Gründe des SVP-Erfolgs

18. Oktober 2015 19:17; Akt: 18.10.2015 21:14 Print

Flüchtlinge, Zuwanderung, EU und AHV

Für vier von zehn Schweizer stellen die Themen Asyl und Zuwanderung die grössten Probleme dar. Davon dürften die rechten Kräfte profitiert haben.

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(Bild: Sotomo)

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Lange waren die Aussichten für die SVP alles andere als rosig. Noch im Juni ging das SRG-Wahlbarometer davon aus, dass die Partei Wähleranteile verlieren dürfte. Doch dann wendete sich das Blatt – und plötzlich verkündeten die Politologen des Landes praktisch einhellig, dass die grosse Wahlsiegerin 2015 SVP heissen dürfte. Auch wenn noch nicht alle Resultate vorliegen – inzwischen bestehen keine Zweifel mehr daran, dass sich die Prognosen bewahrheiten werden und die SVP massiv Sitze gewinnen wird.

Grund für den Meinungsumschwung in der Bevölkerung sei wohl die Flüchtlingskrise, lautet die häufigste Erklärung der Politologen. Wie stark das Asylwesen die Schweizer Wähler umtreibt, zeigt nun auch die Auswertung der Tamedia-Wahlstudie nit über 36'700 Teilnehmern. 23 Prozent der Befragten gaben an, dass das Thema Flüchtlinge und Asyl sie derzeit am stärksten beschäftige. An zweiter Stelle kommt die Zuwanderung, danach die Thematik EU und Europa. «Fragen zur Öffnung beziehungsweise Abgrenzung stehen demnach im Zentrum. An der Spitze der Rangliste stehen drei Themen bei denen traditionell die SVP punkten kann», schreiben die Politologen Michael Hermann und Thomas Milic von der Forschungsstelle Sotomo, die die Umfrage im Auftrag der Tamedia durchgeführt und ausgewertet haben.

Wenig Sorgen wegen Umwelt

Fragen der Wirtschaft und der Frankenstärke, mit denen die FDP punkten wollte, spielen im Bewusstsein der Wähler nur eine untergeordnete Rolle. «Umweltthemen und vor allem die Energie werden hingegen selten als wichtigstes Problem genannt», heisst es in der Studie. Dies spiegle sich im «mässigen Abschneiden der Grünen» wider. Die Politologen erinnern zwar daran, die Problemwahrnehmung sei nicht direkt mit dem Wahlentscheid verknüpft. Es sei aber davon auszugehen, dass sie die Parteiwahl massgeblich beeinflusst.

Darauf lässt auch die Auswertung der Daten nach Wählergruppen schliessen. So geben drei Viertel der SVP-Symapthisanten an, dass sie die Themen Asyl und Zuwanderung am meisten beschäftigen. Zum Vergleich: Bei der SP sind es nur gerade knapp 18 Prozent.

Die Nachwahlbefragung zu den nationalen Parlamentswahlen 2015 lief zwischen dem 16. und 18. Oktober 2015 auf den Webseiten der Medien von Tamedia. Die Politologen von Sotomo haben die Umfragedaten nach verschiedenen Variablen gewichtet, sodass die Stichprobe möglichst genau der Struktur der Wahlbevölkerung entspricht.

(jbu)