen bald abnutzen oder gar totlaufen könnten. Deshalb wolle man sich neu ausrichten und den Druck auf Politik und Wirtschaft erhöhen – gemäss nach dem Motto: «Wir eskalieren.»

Interne Protokolle aus einem nationalen Strategietreffen der Verantwortlichen würden laut der Zeitung zeigen, dass zu den Demos künftig schweizweite Störaktionen wie etwa die Blockade von wichtigen Schweizer Verkehrsachsen oder gar Flughäfen hinzukommen sollen.

«Ab 2020 weht ein anderer Wind»

Die Vertreter der Schweizer Klimajugendlichen gaben auf Anfrage der Zeitung nur wenig über die geplanten Aktionen preis. Sie liessen jedoch durchblicken, dass «spätestens ab 2020 ein anderer Wind wehen» werde. Und dass die Dringlichkeit der «Klimakrise» neue Mittel erfordere.

Die 16-jährige Greta Thunberg, welche die Klimabewegung ins Rollen gebracht hat, ruft derweil in einem Manifest zu einem weltweiten Generalstreik auf. Der «Earth Strike» am 27. September soll zu einem Wendepunkt in der Geschichte führen. Thunberg: «Wir müssen den Druck erhöhen, um sicherzustellen, dass der Wandel passiert.»

(rab)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jimbo am 26.05.2019 22:40 Report Diesen Beitrag melden

    Die traurige Wahrheit..

    ..welche die Grünen nicht wahrhaben wollen. Die Belastung senken geht nur mit einer Strom-Art: Atom. Wer glaubt Wind- und Solar-Energie sei (heute) Nachhaltig, sollte sich mal darüber informieren, wie viel Energie und Verschmutzung die Herstellung der Speicherbatterien benötigt.

    einklappen einklappen
  • Peter am 26.05.2019 22:38 Report Diesen Beitrag melden

    Useful iditos

    Diese "Rebellion" gegen die Elite ist in Tat und Wahrheit von eben jener gesteuert und ins Leben gerufen. "Oh bitte zwingt uns unsinnige Gebühren und Gesetze auf".

    einklappen einklappen
  • Helen am 26.05.2019 22:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neues Thema wird kommen

    Mit der nächsten Finanzkrise wird der Klimahype wieder vergessen. Und die Finanzkrise kommt, die EU Banken und Staaten haben alles nur vor sich hergeschoben.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Somebody without a body am 27.05.2019 15:04 Report Diesen Beitrag melden

    Der noch traurigere Kommentar...

    Genau! Besser die Umwelt mit radioaktivem Müll verseuchen, der für die nächsten paar Millionen Jahre vor sich hin strahlt und von dem keiner weiss, wo man ihn deponieren soll! Das nächste mal bitte zuerst denken, dann schreiben, lieber Jimbo!

  • Phil am 27.05.2019 13:43 Report Diesen Beitrag melden

    Momentan hat die Jugend.....

    scheinbar keine wirklichen Probleme, dass wird sich wohl in Zukunft mit all den CO2 Steuern ändern. Einige Dinge sind jedoch sicher: CO2 ist Grundlage für unser Leben, unterhalb von 150 ppm wächst auf diesem Planeten keine Pflanze. Das Pflanzenwachstum ist am optimalsten ab 600 ppm (+40% mehr Wachstum bei gleichzeitig geringerem Wasserverbrauch). Gemäss dem logarithmischen Treibhaus Effekt ist die Wirkung von zusätzlichem CO2 auf die Temperatur ab 140 ppm marginal und ab 400 ppm kaum mehr wahrnehmbar.

  • Roland Ruckstuhl am 27.05.2019 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Langää Schnüffelst

    Das war zu erwarten, dass immer weniger an die Demos gehen. Es braucht en laangää Schnuuf, um ein Umdenken zu erreichen.

  • Arianne am 27.05.2019 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Earth Stike

    Wir nehmen den Flughafen ein! Earth Strike jetzt! Und an die Nörgler die immer sagen wir dürfen nicht in die Ferien fliegen, was habt ihr für das Klima getan? Wir machen wenigstens etwas!

  • Mäxxle am 27.05.2019 13:31 Report Diesen Beitrag melden

    Vernunft

    Wir Vernünftigen und Normalos sowie die Medien machen einen grossen Fehler: Wir schenken diesen Klimakiddies viel zu viel Aufmerksamkeit. Medien und wir normalen sollten diese Streiks einfach ignorieren und nicht mehr darüber berichten. Dann löst sich das Problem von alleine und es wird wieder ruhig.