Strecke Augsburg–Zürich

25. April 2019 16:38; Akt: 25.04.2019 16:38 Print

Flixbus-Fahrerin schaut Film und zeigt Mittelfinger

Ein Leser bemerkte entsetzt, dass seine Flixbus-Fahrerin am Steuer auf dem Handy ein Video schaute. Als Reaktion auf seine Intervention zeigte sie ihm mehrmals den Mittelfinger.

So fragwürdig verhält sich diese Flixbus-Fahrerin. (Video: sbr)
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Am 13. April musste Florian Kunzendorf von Augsburg nach Zürich reisen. Er hatte sich deshalb im Voraus einen Platz in einem Flixbus reserviert – direkt hinter der Chauffeuse. «Plötzlich bemerkte ich, dass die Fahrerin auffallend oft nach links schaute. Auf den zweiten Blick erkannte ich: Sie trug Kopfhörer und schaute sich auf ihrem Handy einen Film oder eine Serie an», erzählt Kunzendorf, der Direktor des Zürcher Zunfthauses zur Zimmerleuten ist. Er habe unverzüglich ein Foto gemacht, da das Verhalten der Fahrerin seiner Meinung nach äusserst verantwortungslos und gefährlich sei.

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«Die Chauffeuse bemerkte, dass ich ein Bild von ihr geschossen hatte und wurde wütend. Sie zeigte mir mehrmals den Mittelfinger und drohte mir auf Englisch und Tschechisch, dass sie die Polizei holen werde, so der Leser. Er habe ihr geantwortet, dass sie dies ruhig tun könne, da nicht er, sondern sie selber jene sei, die sich eindeutig falsch verhalte. «Wenn man am Steuer eine Zigi raucht oder ein SMS schreibt, gibts eine Busse. Da kann eine Busfahrerin doch nicht Videos schauen ohne Konsequenzen.»

Immer wieder Mittelfinger gezeigt

Bei der nächsten Haltestelle in Lindau habe er sich schlafend gestellt, sagt der Leser-Reporter. Er habe gehofft, damit weiteren Anfeindungen der Fahrerin zu entkommen. «Doch ich irrte mich: Sie schlug auf mein Bein, um mich zu wecken, und zeigte mir abermals den Mittelfinger. Das geht doch nicht.» Kunzendorf ist schliesslich ausgestiegen und mit dem Zug zurück nach Zürich gefahren.

«Ich reise alle zwei Jahre einmal mit Flixbus – anscheinend oft genug, um so was zu erleben. Wie häufig leisten sich Flixbus-Fahrer wohl solche Dinge? Es kann ja kein Zufall sein», sagt Kunzendorf. Er habe die Angelegenheit unverzüglich an Flixbus weitergeleitet, samt Foto und den genauen Informationen. Eine Stellungnahme habe er bis heute nicht erhalten. Man habe ihm am Telefon nur gesagt, dass die Sache abgeklärt werde.

Fahrerin gesperrt

David Krebs, Sprecher von Flixbus, sagt gegenüber 20 Minuten: «Die Sicherheit der Fahrgäste und Fahrer hat für Flixbus oberste Priorität.» Man wähle die Zusammenarbeitspartner genau aus und bilde alle Busfahrer regelmässig aus. Die betroffene Chauffeuse sei von einem Partnerunternehmen beschäftigt worden. Von Flixbus sei eine sofortige Sperrung der Fahrerin veranlasst worden. «Neben dem Verstoss gegen die Sicherheitsbestimmungen entspricht das beschriebene Verhalten der Fahrerin keinesfalls unseren Service-Ansprüchen und wird nicht toleriert», so Krebs. Weitere Strafen behalte sich das Partnerunternehmen vor.

Dieses sei vertraglich daran gebunden, bestimmte Vorschriften einzuhalten – dazu gehöre auch die Nutzung von Handys am Steuer, wie Krebs ausführt. «Regelmässige Kontrollen durch unabhängige Inspekteure sowie unsere internen Kontrollen durch Mystery Checks zeigen jedoch, dass es sich bei Verstössen wie diesem um Einzelfälle handelt.» Trotzdem nehme man jegliche Hinweise auf Fehlverhalten sehr ernst und gehe diesen konsequent nach, so Krebs.

(jk)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christian Luzern am 25.04.2019 17:00 Report Diesen Beitrag melden

    Billig, billiger, Flixbus

    Das haben wir alles dieser unsäglichen "Geiz ist geil" Mentalität zu verdanken! Es muss ja alles fast gratis sein. Und dann wundern sich die Leute über solche Vorfälle!

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  • Macht, Aua am 25.04.2019 17:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Immer wieder...

    Unwort des Jahres 2019 : EINZELFÄLLE

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  • Segi am 25.04.2019 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Freiwillig

    Und die Moral an der Geschichte? Wem sein Leben lieb ist wählt ein anderes Verkehrsmittel. Flixbus fahren ist bequem aber freiwillig. Der Preis geht vor Sicherheit. Jeder entscheidet selber was wichtiger ist.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • frankG. am 25.04.2019 17:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    "ohneRücksicht"

    Warum hat Florian Kunzendorf nicht die Polizei alarmiert? Ich hätte ihr befohlen die Verantwortungslosigkeit zu beenden, oder den Bus sofort anzuhalten. In letzter Zeit passieren viele Busunfälle. Frechheiten wie diese darf man sich nicht gefallen lassen. Hoffentlich wird sie angezeigt und verliert ihren Ausweis.

  • Radi am 25.04.2019 17:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    gath's nu!

    Einzefall wird von Flixbus dargestellt?? Geht doch nicht was diese Chaffeure & Chauffeusinen leisten hat wahrlich mit Sicherheit nichts am Hut. Solche Unternehmen haben bei uns nichts zu suchen,dass heisst ein generelles Verbot für die CH wäre das richtige.

  • Indie1 am 25.04.2019 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Cheap, no need

    Zahlt euren Chauffeuren endlich anständige Löhne! Dann sitzt auch qualifiziertes Personal hinter dem Steuer! Ah nee, geht ja nicht. Dann gibts keine Plätze mehr zu Schleuderpreisen. Und Pressesprecher David Krebs, dieser Spruch der Ausnahmefälle ist mittlerweile ziemlich ausgelutscht! Mich bringen keine 10 Pferde je in so einen billigen Flixbus. Nie!!! Qualität und Sicherheit kommt bei mir vor very cheap price....

  • Dude am 25.04.2019 17:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Flixbus nie mehr!

    Sind letztes Jahr mit Flixbus nach Stuttgart gefahren. Schon am Busbahnhof in Zürich lambdie Polizei in den Bus wegen einer Auseinandersetzung von einem Fahrgast und dem Chauffeur. In konstanz dann eine langwierige Ausweuskontrolle. Auf der Weiterfahrt schwankte der Fahrer zwischen rechter Fahrspur und Pannen streifen hin und her. Auf dem Heimweg in der selben Nacht wurden wir vom Fahrer richtig blöd angemacht weil wir essen dabei hatten. An der Grenze dann eine über einstündige total kontrolle...flixbus: eine Zumutung in jeder hinsichtlicht. Zahle gerne das Zehnfache für eine Reise...

  • Tat Tvam Asi am 25.04.2019 17:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leserreporter

    Ich finde immer und überall andere auf ihre Verhalten aufmerksam zu machen ein viel grössere Sünde . Wäre es lieber das die Busfahrerin aus langweile einschläft? Ein Denker einst hat gesagt: " Das grösste Teil des Unheils in dieser Welt geht auf die Rechnung der vielen, vielen guten Menschen, die nichts weiter als gute Menschen sind". Damit hat er diesen Leserreporter gemeint.